Moskau. Der erste Grand-Prix von Russland in der Formel 1 ist für 2014 in Sotschi geplant. Im Vorfeld findet nächste Woche vom 18. bis 19. Oktober das erste Motor Sport Business Forum auf russischen Boden statt. Der russische Motorsport-Verband (RAF) fühlt sich aber von diesem Business-Forum übergangen.

Der RFA (Russian Automobile Federation) distanziert sich jetzt von diesem Motor Sport Business Forum, welches in Moskau stattfinden soll. Der Grund dafür ist: Der RAF wurde in die Organisation im Vorfeld nicht mit eingebunden und wurde auch nicht rechtzeitig davon informiert, dass dieses Forum überhaupt geplant ist.

Jetzt rät der RFA sogar vom Besuch dieses Forums ab. Man spricht der Veranstaltung in einer Presseerklärung zwar nicht die Bedeutung ab, aber es hieß: „Der russische Motorsport-Verband hatte keine Zeit sich ordentlich auf dieses Forum vorzubereiten und seine Ideen zu verwirklichen.“

Auch das Organisationskomitee dieser Veranstaltung wird kritisiert: „Das Organisationskomitee habe sich auch selbst schlecht vorbereitet“. Weiterhin wird vom russischen Motorsport-Verband die angeblich schwach besetzte Gästeliste kritisiert. Es haben aber Persönlichkeiten wie Ex-Formel-1-Pilot Alexander Wurz, Nürburgring-Geschäftsführer Jörg Lindner und FIA-GT-Promoter Stephane Ratel ihre Teilnahme zugesagt.

Das Motor Sport Business Forum in Moskau, im neusten Moskauer 5-Sterne-Hotel „Lotte“ soll die erste Gelegenheit sein, die Verantwortlichen des russischen Motorsports mit den führenden Namen der internationalen Motorsport-Industrie zusammen zu bringen.

Die Veranstaltung soll aus Vorträgen, Präsentationen und Networking-Veranstaltungen bestehen. Das Business-Forum soll eine Plattform für russische Unternehmen sein, um die globalen geschäftlichen und technologischen Möglichkeiten, die die Welt des Motorsports bietet, zu erkunden. Weiterhin soll internationalen Motorsport-Teilnehmern (Teams, Veranstalter und Sponsoren) die Möglichkeit geboten werden, um Geschäftsbeziehungen mit russischen Partnern zu eröffnen.

Die RAF kündigte jetzt an, dass sie in den nächsten Monaten mehrere Konferenzen und Meetings selbst abhalten möchte. Das ist bestimmt auch sehr nützlich, nur ob das derzeitige Kompetenzgerangel des russischen Motorsport-Verbandes insgesamt dienlich ist, für den ersten Grand-Prix von Russland in Sotschi, bleibt abzuwarten.

Weiterer Stolperstein droht auch noch

Weiterhin kann es unter Umständen noch einen weiteren Stolperstein für den ersten Grand-Prix von Russland in Sotschi geben. Trotz des bereits abgeschlossenen Vertrags mit Bernie Ecclestone ist der Grand-Prix in Sotschi noch nicht sicher. Zum Stolperstein könnten die Olympischen Winterspiele werden.

Denn das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Bedenken, ob Sotschi zwei solche Großveranstaltungen im gleichen Jahr veranstalten kann. IOC-Exekutivdirektor Gilbert Felli sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AP: „Wir wollen nicht riskieren, dass der Bau der Anlage für den Grand-Prix den Bau der Anlagen für die Olympischen Winterspiele gefährdet.“

Weiterhin wies Felli darauf hin: „Im Vertrag, den Russland unterschrieben hat, gibt es eine Klausel, die besagt: Wenn das IOC entscheidet, dass es nicht machbar ist, dann muss der Grand Prix auf 2015 verschoben werden. Diese Entscheidung liegt beim IOC.“

Harald Gleißner/sotschi-2014.RU