(von Michael Barth) Nürnberg/Moskau. Die Brose Baskets aus Bamberg wollen gewappnet sein für die Champions League Begegnung gegen ZSKA Moskau im November. Der „Domreiter Cup“ am vergangenen Wochenende war die Gelegenheit zur Generalprobe für die Upper Class Aufgabe. Zumindest stand schon mal mit dem amtierenden Europa-Pokalsieger Chimki Moskau ein hochkarätiger Gegner aus der russischen Hauptstadt auf dem Platz.

Sotschi-2014 bietet Ihnen die neuesten Fußball Sport Nachrichten. Die Brose Baskets aus dem oberfränkischen Bamberg zogen als amtierender deutscher Basketball-Meister gut 1.300 Menschen in die mäßig gefüllte Turnhalle eines Berufsbildungszentrums in Nürnberg. Mittlerweile steht der Begriff Bamberg, zumindest beim Basketball, für eine feste Bank. Es galt, quasi als Vorbereitung für die nationale sowie internationale Saison, den „Domreiter Cup“ auszutragen – eine Standortbestimmung wenn man so will. Ein kleines, aber durchaus kurzweiliges Turnier mit weiteren Gästen aus Tel Aviv (Maccabi) und dem griechischen Piräus (Olympiakos) sollte der Gradmesser sein.

Brose Baskets und BK Chimki – zwei Top-Adressen im Basketball

Der BK Chimki Moskau, seit seiner Gründung 1997 steil auf Höhenflug durch sämtliche Spielklassen und Ligen, die es im Basketball nur zu durchlaufen gibt. Ab der Saison 2005/06 spielt der Verein regelmäßig im Konzert der ersten Vier in der russischen Meisterschaft mit. Dabei wurde der BK Chimki fünfmal Vizemeister. Im Jahr 2008 gelang der Titelgewinn im nationalen russischen Pokal gegen ZSKA Moskau und dieses Jahr konnte nach bereits zwei Finalteilnahmen endlich der Europapokal gewonnen werden. Zudem beschäftigt Chimki Moskau neun A-Nationalspieler in seinen Reihen und gilt in Russland als ZSKA-Herausforderer Nummer Eins.

Die Brose Baskets aus dem oberfränkischen Bamberg sind ihrerseits mittlerweile nicht mehr aus der deutschen Basketball Belle-Etage wegzudenken. Nach dem Bundesligaaufstieg 1970, kurzfristigen Eskapaden am Rande der Insolvenz, sowie etlichen Umbenennungen wurden die Erfolge quasi wie am Fliessband erzielt. Deutscher Basketballmeister 2005, 2007, 2010, 2011 und auch 2012, Deutscher Pokalsieger in den Jahren 1992, 2010,2011 und 2012 und dazu noch diverse Vize-Meisterschaften zieren den Briefkopf der Domstädter. Zudem stellen die Brose Baskets den größten Basketball-Fanclub Deutschlands.

Warm up für die Saison

Beste Voraussetzungen also für ein zünftiges Turnier auf höchstem Niveau. Bereits zum Auftakt der Veranstaltung konnten die Moskauer den fünffachen Europa-Pokal-Gewinner Maccabi Tel Aviv mit 80:60 schlagen. Der deutsche Meister allerdings verlor seine Auftaktbegegnung gegen den amtierenden europäischen Champion Olympiakos Piräus mit 81:96. Am zweiten Spieltag drehten die Franken den Spieß um und gewannen gegen die Israeli mit 77:70. Chimki wiederum verlor gegen Piräus 86:96. Somit versprach die letzte Partie dieser „Mini EuroLeague“ durchaus eine Spannende zu werden.

Den Fans der Brose Baskets war es nur recht – sie hatten die Gelegenheit sich einzustimmen auf die kommende Saison. Frenetisch bejubelten sie jeden Spielzug ihrer Mannschaft. Es war aber auch, selbst wenn es nur ein „Freundschaftsvergleich“ darstellte, eine anspruchsvolle Begegnung. Die Bamberger taten sich die ersten 15 Minuten schwer, 8:17 stand es plötzlich. Immer wieder tauchte Chimki im Hurrah-Stil am Korb des Lokalmatadors auf. Der Gast aus Moskau wirkte einfach aufgeweckter. Die vorläufige Rechnung zur Halbzeitpause lautet, auch wenn Bamberg immer besser ins Spiel fand, 42:39 für Moskau.

Gut gespielt und doch verloren

Dem begeisterten Anhang in der Halle tat dies jedoch keinen Abbruch. Die Brose Baskets wussten es auch zu schätzen und drückten immer mehr. Auch wenn die Moskauer mittlerweile mit 56:43 deutlich führten. Das dritte Viertel wurde immer ausgewogener und im letzten Viertel zog Bamberg richtig an. 61:61 dank des starken Forewards Sharrod Ford und den Fans. Die Brose Baskets erspielten sich sogar noch eine 79:72 Führung, aber es waren noch gut drei Minuten zu spielen.

Die allerletzte Spielminute war bereits angebrochen, und es stand 81:81. Ein vorläufiges Remis, das mittlerweile keine Klassenunterschiede mehr aufzeigte. Jedoch, das letzte Viertel hatte sich für Russland entschieden – Korb für Chimki, noch ein Korb für Chimki und gleich noch mal Korb für Chimki. Am Ende hieß es dann doch 87:81 für den Moskauer Vorortsverein.

Die Fans freuten sich trotzdem über einen dritten Platz, zudem war auch noch das Bier auf dem Freundschaftsturnier preisgünstig. Turniersieger wurde, das sei noch angemerkt, Olympiakos Piräus, die Moskauer belegten Platz Zwei und für die wackeren Israeli aus Tel Aviv langte es nur ans Ende der Abschlusstabelle. Für die Teilnehmer gab es dann auch noch einen kleinen Pokal. Eine weitere Auszeichnung, mehr für die Vitrine – man nimmt’s gerne mit.

Autor: Michael Barth

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