Ski-Rennläufer Alexander Choroschilow fehlt die Anerkennung in Russland. Foto: skigu.ru

Ski-Rennläufer Alexander Choroschilow fehlt die Anerkennung in Russland. Foto: skigu.ru

Sotschi. Vielen Athleten jubeln Millionen zu und es wird ihnen in der medialen Welt große Aufmerksamkeit gewidmet. Diese Sportler können es sogar zum Volkshelden bringen. Dann gibt es aber auch Sportler, die wenigstens genau so viel trainieren wie die „Stars“ und von denen kaum jemand etwas erfährt. So auch zum Beispiel der russische Ski-Rennläufer Alexander Choroschilow. Für Ski-Alpin interessieren sich in Russland nur wenige Sport-Fans und auch nicht unbedingt die Medien beklagt Choroschilow.

„Ich habe hier keine Fans“, klagt Alexander Choroschilow, der derzeit beste russische Alpine, im Vorfeld der Olympischen Heimspiele in Sotschi.

Was internationale Alpine-Stars wie der US-Amerikaner Bode Miller oder Aksel Lund Svindal aus Norwegen zeigen, interessiert die Sport-Fans in Russland wenig, genau wie Choroschilows Auftritte. „Es ist schlichtweg nicht allzu populär fürs Fernsehen“, sagt Choroschilow: „Wir haben in unserem Land zwar viel Schnee und es ist auch sehr kalt. Aber es dreht sich alles hauptsächlich um Eishockey.“

 

Die Eishockey-Nationalmannschaft Russlands und der ehemaligen Sowjetunion gewann neun Mal Gold bei Olympia, die Olympia-Geschichte der russischen Ski-Rennläufer dagegen ist deutlich weniger ruhmreich. Gerade zwei Medaillen haben Choroschilows Vorgänger eingefahren. Jewgenija Sidorowa gewann 1956 Slalom-Bronze für die Sowjetunion, 1994 holte Swetlana Gladischewa Silber im Super-G. Und obwohl sich Choroschilow auch mit Hilfe seiner amerikanischen Trainingspartner in den vergangenen Jahren enorm gesteigert hat, wird in Sotschi höchstwahrscheinlich keine Medaille hinzukommen.

Der 29-Jährige hat im Weltcup bisher als beste Platzierung einen beachtlichen achten Platz erreicht. Sein bestes Ergebnis in diesem Winter war ein zwölfter Rang beim Slalom Ende Januar in Schladming. „Das hat mir Selbstvertrauen gegeben“, sagt der Athlet, der an vier Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Winterspielen teilnahm.

Choroschilow steht an der Spitze einer neunköpfigen russischen Alpine-Mannschaft (sechs Männer, drei Frauen). Mag es auch keiner von ihnen in Sotschi aufs Sieger-Podest schaffen, so blickt Choroschilow doch zuversichtlich in die Zukunft. „Beim nächsten Mal können wir vielleicht von einer Medaille reden“, sagt er. Dann würde den russischen Ski-Rennläufern zumindest für diesen einen Tag die Aufmerksamkeit zuteil, die sonst nur den Kufencracks zuteilwird.

Alexander Choroschilow nahm an vier Juniorenweltmeisterschaften teil. Er gehörte zu den russischen Teilnehmern bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin, wo er in allen Disziplinen bis auf den Riesenslalom an den Start ging. Als bestes Ergebnis erzielte er den 22. Platz in der Kombination. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver startete in allen fünf Disziplinen und kam in jedem Rennen in das Ziel. Sein bestes Resultat erreichte er wiederum in der Super-Kombination, in der er 21. wurde. Auch in Slalom und Super-G fuhr er unter die besten 30. Choroschilow nahm bisher auch an vier Weltmeisterschaften teil. Seine besten Ergebnisse erreichte er 2009 in Val-d’Isère, als er in der Super-Kombination den zehnten und im Slalom den zwölften Platz erzielte.