Das Projekt „Sotschi 2014“ ist im Plan und erfährt viel Zustimmung in der Bevölkerung, nur die Situation im Nordkaukasus bringt Kopfschmerzen.

Sotschi. Der Präsident des Organisationskomitees „Sotschi 2014“ Dmitri Tschernyschenko hat gestern, 500 Tage vor der Eröffnung der XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi, den Slogan von Olympia 2014 bekannt gegeben. Fast die gesamte Bevölkerung im flächenmäßig größten Land der Welt ist sehr stolz auf die Winterspiele und steht geschlossen hinter dem Projekt. Kopfzerbrechen bereitet dagegen die Sicherheitslage im Nordkaukasus.

„Die genaue und kreative Formulierung ermöglicht es, in drei Worten die ganze Vielfalt und den Charakter Russlands zu zeigen“, so Dmitri Tschernyschenko zum Olympia-Slogan „Hot. Cool. Yours.“. Er ergänzte: „Der Slogan beziehe sich zudem auf die Leidenschaft des Sports, die Jahreszeit und die Wahrnehmung Russlands in der Welt sowie die Olympischen Spiele für Jedermann.“

Das Wort „Hot“ enthält die höchste Spannung der sportlichen Leidenschaften und einen indirekten Hinweis auf den Austragungsort der Winterspiele, die unter subtropischen Klimaverhältnissen stattfinden werden.

„Cool‘ symbolisiert die Jahreszeit sowie das Image Russlands in den Augen der ganzen Welt – rau, aber gastfreundlich. Und „Yours“ steht für eine Olympiade von jedem Einzelnen, eine Olympiade des ganzen Landes – die Verkürzung von Entfernungen, Zusammengehörigkeitsgefühl und alles, was von der Wichtigkeit des Ereignisses für alle russischen Bürger zeugt, zitierte die Sport-Zeitung „Sport-Express“ Tschernyschenko.

Am 25. September waren es genau 500 Tage bis zu den ersten Olympischen Winterspielen in Russland. Deshalb fanden gestern auch in 17 Städten Russlands verschiedene Sport- und Musikveranstaltungen statt. Höhepunkt war ein landesweiter Flashmob. Auf öffentlichen Plätzen, in Stadien und Sportanlagen stellten 12.000 freiwillige Helfer aus ganz Russland die Piktogramme der olympischen Sportarten überdimensional dar. Außerdem stimmten viele Konzerte und Sportveranstaltungen auf die heiße Phase der Vorbereitung auf Olympia ein.

Die Olympischen Winterspiele finden vom 7. bis 23. Februar 2014 in Sotschi statt. Die bisher einzigen Olympischen Spiele in Russland waren im Sommer 1980 in Moskau.

Russen sind sehr stolz auf „Sotschi 2014″

Sotschi 2014, wie das Olympiaprojekt genannt wird, beginnt allmählich Gestalt anzunehmen. Allen Unkenrufen zum Trotz legt Russland sich mächtig ins Zeug, um das Projekt zu stemmen. Wer jetzt bei den vielen Bauarbeiten an die Menschen denkt, die in Sotschi leben, und diese bedauern möchte – derjenige irrt sich. Der Umgang der Einheimischen mit dem Anlass und den Bauarbeiten ist kritisch aber auch sehr begeisterungsfähig und vor allem optimistisch.

Die Bevölkerung arbeitet nicht nur am Projekt Sotschi 2014 intensiv mit, sondern ist auch mit Leib und Seele dabei. Die Freude über das bisher erreichte ist einfach überschäumend. „Macher“ werden sogar von der Bevölkerung regelrecht abgeküsst, wie es dem Pistenkonstrukteur Bernhard Russi ergangen ist.

„Früher gab es hier im Dorf nur Holzwirtschaft und Bienenzucht“, sagte Alexander Belokobijlski, Direktor von Rosa Chutor: „Die Bewohner waren daher skeptisch gegenüber Veränderungen. Mittlerweile aber hat sich die Stimmung gewandelt.“ Auch die Einwände von Umweltschützern hätten durch Korrekturen in den Projekten und entsprechende Expertisen zerstreut werden können.

Auch private Investitionen in der Region haben seit dem Zuschlag für die Winterspiele noch einmal deutlich zugenommen. Der rasante Bau aller Wettkampfstätten und der Infrastruktur ist einfach beispiellos und gigantisch. 350 Straßenkilometer und 200 Kilometer Schienen werden derzeit gebaut und mittlerweile verbindet auch ein Expresszug die Stadt mit dem modernen neuen Flughafen. In Sotschi selbst werden Hotels mit rund 20.000 Zimmern gebaut und die Wettkampfstätten mussten alle komplett neu entstehen.

Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) haben sich bei ihren letzten Besuchen in Sotschi allesamt mit dem Stand der Vorbereitungen Sotschis sehr zufrieden gezeigt.

Terrorgefahr ist allgegenwärtig

Die russischen Behörden haben kürzlich die massiven Sicherheitsvorkehrungen präsentiert, die vor den Winterspielen 2014 in Sotschi in Kraft gesetzt werden. (sotschi-2014.RU berichtete) Die Behörden haben auch gute Gründe zur Besorgnis. Den Organisatoren bereitet die Sicherheitslage in der Region großes Kopfzerbrechen.

In Teilen des Kaukasus unweit von Sotschi kommt es immer wieder zu Anschlägen islamistischer Aufständischer. Verschiedene Mitglieder terroristischer Banden aus dem Grenzgebiet der Nordkaukasus-Teilrepubliken Tschetschenien und Dagestan unter Führung des selbsternannten „Emir des Kaukasischen Emirats“, Doku Umarow, drohen Moskau fortlaufend mit Anschlägen. In einer Entschließung forderte das von der Kremlpartei Einiges Russland dominierte Parlament der Nordkaukasusrepublik Kabardino-Balkariens von der Führung in Moskau zusätzliche Maßnahmen der Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Terroristen.

Georgien warf Russland sogar ethnische Vertreibungen vor, der Internationale Gerichtshof wies die Klage aber ab.