Oberstdorf/Moskau. Neun Etappen in elf Tagen – die Tour de Ski hat im Langlauf-Weltcup inzwischen Tradition. Spannung, Enttäuschungen und große Zweikämpfe am Schlussanstieg fesseln die Zuschauer und fordern die Aktiven auf dem Weg ins Val di Fiemme. Bisher präsentierten sich die russischen Männer in einer absoluten Gala-Form und zeigten die beste Mannschaftsleistung aller teilnehmenden Länder.

Zum Auftakt in Oberhof liefen gleich vier russische Männer unter die Top-10. Im 4,0 km Freistil Prolog der Herren wurde Ilia Schernusow Fünfter. Vervollständigt wurde das hervorragende Mannschaftsergebnis durch Alexander Legkow, Nikolai Morilow und Maxim Wylegschanin auf den Plätzen sieben bis neun.

Einen Tag später, im 15 km Handicap-Rennen im klassischen Stil ausgetragen, gelang es wiederum drei russischen Herren sich in den Top-10 zu platzieren. Alexander Legkow wurde Vierter, Ilia Schernusow und Sergej Turijschew belegten die Plätze acht und neun. Dimitri Japarow trug als Elfter auch zum guten Abschneiden der russischen Mannschaft bei.

Nachdem sie sich bereits in Oberhof als starkes Team präsentiert hatten, gelang den russischen Männern beim Klassischen-Sprint der Herren in Oberstdorf noch eine Steigerung. Sie waren mit vier Athleten im Finale vertreten und belegten auch die ersten vier Plätze. Es gewann Nikita Kriukow vor Alexej Petukhow, Nikolaj Morilow und Dmitri Japarow.

„Das war mein bestes Rennen dieser Saison. Ich freue mich, dass heute das gesamte Podium von Russen besetzt ist“, erklärte Kriukow im Ziel. Die beiden Topfavoriten auf den Tour-Sieg, der Norweger Petter Northug und der Schweizer Dario Cologna waren ebenfalls im Finale vertreten, mussten ihre Siegambitionen nach einem Sturz des Norwegers und einer damit verbundenen Behinderung Colognas aber begraben.

Gestern im 10+10 km Skiathlon gelang es allerdings nur Maxim Wylegschanin als Dritter sich unter den Top-10 zu platzieren. Somit liegen jetzt in der Gesamtwertung nach vier von neun Etappen drei russische Athleten unter den besten Zehn. Angeführt wird die Gesamtwertung von den beiden Top-Favoriten auf den Gesamtsieg: Petter Northug und Dario Cologna.

Rang Name Zeit
1. Petter Northug (Norwegen) 1:37:24,3 Std.
2. Dario Cologna (Schweiz) + 0:01,1 Min.
3. Alexander Legkow (Russland) + 0:52,3
4. Maxim Wylegschanin (Russland) + 0:59,8
5. Devon Kershaw (Kanada) + 1:03,3
6. Marcus Hellner (Schweden) + 1:06,5
7. Maurice Manificat (Frankreich) + 1:20,1
8. Tobias Angerer (Deutschland) + 1:29,3
9. Lukas Bauer (Tschechien) + 1:30,5
10. Dmitri Japarow (Russland) + 1:40,9

Die Tour de Ski ist ein Wettbewerb im Skilanglauf über elf Tage und basiert auf dem gleichen Konzept wie die Etappenrennen im Radrennsport. Die Veranstaltung ist Teil des Skilanglauf-Weltcups und findet diesmal vom 29.12.2011 bis 8.1.2012 statt. Es werden innerhalb von elf Tagen neun Wettkämpfe ausgetragen. Die Athleten werden innerhalb der elf Tage in vier Austragungsorte und durch zwei Länder reisen. In diesem Jahr sind Oberhof, Oberstdorf, Toblach und Val di Fiemme die Stationen.

Der Wettbewerb wurde Ende 2006/Anfang 2007 zum ersten Mal ausgetragen. Zum Wettbewerb gehören Rennen sowohl in der klassischen als auch in der freien Technik.

Die Tour de Ski hat für die Athleten dieses Jahr einen ganz besonderen Stellenwert, da im Jahr 2012 keine Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele stattfinden.

Nachdem die Skilangläufer bereits in Oberhof und Oberstdorf gestartet sind geht es jetzt nach Italien, wo zunächst in Toblach vom 3. bis 5. Januar drei Rennen stattfinden und nach einem Ruhetag (6.1.) folgt das zweitägige Finale in Val di Fiemme am 7./8. Januar mit einem Massenstart und dem Schlussakkord, dem Aufstieg auf der Abfahrtspiste Alpe Cermis als Handicapstart.

Teilnehmer aus 26 Nationen haben gemeldet. Die gesamte Weltelite ist dabei, darunter alle bisherigen Sieger, u. a. auch mit Tobias Angerer aus Deutschland, dem Sieger der ersten Austragung. Im Vorjahr gewann der Schweizer Dario Cologna, der auch schon 2009 das Rennen als Gesamtsieger beendet hatte.

Harald Gleißner/sotschi-2014.RU