Moskau. Eine neue Version vom Schicksal der russischen Fußball-Nationalmannschaft – Alexander Borodjuk soll amtierender Chef-Trainer und später vom Italiener Fabio Capello ersetzt werden. Zuvor soll aber die Nachfolge von Sergej Fursenko als Chef des russischen Fußballverbandes (RFS) geklärt werden. Heute sagte der erste Stellvertretende Ministerpräsident Wiktor Subkow für diese Amt ab.

In den nächsten Tagen könnte der amtierende Chef-Trainer von Russlands Fußball-Nationalmannschaf Alexander Borodjuk heißen. Es wird davon ausgegangen, dass er die Sbornaja beim Freundschaftsspiel, zur Vorbereitung auf die WM-Qualifikation, gegen die Elfenbeinküste am 15. August betreut.

Der russische Fußballverband wird versuchen mit der Führungsetage von Dynamo Moskau, wo Borodjuk Vice-Präsident ist, über ein Arrangement desselben in der Nationalmannschaft zu verhandeln. Zur gleichen Zeit erwägt der russische Fußballverband die Möglichkeit einer Verpflichtung vom Italiener Fabio Capello, der nach dem Ausscheiden aus seinem Amt als Trainer der englischen Nationalmannschaft im Februar dieses Jahres arbeitslos ist.

Der 66-jährige Capello war auch bereits ein Kandidat für die Position des Chef-Trainers bei Anschi Machatschkala, aber Machatschkala wählte Gus Hiddink. Capello wäre bereit das Amt des Chef-Trainers bei der Sbornaja zu übernehmen.

Vita von Fabio Capello

Fabio Capello war zu seiner aktiven Zeit in den 70er Jahren Mittelfeldspieler bei Juventus Turin und bei der italienischen Nationalmannschaft. In Italien erlangte er vor allem aufgrund seines 1973 erzielten Tores gegen England (1:0) Berühmtheit, was Italien zum ersten Sieg im Wembley-Stadion führte. Insgesamt spielte er 32 Mal für die Squadra Azzurra und erzielte dabei acht Tore. Er nahm an der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland teil, die jedoch für die italienische Mannschaft bereits nach der 1:2-Niederlage gegen Polen in der Vorrunde endete.

1991 wurde er Trainer von AC Mailand. In insgesamt fünf Jahren führte er den Verein 1994 mit einem 4:0-Finalsieg über den FC Barcelona zum Gewinn der UEFA Champions League und zu vier Meistertiteln. Nach einer Saison bei Real Madrid, mit dem er 1997 den spanischen Titel gewann, kehrte er für eine Saison zum AC Mailand zurück.

Ab 1999 war Capello Trainer des AS Rom, den er 2001 zur italienischen Meisterschaft führte. Ab 2004 trainierte er Juventus Turin, wo er Marcello Lippi ablöste und zwei Meistertitel errang. Im Juli 2006 gab er die einseitige Auflösung des Vertragsverhältnisses mit Juventus bekannt und wechselte erneut als Cheftrainer zu Real Madrid, wo er im Juli 2006 einen 3-Jahres-Vertrag unterzeichnete. Auch dort konnte er auf Anhieb den Gewinn der Meisterschaft feiern und genießt in Madrid einen ausgezeichneten Ruf. Im Juni 2007 wurde er von Real allerdings trotz des gewonnenen Meistertitels als Trainer entlassen. Man kritisierte seine Mannschaftspolitik und sein defensives Spielsystem.

Am 14. Dezember 2007 bestätigte der englische Fußballverband die Verpflichtung Capellos als Nachfolger des entlassenen Steve McClaren. Er führte die Mannschaft nach einer erfolgreichen Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 nach Südafrika. Die Mannschaft konnte in der Endrunde die Erwartungen jedoch nicht erfüllen und schied im Achtelfinale nach einer 1:4-Niederlage gegen Deutschland aus. Am 8. Februar 2012 trat er von seinem Amt in England zurück, nachdem es mit dem Verband Streit um die Absetzung des Kapitäns John Terry gab. Terry wurde von seinem Amt aufgrund von Rassismusvorwürfen enthoben.

Vita von Alexander Borodjuk

Der 49 jährige Alexander Borodjuk spielte für die sowjetische und russische Nationalmannschaft. Der ehemalige Angriffsspieler war Ende der 80er Jahre mehrfacher Torschützenkönig der sowjetischen Liga, sowie Anfang der 90er Jahre Topscorer von Schalke 04. Er nahm an zwei Weltmeisterschaften teil und wurde 1988 Olympiasieger mit der Auswahl der Sowjetunion. Als Trainer ist er meist als Assistent beschäftigt gewesen, war aber auch vom Dezember 2005 bis Juni 2006 Übergangsnationaltrainer Russlands.

Borodjuk wechselte 1989 zum FC Schalke 04, zunächst in der 2. Liga, wo er in 61 Spielen 29 Tore erzielte. Er war damit der erste russische Spieler, der in die Bundesliga wechselte. Nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga absolvierte er dort bis 1994 insgesamt 63 Spiele (12 Tore). In der Saison 1993/1994 wechselte Borodjuk zum SC Freiburg, für die er 20 Partien als Mittelfeldspieler bestritt. Sein letztes Fußballjahr in Deutschland erlebte er, wiederum als Stürmer, in der Saison 1995/1996 bei Hannover 96.

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