Aufregung auf etlichen Plätzen in Russlands Premier-Liga.

Aufregung auf etlichen Plätzen in Russlands Premier-Liga.

Moskau. In der Tabelle der russischen Fußball-Premier-Liga gab es am letzten Wochenende keine großen Veränderungen, außer das ZSKA Moskau seinen Vorsprung noch ausbauen konnte. Dafür gab es aber reichliche Emotionen am Rande der Spiele in St. Petersburg und in Grosny. Dynamo Moskau mit Kevin Kuranyi spielte nach sechs Siegen nur Unentschieden und zittert weiter um einen Europapokal-Platz.

In Grosny, während des Premier-Liga-Spiels zwischen Terek Grosny und Rubin Kasan (0:0), nannte Vereinspräsident Ramsan Kadyrow den Schiedsrichter über einen Lautsprecher: „Trottel“.

Für diese unüberlegte Reaktion, auf einige unverständliche Entscheidungen des Referees Michail Wilkow, droht Terek jetzt eine Platzsperre von bis zu fünf Spielen. Der Kontrollausschuss des russischen Fußballverbandes (RFS) habe eine Stellungnahme zu dem Vorfall angefordert, sagte Ligachef Sergej Tscheban gegenüber der russischen Sportzeitung „Sport Express“.

„Der Schiedsrichter ist gekauft“, rief Kadyrow auch noch, nachdem Wilkow den Terek-Kapitän Riswan Uzijew vom Platz gestellt hatte. Das Publikum begleitete diese Äußerungen mit lautstarken Jubelrufen, das russische Fernsehen war live dabei.

In einer ersten Stellungnahme räumte Kadyrow den Zwischenfall indirekt ein, er entschuldige sich auch für seine Wortwahl. Bestand aber auch darauf, dass der Schiedsrichter offiziell als „korrupt“ abgestempelt werden soll: „Er hat alles getan, um den Spielverlauf zu ändern“, sagte Kadyrow erneut.

In St. Petersburg Spiel zu früh abgepfiffen

In St. Petersburg waren die Spieler und Fans vom Tabellenvorletzten FC Mordowia Saransk auf der Palme. Beim Liga-Spiel zwischen Zenit St. Petersburg und Saransk pfiff der Schiedsrichter, beim Stand von 1:0 für Zenit, eine Minute zu früh ab.

Auch bei dieser Begegnung war das russische Fernsehen live dabei. Entsprechend den Fernsehbildern ist ganz klar ersichtlich, dass der Referee Wladimir Kazmenko nach 93:07 Minuten das Spiel abgepfiffen hatte, obwohl vier Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden. Diese vier Minuten Nachspielzeit hatte der Ersatzschiedsrichter Dennis Kapstan mit seiner Leuchttafel ganz klar ersichtlich für alle Beteiligten angezeigt.

Auch dieser Vorfall wird jetzt den Kontrollausschuss des RFS beschäftigen. Es wird noch in dieser Woche mit einer Entscheidung gerechnet.

Dynamo nach sechs Siegen nur Unentschieden

 

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Kevin Kuranyi hat mit Dynamo Moskau bei der Aufholjagd in der russischen Fußball-Liga einen kleinen Dämpfer erhalten. Beim direkten Konkurrenten Kuban Krasnodar kam der Tabellensiebte nach zuletzt sechs Erfolgen nicht über ein 1:1 (1:1)-Unentschieden hinaus und büßte damit wertvolle Punkte im Kampf um die Europapokal-Plätze ein. Dynamo verpasste damit, das Team vom Schwarzen Meer in der Tabelle zu überholen. Kuranyi wurde in der 65. Minute eingewechselt, blieb bei seinem Einsatz aber glücklos.

Alexander Kokorin hatte Dynamo Moskau in der 24. Minute in Führung gebracht und damit die Hoffnungen auf den nächsten Dynamo-Sieg genährt. Aber nur fünf Minuten später glich Ibrahima Baldé die ereignisarme Begegnung wieder aus.

Trotz der Defensivtaktik von Trainer Dan Petrescu wackelte besonders die Dynamo-Abwehr stark. „Ich bin heute nicht sehr glücklich“, sagte Kuranyi. „Zum einen, weil wir als Mannschaft spielerisch unter unseren eigenen Erwartungen geblieben sind, zum anderen, weil ich natürlich nie darüber erfreut bin, wenn ich nicht in der Startelf stehe.“

Einen Rückschlag im Kampf um die Europapokalplätze mussten auch Dynamos Lokalrivalen Spartak und Lokomotive Moskau hinnehmen, die sich im Derby 0:0 trennten.

Tabellenführer bleibt ZSKA Moskau, das den FC Krasnodar am Sonntag mit 1:0 (1:0) besiegte. Das Tor des Tages erzielte Jungstar Alan Dsagojew in der 17. Spielminute. ZSKA baute seinen Vorsprung sogar auf sieben Punkte gegenüber dem Tabellenzweiten Anschi Machatschkala aus, da Anschi zu Haus über ein 1:1 (0:0) gegen den abstiegsgefährdeten Verein Krylia Samara nicht hinaus kam.

Gerüchteküche

Noch etwas aus der „Gerüchteküche“: Laut russischen Medienberichten ist ZSKA Moskau an Eljero Elia interessiert. Der Holländer in Diensten des Bundesligisten Werder Bremen, der schon in der Sommerpause bei ZSKA im Gespräch war, blieb in Bremen bisher hinter den Erwartungen zurück. In 22 Spielen erzielte er als Linksaußen keinen einzigen Treffer und bereitete nur drei Tore seiner Kollegen vor.

Alle Ergebnisse und die Tabelle finden Sie rechts, etwas nach unten scrollen.

 

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