Tennis-Queen Maria Scharapowa trug als erste Frau bei einer Olympia-Eröffnungsfeier die russische Fahne.

Tennis-Queen Maria Scharapowa trug als erste Frau bei einer Olympia-Eröffnungsfeier die russische Fahne.

London. In Londons Olympiastadion fand die mit Spannung erwartete Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 2012 statt. Die Inszenierung von Oscar-Preisträger Danny Boyle war bunt und teilweise auch chaotisch. Die russische Olympiamannschaft mit Fahnenträgerin Maria Scharapowa durfte um kurz nach Mitternacht einmarschieren.

Um 1.18 Uhr (MEZ) eröffnet die Queen die Spiele, um 1.36 Uhr brannte auch das Olympische Feuer, dieses wurde von sieben Nachwuchssportlern entzündet.

Die im Vorfeld hochgepriesene Eröffnungsshow ließen sich die Organisatoren rund 35 Millionen Euro kosten – doppelt so viel wie geplant. Die Show war auf den ersten Blick nicht bombastisch, eher das Gegenteil. Teilweise bestand sie aus einem chaotischen Bilderbogen.

Eingeläutet wurde die Zeremonie durch einen Glockenschlag ausgelöst vom Tour-de-France-Gewinner Bradley Wiggins. Danach begann eine bebilderte Geschichtsstunde über die britische Entwicklung und Kultur. Im Stadionrund waren Szenen des Landlebens aus Englands vorindustrieller Zeit aufgebaut. Dazu erklangen Volkslieder aus allen Teilen des Königreiches. Schnell wechselte die Szenerie zu den Stahlarbeitern, welche riesige olympische Ringe schmiedeten, die sich in den Stadionhimmel erhoben.

Viele kleine und große Einfälle, 10.000 Mitwirkende und 25.000 Kostüme kennzeichneten die Inszenierung von Danny Boyle. Aber es war nicht die versprochene große Show. Höhepunkte waren die visuellen Effekte, zum Beispiel als ein frisch geschmiedeter Eisenring emporgehoben wurde und sich in rotglühende olympische Ringe fügte.

Echter britischer Humor war aber das Eintreffen von Königin Elizabeth II., welche als Staatsoberhaupt die Spiele später für eröffnet erklärte. „Abgeholt“ wurde sie in einer vorab gedrehten Filmszene vom Geheimagent ihrer Majestät „James Bond“ Daniel Craig. Alles von ihr selbst gespielt in Originalkulissen inklusive der Corgis, ihrer Lieblingshunde. Im Film ging es für die Queen im Hubschrauber zum Stadion, ein Fallschirmabsprung, und Queen Elizabeth kam leibhaftig ins Stadion.

Joanne K. Rowling die Autorin von „Harry Potter“ las auch den ersten Absatz aus „Peter Pan“. Dann verzückte Mr. Bean (Schauspieler Rowan Atkinson) die Zuschauer. Und schließlich wurde Fußball-Star David Beckham gezeigt, wie er mit der Olympischen Flamme in der Hand in einem Motorboot über die Themse fuhr.

Der Funke in der mit 80.000 Zuschauern vollbesetzten Arena sprang aber erst beim Einmarsch der mehr als 10.000 Sportler so richtig über. Das Olympia-Stadion war voll besetzt, aber bei weitem nicht ausverkauft. Die Veranstalter blieben auf vielen Tickets der gehobenen Preiskategorien (von 1.200 bis 2.400 Euro) sitzen und mussten ausgerechnet die teuersten Karten verschenken.

Richtig gute Stimmung verbreiteten die Sportler der 204 einmarschierenden Nationen. Etwa die Hälfte der russischen Olympia-Starter waren beim Einmarsch mit von der Partie und genossen die Atmosphäre. Den russischen Sportlern war der Stolz, dass sie hier dabei sind und für ihr Land einmarschieren durften, regelrecht ins Gesicht geschrieben. Schon lange hatte man eine Maria Scharapowa nicht mehr so stolz lachen sehen.

Ab heute geht es nun um die Medaillen. Jetzt gehören die Arenen bis zum 12. August den Sportlern aus 204 Ländern, die in 302 Wettbewerben sich messen werden und wir werden für Sie dabei sein.

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