Moskau. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem verheerenden Flugzeugabsturz vom 7. September 2011 ist gestern der russische Eishockey-Verein Lokomotive Jaroslawl mit einem Sieg in die Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) zurückgekehrt. In seinem Auftaktmatch gewann das neuformierte Team bei Sibir Nowosibirsk mit 5-2 (1:1, 3:1, 1:0).

Am heutigen Freitag vor genau einem Jahr geschah der tragische Flugzeugabsturz in Jaroslawl. Um 15:59 Uhr am 7. September 2011 streifte die Maschine vom Typ Yak 42 kurz nach dem Start einen Sendemast, stürzte wenige Meter hinter der Startbahn ab und brannte vollständig aus. An Board waren die komplette Mannschaft von Lokomotive Jaroslawl und acht Besatzungsmitglieder, von denen nur der Bordingenieur überlebte – insgesamt mussten 44 Menschen sterben. Auch der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich war unter den Toten. Die Mannschaft war auf dem Weg zum ersten Saisonspiel in Minsk.

Mit einem Schweigemarsch begeht Jaroslawl und die gesamte Eishockeywelt heute diesen traurigen Jahrestag des Unglücks. Zehntausende werden in Jaroslawl erwartet, um an die Toten zu erinnern. Weltweit sind für heute Gedenkminuten organisiert. Die KHL benannte den Eröffnungspokal zwischen Meister und Vizemeister in „Lokomotive-Cup“ um, in Prag werden drei Straßen nach den verstorbenen tschechischen Profis benannt, in Jönköping der Flughafen für eine Stunde geschlossen. Auch in Deutschland, unter anderem in Köln und Straubing, erinnern Clubs am Wochenende an die Katastrophe.

Ein Jahr nach dem Unfassbaren in Jaroslawl hoffte gestern das ganze Land und die gesamte KHL auf einen gelungenen Neubeginn, der die Verstorbenen ehrt und ihrer gerecht wird. Dafür hatten die Verantwortlichen viel getan. Sie stellten Menschlichkeit über Profit. Eine ganze Saison lang setzte Lokomotive den regulären Spielbetrieb in der KHL aus. In der Juniorenliga und in der zweiten Spielklasse durften sich neu verpflichtete Nachwuchskräfte beweisen. Ab dem Frühling begann die Arbeit an der neuen ersten Mannschaft.

Die KHL hatte dem dreifachen Meister Lokomotive Jaroslawl auch gleich nach dem Unglück einen sicheren Startplatz für die Saison 2012/13 zugesichert und so begann gestern der Neubeginn. Alexander Schernikow, Mikelis Redlihs, Staffan Kronwall mit einem Doppelpack und Daniil Apalkow trafen für Jaroslawl, Arturs Kulda hatte zunächst die 1-0 Führung für Sibir erzielt. Zum 2-2 traf Nikita Zaitsew für Nowosibirsk. Dieses war nicht nur ein gelungener sonder ein ehrenwürdiger Neubeginn und Start in die KHL-Saison.