Sotschi. Russland besiegt zum Abschluss der Sledgehockey -Gruppenphase bei den XI. Winter-Paralympics in Sotschi die USA in einem hart geführten Spiel mit 2:1 (1:0, 1:0, 0:1). Der Sieg der Sbornaja brachte den Russen den Gruppensieg in der Gruppe B. Noch ist russisches Gold auf dem Eis von Sotschi möglich.

Russland und die USA hatten sich in einem hart geführten Spiel richtig duelliert.

„Wir können alles verlieren, wenn wir nur im Eishockey siegen“, war einer der geläufigsten Sätze russischer Fans vor den Olympischen Winterspielen. Es kam anders: Russland gewann die Medaillenwertung, scheiterte in seiner Nationalsportart jedoch bereits im Viertelfinale an Finnland. Angefangen hatte das Pech- und Pleiten-Spiel der Sbornaja mit einer Niederlage in der Gruppenphase im Duell gegen die USA im Penaltyschießen.

 

„Wir wollen unsere olympische Hockey-Mannschaft rächen“, sollen laut russischen Medien die Sledgehockey-Spieler dem russischen Präsidenten Wladimir Putin versprochen haben.

Ein überragender Torhüter Wladimir Kamantchew machte dieses Versprechen auch wahr .Zehn Mal schossen die US-Spieler auf sein Tor, bevor sich die Sbornaja zum ersten Mal befreien konnte. Erst teilten sie aus, dann spielten sie. Ilja Volkow schoss und Konstantin Schikow beförderte in Überzahl den Puck erfolgreich ins Netz. Danach übernahm Russland auch die Regie in diesem sehr emotional geführten Spiel. Im Schlussdrittel schaffte die USA nur noch den Anschlusstreffer – mehr ließen die russischen Spiler nicht mehr zu.

Es war im fünften Spiel der beiden Mannschaften der erste russische Sieg – die Amerikaner mussten als amtierender Olympiasieger und haushoher Favorit ihr paralympisches Gegenstück zum „Wunder von Lake Placid“ hinnehmen, als sie 1980 sensationell die sowjetischen Eishockey-Weltstars besiegen konnten.

„Heute zeigen wir‘s denen“, riefen einige in russischen Flaggen eingehüllte Jugendliche vor dem Stadion. „Wir schießen sie aus unserem Stadion und aus unserem Land.“ Vielen anderen Fans war diese kriegerische Rhetorik jedoch sichtlich unangenehm.

Die russische Sledgehockey-Auswahl war im ersten Spiel noch an dem massiven Druck gescheitert, eine am Boden liegende Eishockeynation wieder aufzurichten. Sie verloren gegen Südkorea. „Heute hatten wir eine unendliche, unglaubliche Willenskraft“, sagte Torschütze Wolkow nach dem Spiel. Noch ist russisches Gold auf dem Eis von Sotschi möglich!