Die Ukraine hat eine schwere Gruppenphase zu überstehen, um sich für die K.O.-Spiele zu qualifizieren.

(von Jürgen Mayer) Moskau. Die EURO 2012 findet neben Polen auch in der Ukraine statt. Neben der Gastgeberrolle, was für den Staat, der seit 1991 unabhängig ist, außergewöhnlich ist, bestreitet die Ukraine das erste Mal auch die Endrunde einer Fußballeuropameisterschaft. Allerdings musste man sich als Gastgeberland nicht für das Endturnier qualifizieren.

Vieles habe man getan, um die Nationalmannschaft zu unterstützen, um die EM zu bekommen, erklärte Verbandspräsident Grigory Surkis in einem Interview und fügte hinzu, dass jetzt die Spieler und Trainer an der Reihe seien, um den politischen und vor allen Dingen finanziellen Aufwand zu rechtfertigen.

Mit England, Frankreich und Schweden haben es die Ukrainer mit großen Nationen im europäischen Fußball zu tun. Oleg Blochin, Trainerlegende der Ukraine, weiß, dass man sich gegen solch starke Gegner keine Niederlage leisten darf. „Natürlich ist der Heimvorteil ein Plus, aber auch eine große Verantwortung“, erklärte der frühere Star von Dynamo Kiew. Ein Ausscheiden in der Gruppenphase käme aus seiner Sicht einer Katastrophe gleich. „Unsere Aufgabe ist es, die EURO zu gewinnen.“ Ob die Ukraine diesen Weg gehen kann, erfahren Sie immer brandaktuell auf euro2012.youwin.com/de.

Die Ausgangslage für die ukrainische Nationalmannschaft ist gerade in der Defensive alles andere als gut. Mit Alexander Schowkowski und Alexander Rybka fallen die zwei gesetzten Torhüter für die Europameisterschaft aus. Nun muss Andrej Pjatow von Meister Schachtjor Donezk zwischen den Pfosten sein Bestes geben.

Kapitän ist der beim FC Bayern München aktive defensive Allrounder Anatoli Timoschtschuk, der gleichzeitig auch Rekordnationalspieler mit 114 Einsätzen ist. Er und sein genialer Sturmpartner, Sturmlegende und Ex-Milan-Star, Andrej Schewtschenko, werden alles daran setzen, die heimischen Fans nicht zu enttäuschen, sondern mit Offensivfußball zu verzaubern. Dass die Ukraine offensiv spielen kann zeigten sie im November 2011, als man gegen die deutsche DFB-Auswahl ein 3:3 Unentschieden holte. Im letzten Testspiel gegen Estland kamen die Gastgeber auf ein 4:0.

Als neutraler Beobachter der Gruppe D, wird man erkennen, dass die Ukraine zwar den Heimvorteil im Rücken hat, aber damit auch viel Druck auf den Spielern des Gastgeberlandes lastet. Sich gegen England und Frankreich durchzusetzen wird schwierig und Schweden mit Superstar Zlatan Ibrahimovic darf man auch nicht unterschätzen. Der Ukraine kann das gleiche Schicksal wie Österreich und der Schweiz 2008, nämlich das Aus in der Vorrunde, drohen.

Das ukrainische Aufgebot:

Tor: Andrej Pjatow (Schachtjor Donezk), Alexander Horjainow (Metalist Charkow), Maxym Kowal (Dynamo Kiew)

 

Abwehr: Alexander Kutscher (Schachtjor Donezk), Jaroslaw Rakizki (Schachtjor Donezk), Wjatscheslaw Schewtschuk (Schachtjor Donezk), Jewhen Chatscheridi (Dynamo Kiew), Taras Michalik (Dynamo Kiew), Jewhen Selin (FK Worskla Poltawa), Bohdan Butko (Illitschiwez Mariupol)

 

Mittelfeld: Alexander Alijew (Dynamo Kiew), Denis Garmasch (Dynamo Kiew), Oleg Gusew (Dynamo Kiew), Andrej Jarmolenko (Dynamo Kiew), Jewhen Konoplianka (Dnepr Dnepropetrowsk), Ruslan Rotan (Dnepr Dnepropetrowsk), Sergej Nasarenko (Tawrija Simferopol), Anatoli Timoschtschuk (Bayern München)

 

Sturm: Artem Milewski (Dynamo Kiew), Andrej Schewtschenko (Dynamo Kiew), Marco Devic (Metalist Charkow), Andrej Woronin (Dynamo Moskau), Jewhen Selesniow (Schachtjor Donezk)

Anatoli Timoschtschuk vom FC Bayer München wird der Kapitän der Ukraine sein.

Autor: Jürgen Mayer