Moskau. Die russische Fluggesellschaft „Aeroflot“ erhält auf Mietbasis, noch vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi-2014, zwei Boeing-787 Flugzeuge, den sogenannten „Dreamliner“. Diese Lösung wurde jetzt zwischen dem US-amerikanischen Unternehmen „Boeing“ und „Aeroflot“ unterzeichnet. Der Grund dafür ist – „Boeing“ hat extreme Lieferschwierigkeiten mit dem „Dreamliner“.

Dieses meldete „Interfax“ unter Bezugnahme auf das Vorstandsmitglied von Aeroflot, Leonid Duschatin. Ihm zufolge wird es jetzt noch zwei zusätzliche Flugzeuge geben – die nicht im Juni 2007 unterzeichneten Vertrag, zwischen „Aeroflot“ und „Boeing“, enthalten waren. Dieser ursprüngliche Vertrag sah eine Lieferung von 22 Flugzeugen „Dreamliner“ von „Boeing“ an „Aeroflot“ vor.

Der frühere Generaldirektor von „Aeroflot“ Witali Saweliew äußerte die Hoffnung, dass diese beiden zusätzlichen „Dreamliner“ der „Aero-Flotte“ im Jahr 2013 zur Verfügung stehen werden, bevor die Olympischen Winterspiele in Sotschi beginnen. Am 19. September 2011 gründeten deshalb auch beide Vertragspartner eine Arbeitsgruppe, die die Möglichkeit der Lieferung des „Dreamliners“ bis 2014 eruieren soll.

Mit einer Verspätung von mehr als drei Jahren, gegenüber dem ursprünglichen Plan, hatte Boeing am 26. September 2011 den ersten Langstrecken-Flieger 787 an die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) ausgeliefert. Grund dafür war – „Boeing“ wollte bei der Herstellung der 787 sparen und machte dabei einen teuren Fehler. Der US-amerikanische Flugzeugbauer lagerte einen Großteil der Arbeiten an Zulieferer aus. Aber die waren mit der Kohlefaser überfordert, hielten Liefertermine nicht ein und schicken auch noch falsche Bauteile. Deshalb jetzt auch die Lieferschwierigkeiten an „Aeroflot“.

Beim „Dreamliner“ setzt Boeing so stark wie bei keinem anderen bisherigen Flugzeug auf Kohlefaser, statt auf dem üblichen Aluminium. Der Einsatz von Kohlefaser-Material macht die Maschine deutlich leichter und sparsamer.

50 Prozent der Primärstruktur der 787, einschließlich Rumpf und Tragflächen, werden aus Verbundwerkstoffen gefertigt. Die moderne Systemarchitektur ist das Herz des 787-Designs. Sie ist einfacher als die heutiger Flugzeuge und ermöglicht so eine höhere Funktionalität und Effizienz. Das Entwicklungsteam hat zum Beispiel Kontrollsysteme integriert, die selbständig die Funktionssicherheit des Flugzeugs überwachen und Wartungsanforderungen an Computersysteme am Boden melden.

Der 787-Dreamliner kann maximal 330 Passagiere auf Strecken zwischen 14.800 und 15.750 Kilometern transportieren. Die 787 überträgt nicht nur die Reichweite großer Passagierflugzeuge auf mittelgroße Jets, sondern wird Airlines ebenso einen konkurrenzlos niedrigen Treibstoffverbrauch bieten, was in einer außergewöhnlichen Umweltverträglichkeit resultiert. Die 787 verbraucht 20 Prozent weniger Treibstoff als heutige Flugzeuge mit vergleichbarer Größe. Dabei wird sie mit Mach 0,85 so schnell fliegen wie die schnellsten heutigen Großraumflugzeuge. Den Fluggesellschaften steht außerdem mehr Frachtkapazität zur Verfügung. Hier haben Sie einen weiteren ähnlichen Beitrag, um mehr zu Lesen.

Der 787-Dreamliner bietet auch den Passagieren Verbesserungen. Diese reichen von einer Kabine mit höherer Luftfeuchtigkeit bis zu verbessertem Komfort und anderen Annehmlichkeiten. Der Grund für diese außergewöhnliche Leistung liegt in einer Reihe neuer Technologien, die entwickelt und in dem Flugzeug eingesetzt werden.

Die Flugflotte der größten russischen Fluggesellschaft „Aeroflot“ umfasst derzeitig etwa 100 Flugzeuge, die meisten von ihnen aus der Produktion des europäischen Flugzeugherstellers „Airbus“ (Modell A-320, A-330). Bis 2015 soll die Flotte auf 300 Flugzeuge erweitert werden.

„Aeroflot“ ist auch offizieller Großsponsor der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. In diesem Zusammenhang kündigte das Unternehmen eine Erhöhung der Zahl der regelmäßigen Flüge nach Sotschi an, sowie die Öffnung von Direktflügen von Sotschi nach europäischen Städten. Auf diesem Weg soll der „Dreamliner“ die russische Fluggesellschaft „Aeroflot“ entscheidend voran bringen.

Harald Gleißner/sotschi-2014.RU