Moskau. Dynamo Moskau erreicht die Europa-League nicht.Der VfB Stuttgart holte ein 1:1 bei Dynamo und ist damit in Europa dabei. Vedad Ibisevic schoss das 1:0 für die Schwaben, die schon das Hinspiel 2:0 für sich entschieden hatten.AleksanderKokorin gelang in der 77. Minute nur noch der Ausgleich für Dynamo.

Die Chimki-Arena in Chimki, an der nordwestlichen Stadtgrenze Moskaus gelegen,war mit 15.000 Zuschauern bei weitem nicht ausverkauft. Dieses vielleicht auch aufgrund des Wetters, der Platz war vom Regen auch aufgeweicht. Dynamo musste nach Chimki umziehen, da das Dynamo-Stadion in Moskau bereits für die Fußball-WM 2018 umgebaut wird.

Dynamo Moskau begann alsdie bessere Mannschaft. Im Abschluss mangelt es jedoch an der Zielgenauigkeit. Die erste Duftmarke setzte Kevin Kuranyi bereits in der dritten Minute für Dynamo, der gegen seine Ex-Kollegen aus der Drehung abzog. Der Aufsetzer aus 17 Metern ging aber vorbei. Nur kurz danach legte Kuranyi fürAleksanderKokorin auf, dessen Schlenzer aber noch deutlicher sein Ziel verfehlte.

Moskau spielte danach weiter mit viel Offensivdrang. Nach einer Viertelstunde holt Kuranyi die erste Ecke des Spiels heraus, die jedoch nichts einbrachte. In der 23. Minute hatte der VfB die ersteRiesenmöglichkeit des Spiels – Hajnalmit tollen Pass in den Lauf vonIbisevic, der den Ball nicht unter Kontrolle bringen konnte und im letzten Moment das Spielgerät zu Okazaki spielte, der mit seinem Schuss aus acht Metern an Keeper Anton Schunin scheiterte – das war knapp.

Bereits vier Minuten später die zweite Top-Chance für den VfB: Über Rechts hebelte Stuttgart die Dynamo-Deckung aus. Okazaki flankte direkt flach an den Fünfer, wo Harnik abziehen konnte, aber nur den Pfosten traf! Der Japaner war jedoch auch aus stark abseitsverdächtiger Position gestartet.

Das Spiel lief danachein wenig ruhigerweiter, jedenfalls in Maßen. Der große Kracher war es nicht, war aber auch nicht zu erwarten. Beiden Mannschaften fehlte ein wenig die Kaltschnäuzigkeit, ansonsten wäre der Ball schon auf beiden Seiten im Tor gewesen.Beide Teams waren zu sehr um Ballbesitz bemüht.

In der 42. Minute war Kokorin im Stuttgarter Strafraum eingelaufen, wurde aber von Maza gestört und ging am Elfmeterpunkt zu Boden. Der türkische Schiedsrichter lies aber das Spiel weiterlaufen, es war auch Körpereinsatz im erlaubten Maß.

Mit einem 0:0 zwischen Moskau und Stuttgart ging es dann auch in die Kabinen. Es war ein torloses Spiel der besseren Sorte. Strafraumszenen gab es auf beiden Seiten, wobei der VfB durch Okazaki und Harnik die besten Chancen in der ersten Halbzeit hatte.

Zweite Halbzeit

Dynamo kam bis unter die Haarspitzen motiviert aus der Halbzeitpause. Bereits nach 12 Sekunden! setzte Dynamo den Ball an die Latte!ChristianNoboa lupfte aus 15 Metern, und da wäre Ulreich im VfB-Tor nie hingekommen. Das war Pech für Dynamo. Moskau hatte sich munter durch die Stuttgarter Reihen gespielt. Das wäre der richtige Auftakt in die zweite Halbzeit gewesen.

Moskau spielte auch danach sehr ambitioniert weiter. Die Hausherren versuchten über die beiden Flügel zu kommen. In der 60. Minute kam dann Igor Semschow, den man eigentlich von Anfang an erwartet hätte. Da blieben Moskau noch 30 Minuten, um für die Überraschung zu sorgen. Es sah jedoch bei Dynamo in den letzten 10 Minuten in der Offensive nicht besonders gut aus.

Und so war das 1:0 für Stuttgart auch nur folgerichtig.Hajnal schickte in der 64. Minute Ibisevic, der in die Schnittstelle der Abwehr startete, den Ball mit der Brust annahm, abtropfen lies und mit dem linken Fuß an Schunin vorbei in die Maschen hämmert! Stuttgart führte 1:0, insgesamt nach Hin- und Rückspiel sogar 3:0.

In der 66. Spielminute setzte Dynamo noch ein kleines Zeichen – fast der Ausgleich, doch Kuranyis Schuss von der Strafraumkante geht erst von der Bande von hinten ans Tornetz. Danach merkte man den Dynamo-Spielern an ihrer Körpersprache an, dass sie ausgeschieden waren.

Ein Schussversuch von Misimovic ging in 76. Minute über das Tor. Der Ex-Wolfsburger ist in Moskau unzufrieden, ein Wechsel vor Schluss der Transferliste ist deshalb noch nicht vom Tisch.

77. Minute – doch noch der Ausgleich für Dynamo. Granat lässt Sakai aussteigen und flankt durch den Fünfer. Molinaro lässt den Ball durch, Dzsudzsak nimmt die Kugel und drischt sie vor das Tor, wo Kokorin den Fuß hinhält und zum 1:1 trifft. Moskau wollte es danach noch einmal wissen und warf alles nach vorne – die Mittel der Moskauer waren aber doch zu begrenzt um Stuttgart noch in weitere Bedrängnis zu bringen.Moskau hätte jetzt auch noch drei Treffer erzielen müssen, um die Gruppenphase zu erreichen. Und so ging das Spiel mit 1:1 zu Ende.

Jetzt kann sich Dynamo Moskau ausschließlich auf die russische Premier-Liga konzentrieren und alle Kraft aufwenden, um endlich die rote Laterne in der Tabelle abzugeben. Für die russischen Fußballfans liegen jetzt die Hoffnungen auf ZSKA und Anschi in der Europa-League.

Die Aufstellungen:

Dynamo Moskau: Schunin – Tschitscherin, Fernandez, Schildenfeld, Granat – Sapeta (60. Semschow), Noboa, Dzsudzsak (68. Nekhaychik), Lomic – Kuranyi (68. Misimovic), Kokorin. – Trainer: Petrescu

VfB Stuttgart:Ulreich – Sakai, Tasci, Maza, Boka (74.Molinaro) – Kvist, Gentner – Harnik (68. Torun), Hajnal, Okazaki – Ibisevic. – Trainer: Labbadia

Schiedsrichter:Firat Aydinus (Türkei)

Zuschauer:15.000