Moskau. Einen Tag nach dem hinterhältigen Terroranschlag in Wolgograd traf sich Russlands Präsident Wladimir Putin mit Vertretern der muslimischen Gemeinde in Ufa. Der Präsident garantierte dabei sichere Olympische Spiele in Sotschi.

In Wolgograd haben die Behörden ihre Ermittlungen aufgenommen. Bei dem widerwärtigen Selbstmordattentat einer 30-jährigen Islamistin wurden sechs Menschen getötet und etwa 30 verletzt. Die Attentäterin soll aus dem russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus stammen. Bei der Frau handelte es sich um eine sogenannte „Schwarze Witwe”, die Ehefrau eines islamistischen Bandenführers.

Der Anschlagsort Wolgograd liegt rund 1.000 Kilometer von Sotschi entfernt, wo im Februar 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden werden. Die Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld der Winterspiele werden und wurden ständig verstärkt. Der Führer der radikalen Islamisten im Kaukasus, Doku Umarow, hatte seine Anhänger bereits mehrmals zu Angriffen auf die Olympischen Spiele aufgerufen. Umarow war in der Vergangenheit für zahlreiche Terroraktionen in Russland verantwortlich.

Präsident Putin sprach gestern in der Stadt Ufa auf einer Festsitzung anlässlich des 225. Gründungstags der Zentralen geistlichen Verwaltung der Moslems Russlands. „Der Islam wurde zu einem gewichtigen Faktor der gesellschaftspolitischen Lebens und leistete einen unschätzbaren Beitrag zur geistigen und kulturellen Entwicklung unserer Gesellschaft“, sagte Putin in seiner Festrede. „Es gibt politische Kräfte, die den Islam radikal ausnutzen. Das ist nicht typisch für russische Muslime. Diese Kräfte wollen den Staat schwächen und Konflikte schüren. So etwas kann auch von außerhalb Russlands organisiert werden.”

„Priorität in der Tätigkeit moslemischer Organisationen soll kein Streit über die Hoheit, sondern die Herbeiführung des positiven Bildes des traditionellen Islam als einer wichtigen geistigen Komponente der allrussischen Identität sein. Dieses wäre für die Erziehung der Jugendlichen, darunter der moslemischen, von großer Bedeutung. Leider sind junge Moslems seit langem zum wichtigsten Auditorium für unsere Gegner geworden“, führte Putin weiter aus.

Im November schließt Russlands Nationales Anti-Terror-Komitee seine Übungen zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele ab. Der Termin für die Übung wird geheim gehalten. In Sotschi wurde bereits sieben Mal der Ernstfall geprobt. Im September hatte die bis dato größte Übung unter Leitung von Vizepremier Dmitri Kosak stattgefunden. FSB-Chef Alexander Bortnikow betonte die Wichtigkeit der Abschlussübung in Sotschi. In 270 Olympiastätten werde das Zusammenspiel der einzelnen Sicherheitsstrukturen trainiert.