(von Jürgen Mayer) Moskau. Bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 im eigenen Land half der Ukraine auch die ganze Erfahrung von Andrej Schewtschenko nichts. Der Co-Gastgeber musste sich bereits nach der Vorrunde aus dem Turnier verabschieden. Mit dem Ausscheiden bei der EM gab auch Schewtschenko sein Aus in der Nationalmannschaft bekannt. Ob der 35-Jährige auch seine Klubkarriere an den Nagel hängt, ließ er offen.

Der Stürmerstar dürfte sich wohl eingehend Gedanken über sein Karriereende gemacht haben, jedoch scheint er bislang noch zu keinem Entschluss gekommen zu sein. Sein Heimatverein Dynamo Kiew würde nach seiner tollen Leistung bei der EM gerne mit ihm verlängern. Neben Kiew soll aber auch ein Verein aus der nordamerikanischen Major League Soccer an den Diensten des Altstars interessiert sein.

„Ich habe mich noch nicht entschieden, wie meine Zukunft aussieht“, sagte der 35-Jährige am Montag in Kiew. „Ich weiß noch nicht, ob ich mit dem Fußball weitermache, in der Ukraine bleibe oder das Land verlasse.“

Für so einige renommierte Klubs ging Schewtschenko im Laufe seiner Karriere auf Torejagd. Die erfolgreichste Zeit aber, erlebte er beim AC Mailand, wo er in 208 Einsätzen 127 Tore erzielte und das Pokalfinale der UEFA Champions League gewinnen konnte. Nach der WM 2006 in Deutschland angelte sich Chelsea London den Ukrainer für 46 Millionen Euro. Jedoch blieb der erwartete Erfolg aus. Schewtschenko konnte nicht mehr an seine Leistungen aus Italien anknüpfen. In seiner Zeit an der Stamford Bridge spielte er allenfalls mittelmäßig.

Mit zwei Toren gegen Schweden konnte er sich von den ukrainischen Fans nun würdevoll verabschieden und für einen Achtungserfolg seines Landes sorgen. In den Sportwetten hatten es die Ukrainer in einer Gruppe mit Frankreich und England von Beginn an schwer. Nationalcoach Oleg Blochin bezeichnete das Nationalmannschafts-Aus des Stürmerstars als „großen Verlust.“ Blochin sagte, dass ein Nachfolger für den 35-Jährigen nicht in Sicht wäre und es einen Spieler seiner Qualität wohl auch in naher Zukunft nicht geben wird. „Den jungen ukrainischen Spielern fehlt das Können, das Schewtschenko hat, das ich hatte, das Cristiano Ronaldo hat, das Lionel Messi hat und sie von anderen unterscheidet“, schwärmte der Ukraine-Coach von seinem zurückgetretenen Star.

Autor: Jürgen Mayer

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