Moskau. Die Freiwilligen des Organisationskomitees „Sotchi-2014“ sollen keine britischen Visa für die Reise zu den Olympischen Sommerspielen in London erhalten. Alle Visaunterlagen für die Freiwilligen wurden fristgerecht eingereicht. Die britische Seite erklärt die Verzögerung mit bürokratischen Formalitäten. Jetzt wird zwischen beiden Ländern verhandelt.

Die russischen Freiwilligen sollten hauptsächlich im Russischen Haus und im „Sotschi-Haus“ für die russische Gastfreundschaft sorgen. Bisher hat kein einziges Mitglied der Freiwilligengemeinschaft das britische Visum erhalten. In Russland wird diese Verzögerung nicht mit bürokratischen Schwierigkeiten als vielmehr mit einem politischen Hintergrund erklärt.

Alexander Lukaschewitsch, offizieller Sprecher des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten sagte, dass wegen der Verzögerung bei der Erteilung der Visa die Umsetzung des russischen Projektes in London stark gefährdet ist. Im Außenamt hofft man, dass der Skandal in Kürze beigelegt wird und die Freiwilligen bald in Großbritannien einreisen dürfen.

Russische Experten sehen dieses anders und äußerten, dass London auf diese Weise versuche seine politischen Probleme zu lösen und dieser Skandal auch ein Ausdruck der russlandfeindlichen Politik in England ist. Diese Meinung äußerte in einem Interview mit der Rundfunkgesellschaft „Stimme Russlands“ der russische Politologe, Sergej Markow.

London schafft damit wiederholt und mit Absicht künstliche Schwierigkeiten bei der Erteilung von Visa für russische Bürger. Bereits Anfang Juli wurde einigen Mitgliedern der russischen Delegation zum Internationalen Luftfahrt- und Weltraumsalon „Farnborough“ in London nicht termingemäß Visa ausgestellt. Laut den Experten, ist dieses skandalöse Verhalten der britischen Seite nur damit zu erklären, dass dieses ein Versuch ist, Russland in seiner Syrienpolitik unter Druck zu setzen.

Das russische Außenministerium sollte jetzt die notwendige Hartnäckigkeit für die Beilegung dieser Situation an den Tag legen. Die Olympischen Spiele sollen ein Fest des Sports und nicht der Politik sein. Damit bleibt wieder einmal die in der Olympischen Charta postulierte politische Neutralität ein Wunschtraum!

sotschi-2014.RU