London. Der ehemalige Kapitän der russische Fußball-Nationalmannschaft Andrej Arschawin soll vom FC Arsenal London zum FC Reading wechseln, meldet das Fußballportal Goal.com. Der Transfer soll in den ersten Januar-Wochen zu Stande kommen. Die Ablösesumme soll zwischen fünf und sechs Millionen Euro liegen.

Beim FC Arsenal gehört Andrej Arschawin nicht mehr zur Stammformation. Arschawin kam in der aktuellen Saison für den Londoner Verein nur bei zehn Spielen zum Einsatz und schoss dabei ein Tor. Seit dem 4. Dezember stand Arschawin in der Meisterschaft keine Minute mehr auf dem Fußballplatz.

Arschawin war 2009 von Zenit Sankt Petersburg zu Arsenal gewechselt. Anfang 2012 kehrte der Stürmer und offensive Mittelfeldspieler auf Leihbasis zu Zenit zurück und gewann mit dem Petersburger Verein die russische Meisterschaft.

Auch Fulham aus der englischen Premier-Liga und Zenit St. Petersburg waren an Arschawin interessiert. Das Interesse von Reading wurde nun aber konkret. Der Verein will, den direkten Wiederabstieg aus der Premier League in jedem Fall verhindern. Arschawin selbst will in England bleiben, wo er sich mit seiner Familie niedergelassen und eingelebt hat.

Im Mai dieses Jahres hatte das Investitionsunternehmen Thames Sports Investment (TSI), das vom russischen Geschäftsmann Anton Singarewitsch kontrolliert wird, den FC Reading gekauft. Vor dem Beginn dieser Saison wechselte bereits der russische Stürmer Pawel Pogrebnijak vom VFB Stuttgart zum FC Reading.

Der Vertrag des 31-jährigen Arschawin mit Arsenal läuft im Sommer 2013 aus. Andrej Arschawin verlor nach der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine den Platz in der russischen Nationalmannschaft. Der Cheftrainer der russischen Fußball-Nationalmannschaft, Fabio Capello, der Dick Advocaat ablöste, verzichtete bei den WM-Qualifikationsspielen für die WM 2014 in Brasilien auf einen Einsatz des Stürmers.

„Im Prinzip ist es logisch. Wir haben miteinander gesprochen, dass ich im Falle fehlender Spielpraxis im Club nicht mit der Berufung in die Auswahl rechnen kann. Für mich persönlich kam dies überhaupt nicht überraschend“, wurde Arschawin dazu von der russischen Sport-Zeitung „Sport-Express“ zitiert.

Der wahre Grund dürfte aber viel tiefer liegen, nach dem blamablen EM-Vorrunden-Aus der russischen Nationalmannschaft hatte Arschawin mit arroganten Aussagen und Auftreten den Zorn der Fans auf sich zugezogen. Arschawin hatte gegenüber verschiedenen Fans kurz nach dem EM-Aus geäußert: „Wenn wir Eure Erwartungen nicht erfüllt haben, dann ist das Euer Problem.“ Dieses aus dem Munde des Kapitäns! Welchen Nationalstolz und Verstand hat dieser Spieler? Welche Überheblichkeit besitzt Andrej Arschawin?

Auch deshalb dürfte Capello auf ihm verzichtet haben. Beim Freundschaftsspiel gegen die Elfenbeinküste im Herbst dieses Jahres wurde Arschawin gnadenlos von den russischen Fans ausgepfiffen.

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