Sechs Medaillen für Russland am zehnten Wettkampftag der Olympischen Spiele.

Sechs Medaillen für Russland am zehnten Wettkampftag der Olympischen Spiele.

London. Russland konnte bei den Olympischen Sommerspielen am Montag seine bisherige Goldbilanz fast verdoppeln. Weltmeisterin Julija Saripowa wurde Olympiasiegerin im 3.000 Meter Hindernislauf. Alan Chugajew gewann Olympia-Gold im griechisch-römischen Stil der Ringer, im Limit bis 84 Kilogramm. Die dritte Goldmedaille erturnte Alija Mustafina am Stufenbarren. Außerdem gewannen russische Sportler noch eine Silber- und zwei Bronzemedaillen.

Weltmeisterin Julija Saripowa wurde als Nachfolgerin ihrer russischen Landsfrau Gulnara Galkina Olympiasiegerin im 3.000-m-Hindernislauf. Die 26-Jährige aus Kasan dominierte das Rennen in persönlicher Bestzeit von 9:06,72 Minuten, vor der Tunesierin Habiba Ghribi in 9:08,37. Bronze ging in 9:09,84 Minuten an die Äthiopierin Sofia Assefa.

 

Der Russe Alan Chugajew hat im griechisch-römischen Stil der Ringer im Limit bis 84 Kilogramm Olympia-Gold gewonnen. Im Finale behielt er gegen den starken Ägypter Karam Gaber mit 3:0 die Oberhand.

Die russische Kunstturnerin Alija Mustafina hat in London olympisches Gold am Stufenbarren gewonnen. Die 17 Jahre alte Mehrkampf-Dritte wurde damit Nachfolgerin von He Kexin aus China, die Ex-Weltmeisterin belegte den zweiten Platz. Bronze holte sich die zweimalige Weltmeisterin Elizabeth Tweddle aus Großbritannien.

Turner Denis Abljasin aus Russland gewann mit 16,399 Punkten Silber im Sprung. Der südkoreanische Turner Hak Seon Yang hat wie erwartet die Goldmedaille am Sprung gewonnen. Der Weltmeister erhielt im Durchschnitt seiner beiden extrem schwierigen Sprünge 16,533 Punkte und sicherte sich bei seiner ersten Olympia-Teilnahme damit gleich den Sieg. Bronze ging an und den Ukrainer Igor Radivilov (16,316). Abljasin hatte sich bereits die Bronzemedaille am Boden erturnt.

Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa riss gleich ihre Anfangshöhe von 4,55 Meter im ersten Versuch. Sie sprang bei 4,65 Meter weiter und schaffte diese Höhe locker. Danach schafft sie 4,70 Meter. Bei 4,75 Meter fiel die Latte zwei Mal und Isinbajewa verzichte auf ihren dritten Sprung über diese Höhe. Sie hob sich diesen für 4,80 Meter auf. Das war aber nichts – sie scheiterte an 4,80 Meter. Damit gewinnt die große Favoritin im Stabhochsprung mit übersprungenen 4,70 Meter nur Bronze. Erste wurde Jennifer Suhr aus den USA vor der Kubanerin Yarisley Suilva, beide schafften 4,75 Meter – eine Höhe die Isinbajewa jederzeit hätte springen können und müssen.

Bronze im Kugelstoßen ging mit 20,48 Meter an die 22-jährige Russin Jewgenia Kolodko. Kolodko erzielte ihre 20,48 Meter im letzten Versuch. Die frühere Weltmeisterin Nadeschda Ostaptschuk aus Weißrussland hat erstmals Olympia-Gold im Kugelstoßen gewonnen. Die 31-Jährige erzielte im dritten Versuch die Siegerweite von 21,36 Meter und lag damit 66 Zentimeter vor der Neuseeländerin Valerie Adams (20,70), die in Peking unter ihrem Mädchennamen Vili Gold gewonnen hatte.

Die beiden russischen Top-Favoriten Dimitri Klokow und Chadschimurat Akkajew traten im Gewichtheben in der Gewichtsklasse bis 105 kg gar nicht erst an. Klokow und Akkajew hatten ihren Start kurzfristig abgesagt. Klokow, Olympiazweiter von Peking, verzichtete aufgrund von nicht näher spezifizierten gesundheitlichen Problemen. Das hatte der russische Sportminister Witali Mutko am Samstag mitgeteilt. Weltmeister Akkajew, gab der russische Gewichtheber-Verband an, habe sich nicht rechtzeitig von einer Rückenoperation erholt. So triumphierte der ukrainische Gewichtheber Alexej Torochtij. Er hob 412 kg im Zweikampf und setzte sich damit knapp vor dem Iraner Navab Nasirshelal (411) und Bartlomiej Bonk aus Polen (410) durch.

Bekannt wurde auch, dass Wladislaw Pawlowitsch und Igor Solotarjow als Trainer der russischen Fechter und der Schützen das Handtuch warfen und ihren Rücktritt ankündigten. Statt der eingeplanten sechs Medaillen haben die Fechter nur dreimal auf dem Siegerpodest gestanden, sagte Pawlowitsch. Die Schützen brachten sogar nur eine Bronze-Medaille aus London mit nach Hause.