Moskau. Die russische Eishockey-Legende Wjatscheslaw „Slawa“ Fetissow verabschiedet sich endgültig von allen seinen Sportämtern und will sich in Zukunft völlig auf die Politik konzentrieren und Wladimir Putin zur Seite stehen.

Der 53-jährige Wjatscheslaw Fetissow wurde im Dezember vorigen Jahres zum Vertreter der Pazifik-Region Primorje im Föderationsrat (Parlamentsoberhaus) gewählt. Vergangene Woche trat er als Präsident des Klubs ZSKA Moskau und als Vorsitzender der Kontinental Hockey League (KHL) zurück.

In dem Mandat des Senators sehe er die Möglichkeit, „zu helfen und Wladimir Putin zur Seite zu stehen“, sagte Fetissow zum Radiosender „Echo Moskaus“. Neu ist die Arbeit als Politiker für Fetissow nicht, von 2004 bis 2008 war er bereits Sportminister in Russland.

1984 und 1988 wurde Fetissow Olympiasieger mit der sowjetischen Eishockey-Nationalmannschaft und 1997 und 1998 gewann er den Stanley-Cup mit den Detroit Red Wings. Außerdem wurde Fetissow sieben Mal Weltmeister mit der russischen Nationalmannschaft.

Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City übernahm er kurzfristig den Posten des Cheftrainers der Nationalmannschaft und konnte mit der Sbornaja die Bronzemedaille gewinnen.

Im Dezember 2009 wagte er im Alter von 51 Jahren ein Comeback, als er einen Vertrag bei ZSKA Moskau unterschrieb, deren Mannschaft verletzungsbedingt mehrere Verteidiger ersetzen musste. Am 11. Dezember 2009 gab er nach rund elf Jahren Abstinenz vom Profisport sein Comeback, als er bei einer Niederlage des ZSKA Moskau über acht Minuten als Verteidiger agierte.

Nach dem Sieg der Kreml-Partei Geeintes Russland bei der Duma-Wahl im Dezember organisieren russische Oppositionelle Proteste gegen vermeintlichen Wahlbetrug. Bei der jüngsten Aktion am 24. Dezember waren bis zu 50.000 Menschen in Moskau zur Demonstration gegangen, dieses sind 0,4 Prozent der Moskauer Bevölkerung. Die nächste große Kundgebung ist für den 4. Februar angekündigt.

Wjatscheslaw Fetissow äußerte sich gegenüber dem Radiosender „Echo Moskaus“ besorgt über diese aktuelle Situation in Russland. Es gebe Leute, die versuchen würden, die Situation zu destabilisieren und Russland „von innen zu sprengen“.

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