Die junge Anastasia Sujewa kann sich über ihre erste Olympiamedaille riesig freuen.

Die junge Anastasia Sujewa kann sich über ihre erste Olympiamedaille riesig freuen.

London. Anastasia Sujewa und Jewgeni Korotischkin sind am vorletzten Tag der Schwimmwettbewerbe bei den Olympischen Spielen in London zu Silber geschwommen. Beim olympischen Gewichtheben der Männer im Halbschwergewicht gewann Apti Auchadow für Russland ebenfalls eine Silbermedaille. Das russische Olympiateam hat damit insgesamt bereits 23 Medaillen gewonnen.

Nachdem am Nachmittag Russland bereits drei Silbermedaillen gewonnen hatte (lese hier) gewann zuerst am Abend Anastasia Sujewa erneut Silber über 200 Meter Rücken, in hervorragenden 2:05,92 Minuten. Gegen die Siegerin, Missy Franklin aus den USA, hatte sie aber keine Chance. Die 17-jährige US-Schwimmerin stellte über ihre Paradestrecke in 2:04,06 Minuten einen neuen Weltrekord auf und unterbot damit die alte Bestmarke um stolze 7,5 Zehntelsekunden. Auf den dritten Platz kam Franklins Team-Kollegin Elizabeth Beisel in 2:06,55 Minuten.

Über 100 Meter Rücken war die 22-jährige Anastasia Sujewa noch um 17 Zehntelsekunden an Bronze vorbeigeschrammt. Über die nicht olympische Disziplin von 50 Meter Rücken ist Sujewa die amtierende Weltmeisterin von 2011. Sie gilt als als große russische Nachwuchshoffnung im Schwimmen.

Silber auch für Jewgeni Korotischkin

Gleich im nächsten Schwimmwettbewerb gab es wieder eine Silbermedaille für Russland. Jewgeni Korotischkin belegte in 51,44 Sekunden zeitgleich mit dem Südafrikaner Chad le Clos den zweiten Platz im 100 Meter Schmetterling. Den Sieg holte sich zum dritten Mal hintereinander bei Olympischen Spielen US-Superstar Michael Phelps in 51,21 Sekunden. Mit bisher drei Gold- und zwei Silbermedaillen schickt sich Phelps damit an, auch bei diesen Olympischen Spielen zum erfolgreichsten Athleten der Schwimmwettbewerbe zu werden.

Der 29-jährige Jewgeni Korotischkin ist eine feste Größe im Schwimmsport. Bereits 2003 gewann er Bronze bei den Weltmeisterschaften über 50 Meter Schmetterling. Zwei Europameistertitel von 2008 zählen ebenfalls zu seiner Erfolgsbilanz. Bei der Schwimm-EM in Budapest 2010 gewann er den Titel über 100 m Schmetterling.

Drama im Gewichtheben

Dramatik pur und Pech für Russland gab es am Abend im Gewichtheben der Männer, in der Gewichtsklasse bis 85 Kilogramm. Apti Auchadow aus Russland erreichte im olympischen Zweikampf 385 Kilogramm, genau so viel wie der Sieger Adrian Zielinski aus Polen. Wie bereits bei den Frauen am Freitagnachmittag musste sich Auchadow mit Silber zufrieden geben, weil er ein paar Gramm schwerer war als sein Konkurrent.

Das gleiche Schicksal war auch Natalja Sabolotnaja passiert, in der Entscheidung im Gewichtheben der Frauen in der Klasse bis 75 Kilogramm. Natalja Sabolotnaja und die Kasachin Swetlana Podobedowa lieferten sich ein packendes Duell und bewältigten exakt die gleiche Last von 291 Kilogramm im Zweikampf. Am Ende gab das um 220 Gramm geringere Körpergewicht von Podobedowa den Ausschlag für die Kasachin.

Dem erst 19-jährigen Apti Auchadow mit tschetschenischer Abstammung ereilte am Abend das gleiche Schicksal – 185 Gramm weniger Körpergewicht und wäre Olympiasieger. Er ist ein riesiges russisches Gewichthebertalent. 2011 wurde er bereits Europameister im Reißen und Vize-Europameister im Zweikampf, jeweils im Leichtschwergewicht.

Bei den Männern war nach dem Reißen alles so wie immer, in den mittleren Gewichtsklassen beim olympischen Gewichtheben – ein Chinese führte. Dieses Mal hieß er Lu Yung und riss 175 Kilogramm. Im Stoßen begann er bei 205 Kilogramm. Aber dann: Erster Fehlversuch – zweiter Fehlversuch und beim dritten Versuch bekommt er die Hantel nur leicht angehoben, danach lässt sich Lu Yung selbst fallen. Er lacht und er scheint erleichtert zu sein. Nicht jeder chinesische Gewichtheber beginnen erst dort, wo andere schon aufgehört haben – sie verlieren auch. Nie war ein „Platzen“ im Gewichtheben sympathischer.

Russen können stolz sein auf ihre Olympiamannschaft

Damit hat Russland jetzt insgesamt bereits 23 Medaillen (3 x Gold, 12 x Silber, 8 x Bronze) gewonnen. Damit liegt das russische Olympiateam auf dem dritten Platz in dieser Wertung – hinter den USA und China mit jeweils 43 gewonnenen Medaillen. Der geneigte Sportfan sollte nicht nur immer auf die Sieger schauen, auch ein zweiter oder dritter Platz berechtigt um auf dem Siegerpodest zu stehen und bringt jedem fairen Zuschauer genau so viel Freude. Der Athlet, der Zweiter oder Dritter bei einem sportlichen Wettkampf wird, hat nicht verloren – der Sportler hat eine Silber- oder Bronzemedaille gewonnen!

Hier finden Sie alle Ergebnisse in der Übersicht.

sotschi-2014.RU