Die russische Mannschaft bei der Eröffnungsfeier.

Die russische Mannschaft bei der Eröffnungsfeier.

London. Queen Elizabeth II. hat die 14. Paralympischen Spiele eröffnet. Die Feier wurde von dem dreimal für den Oscar nominierten Hollywood-Regisseur Stephen Daldry inszeniert. In London feierten 62.000 Zuschauer die Eröffnung der Paralympics. Stephen Hawking führte als Erzähler durch die Show unter dem Motto „Enlightment“ – Aufklärung und Erleuchtung.

In London finden vom 29. August bis zum 9. September die umfangreichsten Paralympischen Spiele aller Zeiten statt. Die Paralympics sind mit rund 4.200 Athleten aus 165 Nationen die zweitgrößte Sportveranstaltung weltweit. Ein weiterer Meilenstein für die paralympische Bewegung.

14 Tage lebte London auf Olympia-Entzug – nun hält ein weiteres Sport-Spektakel die Stadt an der Themse in Atem. Die 14. Sommer-Paralympics sollen die größten, besten und erfolgreichsten Spiele behinderter Sportler werden, die es je gegeben hat. „Wer noch nie paralympischen Sport gesehen hat, den wird es vom Hocker hauen“, verspricht Sebastian Coe, Präsident des Organisationskomitees LOCOG.

Als Reise durch Raum und Zeit inszenierte Hollywoodregisseur Stephen Daldry („Billy Elliot“) die Eröffnungsfeier. Unter dem Motto „Enlightenment – Aufklärung und Erleuchtung“ erinnerte die Show an Großbritanniens Verdienste um die Wissenschaft und den Kampf gegen gesellschaftliche Vorurteile. Die Feier war zugleich eine Ehre für herausragende britische Wissenschaftler wie Isaac Newton oder dem Erzähler Stephen Hawking – der mittlerweile 70 Jahre alte Physiker, der an einer Nervenkrankheit leidet, zählt weltweit zu den bekanntesten Koryphäen seines Fachgebietes.

Im Mittelpunkt der Feier stand das kleine Mädchen Miranda, eine Figur aus Shakespeares Drama „Der Sturm“, die mit Hawking das Publikum aufforderte, auf eine virtuelle Reise durch die Historie der Wissenschaft zu gehen. Als Darsteller fungierte unter anderem der als „Gandalf“ in „Der Herr der Ringe“-Trilogie bekannt gewordene Schauspieler Ian McKellen. Die Hauptrolle der Miranda spielte die körperbehinderte Darstellerin Nicola Miles Wildin. Im ausverkauften Olympia-Stadion waren neben der Queen auch Prinz William und seine Frau Catherine anwesend.

Die Themse-Metropole feiert in diesem Sommer nicht nur die größten Spiele der Geschichte, sondern auch die Rückkehr der Paralympics auf die Insel. 1948 fanden in Stoke Mandeville die ersten Wettbewerbe für Behinderte statt. Als Gründervater gilt der deutsche Arzt Ludwig Guttmann. „Willkommen daheim“, sagte Organisationschef Coe.

4.200 Athleten aus 165 Ländern kämpfen jetzt um 1.509 Medaillen, 2,5 Millionen Besucher in den Sportstätten und ein Milliarden-Publikum weltweit vor den TV-Bildschirmen werden erwartet. London lädt zu den Paralympischen Spielen ein und will wie bei Olympia die Sportwelt mit perfekter Organisation und fantastischer Atmosphäre begeistern.

Die russische Mannschaft, die 163 Athleten zählt, tritt in 12 der insgesamt 20 Sportarten an. Bei den letzten Sommer-Paralympics 2008 in Peking belegte Russland den achten Platz im Medaillenspiegel mit 18 Gold-, 23 Silber- und 22 Bronzemedaillen.

Sechs Starterkategorien

Um Vergleichbarkeit, Chancengleichheit und Spannung zu gewährleisten, sind die Athleten mit ihren unterschiedlichen Behinderungen in sechs Hauptklassen eingeteilt. Diese werden in Unterklassen weiter differenziert. Die sechs Hauptklassen im Überblick:

Amputiert: Athleten, denen mindestens ein Hauptgelenk in einem Glied fehlt.

 

Cerebralparetiker: Athleten, die an einer Beeinträchtigung des Bewegungsablaufes und des Zusammenspiels der Muskulatur leiden, bedingt durch Schädigungen eines oder mehrerer Steuerzentren in der Entwicklung des Gehirns.

Sehbehinderte: Athleten, die in unterschiedlichem Maße sehbehindert sind bis hin zu völliger Blindheit.

 

Rollstuhlsportler: Athleten, die aufgrund von Lähmungen oder anderen Beeinträchtigungen ihrer unteren Gliedmaßen zur Ausübung ihres Sports einen Rollstuhl benutzen müssen.

Kleinwüchsige: Männer unter 1,45 m und Frauen unter 1,37 m Körpergröße.

„Les Autres“: Dieser Begriff umschreibt Athleten mit unterschiedlichen Behinderungen, die den Bewegungsapparat betreffen, die aber in keine der anderen vier Hauptklassen eingeordnet werden können.

 

 

 

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