Skandal um den Ticketverkauf für London 2012 – Sotschi 2014 muss darunter leiden.

Skandal um den Ticketverkauf für London 2012 – Sotschi 2014 muss darunter leiden.

Sotschi. Grund für die Suspendierung des Ticket-Prozesses für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi ist ein Skandal um den illegalen Weiterverkauf von Olympia-Tickets für London 2012. Dieses meldet die Sonntagszeitung „The Sunday Times“.

Laut „The Sunday Times“ sollen Funktionäre und Mittelsmänner aus 54 Nationen Eintrittskarten für die olympischen Spiele in London zu Wucherpreisen verkauft haben. Das Ausmaß soll gewaltig sein. Der Präsident vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) Jacques Rogge verspricht Aufklärung bis im September.

Die Londoner Polizei hat „The Sunday Times“ zufolge Ermittlungen gegen autorisierte Tickethändler aus China, Serbien und Litauen eingeleitet. Laut „The Sunday Times“ wurden vergangene Woche im Rahmen der Anti-Betrugs-„Operation Podium“ Ermittlungen aufgenommen, nachdem die Beamten mehr als 20-stündiges Videomaterial gesichtet hätten, das ihnen die Zeitung zur Verfügung gestellt hatte. Nach Angaben des Blatts könnte es noch während der laufenden Sommerspiele mehrere Festnahmen geben.

Die Zeitung hatte die Videoaufzeichnungen auch dem IOC zur Verfügung gestellt. Sie zeigen demnach heimlich gefilmte Mitglieder verschiedener Nationaler Olympischer Komitees und offizielle Ticketverkäufer, die tausende Tickets aus den nationalen Karten-Kontigenten für den zehnfachen Preis verkaufen. Insgesamt sollen 54 Nationen gegen die IOC-Regeln verstoßen haben, mehr als ein Viertel der teilnehmenden Länder.

Ein Sprecher von Scotland Yard wollte den Zeitungsbericht zunächst nicht bestätigen. Er sagte lediglich, die Ermittler hätten im Rahmen der „Operation Podium“ seit Freitag 16 Verdächtige festgenommen. Zwei Schwarzmarkthändler, ein 57-jähriger Deutscher sowie eine 30-jährige Slowakin, seien offiziell beschuldigt worden.

Ende Mai hatte die „BBC“ bereits einen Ticketskandal enthüllt. Der Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, Wolodmir Geraschtschenko, hatte mit einem verdeckten Reporter über Eintrittskarten-Deals gesprochen. Er musste nach Bekanntwerden dieses Falls zurücktreten. Geraschtschenko wollte 100 der 2.900 für die Ukraine bestimmten Tickets für Bargeld verkaufen.

Nach den IOC-Regeln dürfen die nationalen olympischen Komitees die ihnen zur Verfügung gestellten Tickets nur im eigenen Land verkaufen. Selbständig oder über autorisierte Händler. Der Ticketpreis darf dabei um maximal 20 Prozent erhöht werden.

Ein IOC-Sprecher teilte mit: „Sotschi 2014 ist nicht von den Vorwürfen betroffen und wir arbeiten weiterhin eng mit ihnen zusammen, wie sie ihre Ticket-Programm für die Olympischen Winterspiele entwickeln können.“

Das Organisationskomitee „Sotschi 2014“ antwortete: „Wir werden alle Verfahren in angemessener Zeit und mit der Zustimmung des IOC bekannt geben. Es ist selbstverständlich, dass wir auch weiterhin eng mit dem IOC über die Entwicklung unseres Ticket-Programms zusammenarbeiten.“

sotschi-2014.RU