Mit einer Höhe von 4,85 und einer Breite von 3,48 Metern ist der Desiro RUS ein Koloss auf Schienen. Foto: Siemens

Mit einer Höhe von 4,85 und einer Breite von 3,48 Metern ist der Desiro RUS ein Koloss auf Schienen. Foto: Siemens

Moskau. Die staatliche russische Bahngesellschaft (RZD) hat den ersten Regionaltriebzug vom Typ Desiro RUS im Siemens-Werk in Krefeld besichtigt und zur Auslieferung freigegeben. Mitte Februar startet die Auslieferung nach Russland. Der Transport nach Russland stellt eine logistische Meisterleistung dar.

In den Jahren 2009 und 2010 hatten die RZD insgesamt 54 Fahrzeuge vom Typ Desiro RUS für den Einsatz bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi bestellt. Die Produktion des Desiro RUS im Siemens-Werk in Krefeld hatte im April 2011 begonnen. Neun Monate später, Ende Januar 2012, unterzeichneten Siemens und die RZD die Transport-Freigabe des ersten von 38 Fünfteilern.

Im Februar beginnt der Transport per Schiff bis in den russischen Seehafen Ust Luga. Von dort geht es auf dem Schienenweg weiter ins Depot bei Sankt Petersburg, von wo aus die Züge ihre Zulassungsfahrten starten.

Die Fahrzeuge stellen mit einer Höhe von fast fünf und einer Breite von dreieinhalb Metern die Logistik-Spezialisten von Siemens vor große Herausforderungen: Die Wagen sind zu breit und zu hoch, um sie auf der Schiene oder der Straße quer durch Deutschland in den Fährhafen Sassnitz zu transportieren. Daher fiel die Wahl auf den Fluss- und Seeweg, von Krefeld über Amsterdam nach Sassnitz. Dort werden die Wagen erstmals auf ihre richtigen Gleise gestellt – das heißt auf russische Spurweite mit 1.520 Millimetern Breite – und zum Zugverband gekuppelt.

Eine Lokomotive schiebt dann den Desiro RUS über die Schienen in den Frachtraum der Eisenbahnfähre. Deren Ankunft im russischen Hafen Ust Luga ist im März 2012 geplant ist.

 

Mit den neuen Regionalzügen wird der Komfort für Fahrgäste und Zugpersonal entscheidend steigen. Außerdem verbraucht der neue Siemens-Zug gegenüber den aktuell in Russland eingesetzten Zügen etwa 30 Prozent weniger Energie. Der Desiro RUS, der bei der RZD „Lastotschka“ heißt (russisch für „Schwalbe“), erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 160 Kilometern pro Stunde. Das Fahrzeug ist eine Weiterentwicklung des Desiro ML und wurde speziell an den russischen Markt angepasst. Dazu gehören unter anderem die Kälteresistenz bis minus 40 Grad Celsius, größere Wagenkästen sowie breitere Drehgestelle.

Die ersten 38 Züge werden komplett bei Siemens in Krefeld gebaut, die restlichen 16 Fahrzeuge mit steigender Lokalisierung der Arbeiten auch in Jekaterinburg. Dort investiert Siemens rund 200 Millionen Euro in den gerade beginnenden Aufbau der Fabrik. Neben der Produktion übernimmt Siemens für eine Dauer von 40 Jahren auch die Instandhaltung der Fahrzeuge. Insgesamt sind die Aufträge über Herstellung und Wartung fast 1,1 Milliarden Euro wert.

Quelle: Siemens-Pressemitteilung

sotschi-2014.RU