Sotschi. Das Erbe der Olympischen und Paralympischen Winterspiele in Sotschi ist ein groß angelegtes Phänomen. Eine langfristige Wirkung wird nicht nur in der Region, sondern auch im ganzen Land zu spüren sein. Dies ist das Ergebnis des Runden Tisches „Der Einfluss von sportlichen Großereignissen in der Entwicklung von Regionen“, gehalten beim XII. Internationalen Investment Forum in Sotschi. Die großen Errungenschaften in Sotschi werden sich sehr schnell über das gesamte Land verbreiten.

An dem Runden Tisch nahmen unter anderem der Präsident des Russischen Olympischen Komitees Alexander Schukow, Sportminister Witali Mutko, IOC Direktor Gilbert Felli, der Präsidenten des Organisationskomitees „Sotschi 2014″ Dmitrij Tschernischenko und der Generalsekretär des russischen Paralympischen Komitees Michail Terentjew teil.

Der wachsende Einfluss Russlands auf internationaler Bühne

Die Vorbereitungen für die Winterspiele in Sotschi waren der Katalysator für viele positive Veränderungen in der Region Krasnodar und auch in Russland als Ganzes. Sie taten sehr viel für die Stärkung der Position Russlands auf internationaler Bühne. So trat dank der Spiele im Jahr 2014 Russland an erster Stelle der drei einflussreichsten Sport-Mächte im Jahr 2012 und erhielt den Status des Führers der Welt des Sports für den Zeitraum von 2013 bis 2018. Die größten Sportereignis werden in naher Zukunft in Russland stattfinden: der FIFA Confederations Cup 2017, die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2018 und selbstverständlich die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Alle diese sportlichen Großveranstaltungen haben erhebliche positive Auswirkungen auf das gesamte soziale und wirtschaftliche Leben der Bürger in Russland.

Moderne Infrastruktur

Das Projekt „Olympia 2014″ bildete das grundlegende materielle und immaterielle Erbe, das auch dazu anregt, die Entwicklung der anderen Regionen Russlands zu fördern und voranzutreiben. Durch das materielle Erbe „Sotschi 2014″ erhielt die Region Krasnodar eine aktualisierte Transport- und Technik-Infrastruktur. In der Stadt Sotschi wurden modernste High-End-Anlagen gebaut und mehr als 200 Objekte der Verkehrsinfrastruktur neu geschaffen. Das Bildungswesen, die Gesundheitseinrichtungen und die Kultur und Sport Einrichtungen bekamen mehr als 1.500 neue Dienstprogramme, neue Übertragungsleitungen und modernste Kommunikationsmöglichkeiten. Weiterhin wurden mehr als 360 Kilometer von Straßen und Brücken saniert bzw. neu gebaut, 42 neue Hotels mit rund 27.000 Zimmern entstanden ebenfalls.

Einzigartige Sport-und Freizeiteinrichtungen

Der Erfolg des Baus eines modernsten Weltklasse-Sportzentrums in Russland zeigt sich im multifunktionalen Zentrum des Wintersports in Sotschi. Für die Olympischen Spiele wurden 14 Sportanlagen, darunter 2 Ausbildungsarenen neu gebaut. Zum ersten Mal erhielten russischen Athleten Trainingsmöglichkeiten für alle Wintersportarten. Ausbildungszentren wurden u.a. für Eiskunstlauf, Rodeln, Bob und Nordische Kombination bereits neu eröffnet. In den kommenden Jahren wird Sotschi das Zentrum der größten Sportveranstaltungen weltweit sein. Im Jahr 2017wird zum Beispiel, in Krasnaja Poljana der Weltcup der Bob- und Skeleton-Piloten und im Jahr 2018 wird das Olympische Stadion ein Austragungsort von Spielen zur Fußball-Weltmeisterschaft sein. Weitere sportliche Großveranstaltungen sind noch in Prüfung bei den verschiedenen internationalen Verbänden.

Verschiedene Objekte, vor allem das Ski-Center „Rosa Chutor“, werden als Trainingszentrum für die Entwicklung des Sports in Russland verwendet, auch die Grundlage eines Freizeitzentrums bilden und für die Erholung dienen – ein Anziehungspunkt für Touristen aus der ganzen Welt. Die Zahl der ausländischen Touristen hat sich in Sotschi für die Jahre 2011-2012 um mehr als das 2,5-fache erhöht – bis zu 39.000 Menschen pro Jahr. Der Strom von Touristen nach Sotschi während der Wintersaison 2013 erreichte fast 500.000 Menschen.

„Grüne Standards“

Vom immateriellen Erbe „Sotschi 2014″ ist eine Reihe von grundlegenden Programmen, Initiativen und Regelungen im ganzen Land betroffen. So wurden die Spiele zu einem Katalysator für die Entwicklung der Industrie auf dem Gebiet der Ökologie in Russland. Die Einführung von modernen Technologien und die Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und der Umweltschutz in den Olympischen Bauten erlaubt die Bildung von normativen und methodischen Grundlagen der ökologischen Anforderungen.

Als Ergebnis wurde im März 2013 im gesamten Land der erste nationale Standard für „grüne Gebäude“ gestartet – Umweltanforderungen nach modernsten internationalen Anforderungen. Jetzt müssen Baustellen im ganzen Land mit strengen ökologischen Anforderungen an die Reduzierung des Verbrauchs von Energieressourcen durchgeführt werden und schädliche Auswirkungen auf die Umwelt stark verringert werden. Die Norm regelt die Interessen und Bedürfnisse der Bauindustrie mit einer breiten Anforderung des ökologischen Charakters und ist der erste Schritt zur Schaffung eines russischen System verbindlicher Umwelt-Sicherheit.

Barrierefreiheit

Die Spiele in Sotschi brachten auch neue Standards der städtischen Planung und des Baus hervor. Alle Sportstätten und die gesamte Infrastruktur wurden weltweit einmalig an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen angepasst, damit auch wirklich alle Anforderungen dieser Menschen komplett erfüllt werden. Eine Liste der vorrangigen Projekte für die Schaffung einer barrierefreien Umwelt wurde von der Verwaltung der Stadt Sotschi zusammengestellt, sie umfasst etwa 1.800 Objekte. Über 200 russische Städte nahmen bisher die Erfahrung von Sotschi in der Schaffung einer barrierefreien Umgebung auf. Damit erhält die Integration von Menschen mit Behinderungen in der russischen Gesellschaft ganz neue Dimensionen.

In Sotschi wurde durch das Organisationskomitee „Sotschi 2014″ das innovative Projekt „Barrierefreie Karte“ implementiert. Es ermöglicht Menschen mit Behinderungen den Platz zu finden, wo sie während der Paralympic auch selbst Sport treiben können, sowie auch Informationen zu nahe gelegenen Zielen die sie barrierefreie erreichen können. Derzeit ist die „Barrierefreie Karte“ für mehr als 10.000 verschiedene Objekte angewendet.

Freiwilliges und ehrenamtliches Engagement

Ein weiteres weit verbreitetes Phänomen ist die Wiederbelebung der Freiwilligen-Bewegung in Russland. In 14 Regionen der Russischen Föderation sind 26 Freiwilligen-Zentren entstanden. Die Beteiligung der russischen Bürger an einer ehrenamtlichen Tätigkeit liegt derzeit bei 21 Millionen Menschen. Bis zum Ende des Jahres 2012 wurden in den verschiedensten Regionen Russlands erfolgreich 2.782 Projekte mit der Unterstützung von Freiwilligen umgesetzt. In Zukunft werden sich, nach vorsichtigen Schätzungen, bis zu 25 Millionen Russen in eine ehrenamtliche Tätigkeit integriert haben.

Der Präsident des Organisationskomitees „Sotschi 2014″ Dmitrij Tschernischenko sagte:

„Durch die Vorbereitungen auf die Spiele in Sotschi wurden innerhalb von nur ein paar Jahren große Veränderungen erzielt, die im wirklichen Leben Jahrzehnte gedauert hätten. All die großen Leistungen, die in Sotschi bereits erfolgreich getestet wurden, werden bald in ganz Russland greifen. Ich bin mir sicher, dass alle Elemente des Erbes „Sotschi 2014″ vielen Generationen von Russen dienen wird.“