Stockholm/Moskau. Russland gewann mit einer guten taktischen Leistung 2:0 (1:0, 0:0, 1:0) gegen Tschechien. Dank des sechsten Sieges im sechsten Spiel kann das russische Team nicht mehr vom ersten Platz in der Vorrunden-Gruppe B verdrängt werden. Der russische Eishockey-Verband lud nach dem Play-off-Aus der Washington Capitals in der NHL Alexander Owetschkin und seinen Teamkollegen Alexander Semin zu dieser WM ein.

Heute ging es für die Sbornaja gegen den „Erzfeind“ Tschechien. Beide Teams haben zusammen 35 WM-Titel auf ihrer Habenseite – 25 WM-Titel für Russland und die ehemalige UdSSR und 12 WM-Titel für Tschechien und die ehemalige Tschechoslowakei.

Russland musste heute gegen Tschechien gleich zwei wichtige Abwehrspieler ersetzen. Nach dem grandiosen Sieg über Schweden wurden Dmitri Kalinin und Alexej Jemelin vom Eishockey-Weltverband IIHF gesperrt. Kalinin bekam eine Sperre von drei Spielen wegen eines Crosschecks und Stockstichs gegen Johan Franzen, der Schwede erlitt dabei einen Nasenbeinbruch. Damit ist Kalinin auch für das Viertelfinale gesperrt.

Mit einem Spiel Sperre kam Alexej Jemelin davon. Auch er attackierte Franzen mit einem Stockstich, muss aber nun ein Spiel zusehen da diese Attacke keine größere Verletzung zur Folge hatte.

Erste Drittel

Das Spiel ging richtig gut für die Sbornaja los. Beide Teams hatten sich noch nicht richtig sortiert, da stand es schon 1:0 für Russland. Bereits nach 24 Sekunden erzielte Alexander Pereschogin den Führungstreffer.

Danach dominierte Russland das Match. Die Russen wurden in dieser Anfangsphase ihrer Favoritenrolle voll gerecht. Tschechien kam trotz Powerplay zu keinen zwingenden Chancen – Schirokow musste wegen eines Stockschlages in der 12. Minute für zwei Minuten auf die Strafbank.

In der 10. Minute bekam der bisherige WM-Topscorer Jewgeni Malkin einen Puck an den rechten Fuß. Mit schmerzverzerrtem Gesicht ließ er sich auswechseln. Acht Minuten später kam er aber zurück und es war ihm keine Verletzung anzumerken.

So plätscherte das Match in den ersten 20 Minuten vor sich hin. Tschechien hatte im ersten Drittel Mühe mit der Chancenerarbeitung. Ein Lattenschuss von Petr Tenkrat in der 11. Minute war das einzige Highlight aus ihrer Sicht. Die Sbornaja hingegen wirkte gewohnt sicher im Scheibenbesitz und überzeugte vor allem im defensiven als auch offensiven schnellen Umschalten.

Zweite Drittel

Zu Beginn des Mitteldrittels setzte sich das Bild aus dem ersten Drittle fort. Russland war nach wie vor spielbestimmend und stärker. In der 21. Minute gab es eine kurze Unterbrechung wegen Diskussionen des Schiedsrichters mit beiden Trainern. Es war aber nicht klar, worum es überhaupt ging.

Das Spiel drohte zu verflachen. Russland erarbeitete sich Chancen und dominierte, die Tschechen blieben ungefährlich. Die Tschechen führten sogar die Torschussstatistik an, allerdings waren sämtliche Abschlüsse im Mittelabschnitt ein Kinderspiel für den russischen Keeper Konstantin Barulin, der heute für Warlamow im russischen Tor stand.

Ein über weite Strecken ereignisloses Drittel näherte sich dem Ende. Kurz vor der Sirene mussten noch die beiden Tschechen Errat und Krajicek auf die Strafbank, damit konnte Russland das Schlussdrittel in Überzahl mit 5 gegen 3 beginnen.

Viel gibt es nicht zu erwähnen über dieses Drittel, die Zusammenfassung des Mittelabschnittes könnte nicht kürzer ausfallen: Russland führte nach wie vor mit 1:0 nach einem maximal mittelmäßigen Drittel von beiden Teams.

Dritte Drittel

Russland begann mit 5 gegen 3 Spieler und dieses darf man der Sbornaja nicht zugestehen. In der 41. Minute verwertete Jewgeni Malkin einen Abpraller souverän zum 2:0 für Russland. Wer sonst, wieder MALKIN! Mit WM-Treffer Nummer 7 leitete Malkin dieses Spiel in eine relativ eindeutige Richtung.

Tschechien versuchte in der Schlussphase das Tempo noch einmal zu erhöhen und eine Schlussoffensive zu gestalten, aber ohne Erfolg. Russland spielte so geschickt, dass die Tschechen erst 25 Sekunden vor der Sirene dazu kamen ihren Keeper gegen einen Feldspieler zu ersetzen.

Barulin war ein würdiger Ersatz für den NHL-Torhüter Warlamow, 30 gehalten Schüsse und Shutout (kein Gegentreffer). Russland unterstrich seine Titelambitionen heute gegen Tschechien und gewann diesen gruppeninternen Spitzenkampf souverän mit 2:0, ohne etwas anbrennen zu lassen.

Nach den Siegen gegen Schweden und Tschechien stellt sich die Frage, wer soll die Sbornaja um Malkin (und Owetschkin?) aufhalten? Warten wir die Halbfinalspiele ab, denn in dieser Form kann sie innerhalb der Gruppe B wohl niemand aufhalten.

Alexander Owetschkin kommt

Alles auch in Anbetracht, dass der nächste Superstar in Anmarsch ist – Alexander Owetschkin. Der 26 Jahre alte Ausnahmespieler und Teamkollege Alexander Semin wurden nach dem Play-off-Aus mit den Washington Capitals vom russischen Eishockey-Verband eingeladen. Das Duo wird am Mittwoch in Stockholm erwartet, bis dahin sollen die letzten Fragen in Sachen Spielerversicherung geklärt werden.

„Wir sammeln alle Dokumente, lösen die Versicherungsfrage und erwarten sie in Stockholm für das Viertelfinale“, sagte der russische Exekutive-Direktor Waleri Fesjuk gegenüber der Nachrichtenagentur „RIA-Novosti“.

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