Russland baut die Barrieren innerhalb der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderung ab.

Russland baut die Barrieren innerhalb der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderung ab.

Sotschi. Am 7. März 2014 beginnen in Sotschi die 11. Winter-Paralympics. Jetzt hat ein interaktives Internetprojekt seine Pforten geöffnet. Auf dieser Website haben freiwillige Helfer zusammen mit Internetnutzern eine Übersicht barrierefreier Sportstätten und Gebäude geschaffen. Dieses erleichtert Menschen mit Behinderung, die Suche nach angemessenen Sportstätten oder anderer öffentlicher Einrichtungen in ihrer Nähe.

Diese neue Internetplattform wurde vom Organisationskomitee Sotschi 2014 gemeinsam mit dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) eingeführt. Insgesamt wurden bereits 500 behindertengerechte Sportstätten in mehreren russischen Städten lokalisiert und diese in den „Stadtplan Barrierefreiheit“ aufgenommen.

Auch die Website wurde barrierefrei gestaltet, sodass Menschen mit einer Sehschwäche mit nur einem Mausklick auf eine angepasste Version der Seite wechseln können. Das Projekt steht nach Ende der Paralympischen Spiele weiter zur Verfügung stehen.

Ganz Russland ist im Olympiafieber

In Sotschi wurde jetzt auch der „Equal Opportunities Park“ eröffnet, der Besuchern die Paralympischen Spiele näherbringt. Darüber hinaus fanden in ganz Russland Informationsveranstaltungen über die Paralympischen Spiele statt und das Sotschi 2014 „Paralympic Education School Program“ wurde auch eingeführt.

Der Park im Zentrum Sotschis bietet den Besuchern die Gelegenheit, prominente Paralympische Athleten kennenzulernen und sich selbst an Paralympischen Disziplinen zu versuchen, darunter Sledge-Eishockey, Rollstuhlcurling, Biathlon und Basketball.

Für Schulkinder fanden bereits im „Equal Opportunities Park” Informationsveranstaltungen über die Paralympischen Spiele statt, als Teil des Sotschi 2014 „Paralympic Education School Program“.

„Es freut mich sehr, dass Sotschi 2014 500 Tage vor den Winterspielen, den innovativen Stadtplan Barrierefreiheit vorstellt“, sagt Sir Philip Craven, Präsident des IPC. „Dieses Projekt wird dazu beitragen, in ganz Russland Aufmerksamkeit für barrierefreie Anlagen zu schaffen. Zudem könnte es mit Hilfe und Unterstützung des IPC als ein Modell für andere Länder dienen.“

Dmitri Tschernyschenko, Präsident des Organisierungskomitees für Sotschi 2014, betont: „2014 finden in Sotschi die ersten Paralympischen Spiele in der Geschichte Russlands statt. Ich bin mir sicher, dass die hohen Standards im Bereich Barrierefreiheit, die ab 2014 in der Olympischen Region gesetzt sein werden, auch in anderen Städten im ganzen Land gebraucht werden. Zudem wird unsere Bewerbung der Paralympischen Werte dabei helfen, die Barrieren innerhalb der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen.“

„Der Stadtplan Barrierefreiheit ist für Russland ein einzigartiges Projekt“, ergänzt Michail Terentiew, Generalsekretär des Russischen Paralympischen Komitees. „Seine Einzigartigkeit liegt aber nicht darin, dass es die die erste interaktive Karte von Sportstätten für Menschen mit Behinderung ist. Sondern darin, dass das Projekt auf Daten bezogen von der russischen Stadtbevölkerung geschaffen wurde und mit diesen Daten auch weiter verbessert wird. Jeder Einwohner Russlands kann sich an der Erschaffung eines barrierefreien Russlands beteiligen, was Menschen mit Behinderung die Möglichkeit gibt, einen unabhängigen Lebensstil zu pflegen und aktiv an der Entwicklung der Gesellschaft teilzunehmen.“

„Ich bin begeistert davon, dass das Sotschi 2014 Organisationskomitee ein solch wegweisendes Projekt unternimmt“, sagt Sergej Schilow, Sotschi 2014 Botschafter und sechsfacher Medaillengewinner der Paralympics. „Dank der Übersichtskarte zur Barrierefreiheit können viele Menschen Sport machen, die vorher nicht die Möglichkeit dazu hatten. Sie hilft dabei, alle Vorzüge zu genießen, die der Sport mit sich bringt, und sich vollständig in die Gesellschaft zu integrieren.“

Quelle: Deutscher Behindertensportverband