Moskau. Im ersten von drei Testspielen auf dem Weg zur Fußball-Europameisterschaft 2012 trennte sich gestern Russland in Moskau vom Dritten der FIFA-Weltrangliste Uruguay 1:1 (0:0) Remis. Dieses Ergebnis entsprach auch dem Spielverlauf und war gerecht. Uruguay hatte in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile, diese hatte die Sbornaja in der zweiten Spielhälfte.

Insgesamt gesehen spielte die russische Fußball-Nationalmannschaft nicht schlecht. Es war aber auch ganz deutlich in diesem Testspiel zu erkennen, dass noch viel Arbeit vor dem Team um Cheftrainer Dick Advocat innerhalb der nächsten 14 Tage vor der EM liegt. Noch ist die Sbornaja lange nicht eingespielt und war auch streckenweise zu unkonzentriert.

Trotz des freundschaftlichen Status dieses Spieles wurde das Spiel in einem eher starren und kompromisslosen Kampf ausgetragen. Nachdem die ersten 45-Minuten torlos endeten brachte Luis Suarez die Gäste in der 48. Minute in Führung. Der in der Halbzeitpause eingewechselte Alexander Kerschakow von Zenit St. Petersburg stellte im Gegenzug eine Minute später (49.) den Ausgleich her.

„Wir haben gegen eine starke Mannschaft gespielt und waren in der Lage, ein anständiges Ergebnis zu erzielen. Uruguay ist ein sehr gefährlicher Gegner, aber wir konnten selbst viele gefährliche Situationen vor dem gegnerischen Tor erarbeiten und einen modernen Fußball demonstrieren. Der Gegner kontrollierte das Spiel in der ersten Hälfte, wir sahen in den zweiten 45-Minuten besser aus, dank der Veränderung des Abwehrverhaltens der gesamten Mannschaft in der zweiten Halbzeit“, sagte der Chefcoach der Sbornaja Dick Advocaat.

„Wir haben unser Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft. Das Wichtigste ist, für das erste Gruppenspiel gegen Tschechien gerüstet zu sein“, ergänzte Advocaat.

Uruguay ist der WM-Vierte der letzten Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, während Russland sich für dieses Turnier nicht qualifiziert hatte und derzeit nur Platz 11 der FIFA-Weltrangliste belegt.

Am Dienstag bestreitet Russland ein weiteres Test-Länderspiel gegen Litauen, ehe am 1. Juni die EM-Generalprobe gegen Italien innerhalb des Trainingslagers in der Schweiz ansteht.

Endgültiger EM-Kader bestimmt

Nach dem Remis gegen Uruguay nominierte Dick Advocat seinen endgültigen 23-Mann-Kader für die EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli), bei der Russland in der Vorrundengruppe A auf Tschechien, Polen und Griechenland trifft.

Angeführt wird die Sbornaja von Kapitän Andrej Arschawin. Im Aufgebot stehen bis auf den ehemaligen Stuttgarter Angreifer Pawel Pogrebnjak (FC Fulham) und Marat Ismailow (Sporting Lissabon) nur Spieler aus der russischen Premier-Liga. Arschawin gehört zwar noch dem FC Arsenal London, spielte aber zuletzt bei Zenit St. Petersburg. Im Tor hat Stammtorhüter Igor Akinfejew das Vertrauen von Advocaat.

EM-Kader Russlands:

Tor: Igor Akinfejew (ZSKA Moskau), Wjatscheslaw Malafejew (Zenit St. Petersburg), Anton Schunin (Dynamo Moskau)

Abwehr: Alexander Anjukow (Zenit St. Petersburg), Alexej Beresuzki (ZSKA Moskau), Sergej Ignaschewitsch (ZSKA Moskau), Roman Scharonow (Rubin Kasan), Wladimir Granat (Dynamo Moskau), Kirill Nababkin (ZSKA Moskau)

Mittelfeld: Igor Denisow (Zenit St. Petersburg), Roman Schirokow (Zenit St. Petersburg), Konstantin Syrjanow (Zenit St. Petersburg), Juri Schirkow (Anschi Machatschkala), Alan Dsagojew (ZSKA Moskau), Igor Semschow (Dynamo Moskau), Denis Gluschakow (Lok Moskau), Marat Ismailow (Sporting Lissabon), Dmitri Kombarow (Spartak Moskau)

Angriff: Andrej Arschawin (Arsenal), Alexander Kerschakow (Zenit St. Petersburg), Roman Pawljutschenko (Lok Moskau), Alexander Kokorin (Dynamo Moskau), Pawel Pogrebnjak (Fulham)

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