Warschau. Gestern Abend um acht Uhr ist die russische Fußball-Nationalmannschaft im Hotel „Le Meridian Bristol“ in Warschau eingetroffen. Mehrere hundert Fußball-Fans empfingen begeistert die Mannschaft in ihrem Europameisterschafts-Quartier.Heute wird das Team ein erstes Mannschaftstraining absolvieren.

Kurz vor Ankunft des russischen Teams liefen im Hotel „Le Meridian Bristol“ noch die letzten Vorbereitungen für den Empfang der Sbornaja. Der Portier und einige Mitarbeiter zogen sich über ihre weiße Uniform, Shirts mit scharlachroten Blüten – ein Symbol für die russische Nationalmannschaft bei der EURO-2012. Später ging der Portier auf den Balkon und hisste neben der polnischen Flagge, die Fahne Russlands.

Unter den Sirenen der Begleitfahrzeuge fuhr dann um 20:00 Uhr (MEZ) der russische Mannschaftsbus mit allen Akteuren vor. Alle Spieler kamen in Zivilkleidung – in attraktiven dunklen Anzügen mit Nadelstreifen und zeigten ein extremes Maß an Konzentration. Sie gaben Autogramme aber beantworteten nur kurz die ersten Journalisten-Fragen.

Auf eine Frage nach der Stimmung im Team, lächelte Juri Schirkow und antwortete kurz: „Gut.“ Wjatscheslaw Malafeew auf die Frage, wie der Flug war: „Er war großartig.“

Chefcoach Dick Advocaat zeigte sich da schon etwas gesprächsfreudiger und sagte in einem ersten Interview: „Wir sind definitiv im Aufschwung. Wir verbessern uns von Spiel zu Spiel“. Das Italien-Spiel hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Wir sind auf dem richtigen Weg. Ich glaube, wir machen alles richtig.“

Er gestand aber auch ein, dass es im Defensivbereich noch einiger Verbesserungen bedarf. „Wir haben bisher zu viele Chancen zugelassen. Das muss sich ändern“, ergänzte Advocaat. „Mit dem körperlichen Zustand meiner Spieler nach zweiwöchiger Vorbereitung bin ich aber sehr zufrieden.“

Als die russische Delegation im Hotel verschwunden war, lenkte eine kleine Gruppe von Menschen mit zwei Plakaten die Aufmerksamkeit auf sich. Diese erinnerten an die Opfer des Flugzeugabsturzes bei Smolensk, am 10. April 2010, bei dem Polens damaliger Staatspräsident Lech Kaczynski und seine Ehefrau Maria Kaczynska um Leben gekommen waren. Diese Gruppe blieb noch für einige Stunden vor dem Hotel stehen.

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