Stockholm/Moskau. Vor nur 2.897 Zuschauern in Stockholm gewinnt Russland sein drittes Spiel bei der Eishockey-Weltmeisterschaft mit 2:0 (1:0, 0:0, 1:0) gegen eine leidenschaftlich kämpfende deutsche Mannschaft. Das Team von Coach Zinetula Biljaletdinow durfte dank der Treffer von Nikolai Scherdew (20.) und Alexej Tereschenko (51.) feiern.

In der Vorbereitung auf diese Eishockey- WM gab es vier Partien zwischen Russland und Deutschland, dreimal verlies die DEB-Auswahl das Eis als Sieger in diesen Spielen. Dieses war Anlass genug zu Optimismus für die deutschen Eishockeyspieler. Beachtet werden musste aber auch, dass von den Russen, die die Testspiele bestritten, bei dieser WM gerade einmal drei Spieler dabei sind.

Russland begann in bewehrter Formation mit Semjon Warlamow, Ilja Nikulin, Nikita, Nikitin, Jewgeni Malkin, Alexander Popow und Alexander Pereschhogin.

Eine Veränderung gab es bei der DEB-Auswahl, bei der erstmals bei diesem Turnier der gebürtige Kasache Dimitri Kotschnew zwischen den Pfosten stand. Der Grund dafür war, dass Kotschnew durch seine vier Jahre in der KHL die russischen Spieler sehr gut kannte.

Neben ihm begann Justin Krüger, Christoph Schubert, Kai Hospelt, John Tripp und Sebastian Furchner für Deutschland. Bei der deutschen Mannschaft, die wieder mit vier kompletten Blöcken spielte, waren Andre Rankel und Felix Schütz erneut nicht dabei.

Erste Drittel

Die DEB-Auswahl begann sehr arrangiert und hatte auch bereits in der ersten Minute eine Großchance – ein Break über Pietta und Greilinger, letzter scheitert aber mit einem Rückhandversuch am russischen Keeper Warlamow. Die deutsche Mannschaft hatte auch im weiteren Verlauf des ersten Drittels die besseren Möglichkeiten. Hätten solche Chancen die Sbornaja gehabt, wäre der Puck schon im deutschen Tor gelandet.

Die deutsche Mannschaft stand gut in der Defense, das sah gegen Lettland mitunter anders aus. Und die russische Mannschaft tat sich dementsprechend schwer, gut in Schussposition zu kommen.

Neun Sekunden vor Ende des ersten Drittels lag der Puck dann aber doch im deutschen Tor. Einmal nicht aufgepasst und Scherdew schlägt zu, hält einfach den Stock in den Schuss von der blauen Linie von Medwedew und der Puck flattert hinter Kotschnew.

Die Sbornaja führte nach dem ersten Drittel etwas glücklich mit 1:0 gegen die DEB-Auswahl, die gut im Spiel war und auch ein leichtes Chancenplus hatte. Am Ende machte die Effizienz den Unterschied in den ersten 20 Minuten.

Zweite Drittel

 

Die Russen begannen das zweite Drittel etwas konzentrierter und die deutsche Mannschaft hatte Probleme im Aufbau. In der 22. Minute hatte die Sbornaja gleich zwei gute Chancen.

Zuerst ein kurzer Pass von der blauen Linie, Ketow ging tief aber beim Schuss war der Winkel etwas zu spitz um Kotschnew wirklich fordern zu können. Danach kam Datsjuk über links, passt an den kurzen Pfosten auf Kuljomin der aber nicht zum Schuss kommt. Da hatte das spielerische Vermögen von Russland einmal kurz aufgeblitzt.

In der 28. Minute musste der deutsche John Tripp wegen Beinstellens für zwei Minuten auf die Strafbank. Die Deutschen überstanden diese Strafzeit schadlos, es waren aber einige Schwimmübungen der deutschen Mannschaft zu beobachten.

Danach drückte die Sbornaja weiter auf den zweiten Treffer, wenn auch nicht mit allerletztem Nachdruck. Ab und an ließen es die Russen aufblitzen, aber nicht so oft, dass der deutschen Mannschaft alle Hoffnung genommen war. Im Gegenteil, die Deutschen kamen auch im zweiten Drittel zu guten Möglichkeit. Kurz vor dem Ende ein Pfostentreffer von Greilinger. Was fehlte, war das Schussglück für das DEB-Team. Und so ging das zweite Drittel torlos zu Ende.

Dritte Drittel

Das dritte Drittel begann wie das Zweite. Es gab gleich zwei brenzlige Situationen vor dem deutschen Tor, aber die russischen Spieler hatten das Handicap, die Scheibe ins Tor zaubern zu wollen. Noch ein Pass und noch ein Pass, und irgendwann war dann doch eine deutsche Kelle dazwischen.

In der 47. Minute hatte Pietta das leere russische Tor vor sich und traf die Scheibe nicht. Der Kasten von Warlamow war aller Wahrscheinlichkeit nach verhext.

In der 49. Minute musste der deutsche Krüger für zwei Minuten auf die Strafbank. Und was kommt? Ein sehr schöner Überzahltreffer für Russland zum 2:0. Auf der Grundlinie spielt Schirokow quer und am langen Pfosten stand Tereschenko frei, dieser traf dann ins leere Tor. Das war so klar und eigentlich so unverdient.

Deutschland gab sich aber nicht auf und kämpfte weiter. In der 53. Minute versucht es Tripp für Deutschland mit einem Bauerntrick, dieser brachte auch nichts. Kurz darauf versucht es Schubert von der blauen Linie, das war dann sein gefühlter zwölfter Versuch. Auch der passte wieder nicht.

So geht das Match ohne weitere Höhepunkte zu Ende. Wie erwartet verliert das deutsche Team gegen die Sbornaja. Aber nicht zu erwarten war, wie gut sich die deutsche Mannschaft bei dieser Niederlage schlug. Eine Niederlage, die Hoffnung macht und Russland spielt weiter in Richtung Finale.

Beide Mannschaften hatten während des gesamten Matches jeweils fünf Strafzeiten a zwei Minuten.

Als beste Spieler wurden Marcel Goc auf deutscher Seite, darüber kann man streiten und Semjon Warlamow auf russischer Seite ausgezeichnet, darüber kann man nicht streiten.

 

Morgen geht es bereits für die DEB-Auswahl weiter. Dann trifft die Mannschaft von Jakob Kölliker um 20:15 Uhr (MEZ) auf das Team von Gastgeber Schweden. Auch da wird man als klarer Außenseiter aufs Eis gehen. Russland spielt am Donnerstag um 16:15 Uhr (MEZ) gegen Dänemark.