Sotschi ist eine große Baustelle - anders ist das Projekt „Olympische Winterspiele 2014“ nicht zu bewältigen.

Sotschi ist eine große Baustelle – anders ist das Projekt „Olympische Winterspiele 2014“ nicht zu bewältigen.

Sotschi. Die Athleten, Funktionäre und Spezialisten sind voll des Lobes für den derzeitigen Stand der Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Im Hinblick auf Olympia sind die Bauarbeiten schon sehr weit vorangeschritten. Selbstverständlich gibt es auch Dinge die verbesserungsbedürftig sind.

An den beiden letzten Wochenenden erlebte das kleine Bergdorf Krasnaja Poljana (Schöne Lichtung), rund 50 Kilometer östlich von Sotschi gelegen, die ersten beiden internationalen Testwettkämpfe auf höchstem Weltcup-Niveau.

Dass der eine oder andere Sportler ein bisschen „moserte“, weil zum Beispiel die Kurssetzung der Herrenabfahrt „Rosa Chutor“ zu kurvenreich war und eher einem Super-G glich, wird auch persönlichen Geschmäckern zugeschrieben. Sollte dieses wirklich noch ein ernsthafteres Problem werden, woran aber niemand glaubt, sagte der Pistenkonstrukteur der Abfahrtstrecken – Bernhard Russi aus der Schweiz, dass es kein Problem sei die Streckenführung auch noch zu ändern. Und die wenigen Unzufriedenen hatten ihre Äußerungen am nächsten Tag auch bereits wieder relativiert. Zudem kann sich eine konstruktive Kritik der Rennfahrer und -fahrerinnen auch nur positiv auf die weitere Entwicklung auswirken.

Etwas lästig war schon, dass die Sportler, Trainer und Betreuer drei schärfste Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen mussten, bis sie von ihrem Hotel auf die Pisten kamen. Die Angst vor terroristischen Angriffen ist eben groß, deshalb wurde auch viel Aufwand zum Schutz der Athleten betrieben. Auf den Gipfeln saßen zum Beispiel rund 200 Scharfschützen, die auch alles überwachten.

Bevölkerung steht hinter Sotschi 2014

Sotschi 2014, wie das Olympiaprojekt genannt wird, beginnt allmählich Gestalt anzunehmen. Allen Unkenrufen zum Trotz legt Russland sich mächtig ins Zeug, um das Projekt zu stemmen. Wer jetzt bei den vielen Bauarbeiten an die Menschen denkt, die in Sotschi leben, und diese bedauern möchte – derjenige irrt sich. Der Umgang der Einheimischen mit dem Anlass und den Bauarbeiten ist kritisch aber auch sehr begeisterungsfähig und vor allem optimistisch.

Die Bevölkerung arbeitet nicht nur am Projekt Sotschi 2014 intensiv mit, sondern ist auch mit Leib und Seele dabei. Die Freude über das bisher erreichte ist einfach überschäumend. „Macher“ werden sogar von der Bevölkerung regelrecht abgeküsst, wie es dem Pistenkonstrukteur Bernhard Russi ergangen ist.

 

„Früher gab es hier im Dorf nur Holzwirtschaft und Bienenzucht“, sagte Alexander Belokobijlski, Direktor von Rosa Chutor: „Die Bewohner waren daher skeptisch gegenüber Veränderungen. Mittlerweile aber hat sich die Stimmung gewandelt.“ Auch die Einwände von Umweltschützern hätten durch Korrekturen in den Projekten und entsprechende Expertisen zerstreut werden können.

Russland stemmt ein riesen Projekt

Der Optimismus überwiegt in gesamt Russland für das Projekt Sotschi 2014. Man müsse das größere Ganze im Blick haben, meinen die Veranstalter. Sponsoren weisen aber auch darauf hin, dass das Problem nicht der Bau – sondern der Personalmangel im Dienstleistungssektor sein dürfte.

Jedenfalls gab es nur Wenige im Vorfeld, die Russland solch einen Kraftakt zugetraut hätten, geschweige das Projekt Sotschi 2014 termingerecht fertigzubekommen. Wer aber die Bautätigkeiten seit der Vergabe der Olympischen Spiele im Sommer 2007 kontinuierlich verfolgt hat, muss die bereits vollbrachten Leistungen hoch anerkennen.

Vierundzwanzig Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr arbeiten rund 50.000 Bauarbeiter dafür, dass Russland alle seine Prophezeiungen und Versprechen einhalten wird. Dafür ist die horrende Summe von umgerechnet mindestens 24 Milliarden Euro, mit der Sotschi zu den teuersten Winterspielen aller Zeiten werden wird, noch im normalen Bereich.

Investitionen in die Zukunft

Auch diese riesigen Geldsummen in Anbetracht der Situation, dass die Region Krasnodar und die Küstenstadt Sotschi von allem Neuen äußerst viel profitieren wird. Nicht nur die Olympischen Spiele werden in Sotschi und Umgebung ausgetragen – ab 2014 startet dann in Sotschi auch die Formel-1. Und 2018 werden dort Spiele der Fußballweltmeisterschaft ausgetragen. Krasnodar ist damit zu einer der attraktivsten russischen Regionen für neue Investitionen geworden.

Die russische Regierung beabsichtigt auch, dass die Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele, Sotschi zu einem attraktiven Ort über 2014 hinaus macht, mit neu entwickelter Infrastruktur. Premierminister Wladimir Putin sagte: „Wenn Sotschi nicht im Jahr 2007 gewonnen hätte, die Olympischen Winterspiele 2014 auszurichten, wäre es kaum zu so einem Niveau der Entwicklung -in den nächsten 100 Jahren- dort gekommen“.

Die Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele im Jahr 2014 lösen weiterhin auch viele soziale Probleme in der Stadt Sotschi. Es wurde und werden neue Häuser gebaut, medizinische – und pädagogischen Einrichtungen neu errichtet bzw. renoviert, es entstehen zigtausend neue Arbeitsplätze, wobei hier immer noch das Problem liegt – diese fachgerecht zu besetzen.

Wenn man weiß, dass die bisher neuentstandene Infrastruktur und die bisher fertiggestellten Sportstätten und Unterkünfte aus dem Nichts entstanden sind, kann man nur ganz tief seinen Hut vor allen Beteiligten ziehen. Selbstverständlich ist Sotschi und Umgebung im Moment noch eine große „Baugrube“. Anders ist dieses gigantische Projekt „Olympische Winterspiele 2014“ und die Zukunft der Region Krasnodar aber auch nicht aus dem Nichts zu realisieren.

 

sotschi-2014.RU