Sotschi. Während der Olympischen Spiele kommen mehr als 400.000 Touristen nach Sotschi. Damit die olympischen Gäste nicht hungrig werden, gibt es in der Stadt mehr als eintausend Speiselokale. Was Sotschi für das leibliche Wohl anbietet, hat der Korrespondent von STIMME RUSSLANDS herausgefunden.

Einen Gast schlecht bewirten und nicht das Allerbeste auftischen, was im Hause ist – das würde bedeuten, einen alten kaukasischen Brauch zu verletzen.

Die Gastfreundschaft von Sotschi ist unvorstellbar ohne üppige Bewirtung. Für die Olympioniken sind mehr als 500 Gerichte im Angebot, und sie dürfen 24 Stunden am Tag umsonst essen.

Fans und gewöhnliche Touristen müssen natürlich für das Essen zahlen. Aber die Preise werden während der Spiele reguliert. Keinem wird erlaubt, sich an den olympischen Gästen besonders zu bereichern. Also ist das Essen in Sotschi für alle erschwinglich.

 

Die Verhaltensregeln schreiben vor, dass kein Fan Nahrungsmittel und Getränke mit ins Stadion nehmen darf; das ist streng verboten. Aber nach einem heißen Spiel, wenn du für deine geliebte Mannschaft gefiebert hast, erwacht ein ungeheurer Appetit. In der Stadt etwas zu essen finden, stellt überhaupt kein Problem dar. Es gibt zum Beispiel Sommercafés mit arabischer Küche. Es gibt asiatische Restaurants. Aber um etwas vom Lokalkolorit mitzubekommen, führt der Weg in ein Restaurant mit kaukasischen Speisen.

Das einzige gastronomische Problem der Besucher von Sotschi ist, selbst zu entscheiden, was sie denn nun essen wollen. Es gibt russische, europäische, japanische, chinesische und thailändische Küche, irische Pubs und ein türkisches Teehaus. Ganz zu schweigen von den verschiedenen Fast Food-Imbissen. In den zentralen Straßen von Sotschi gehen einem buchstäblich die Augen über von den vielen verschiedenen Cafés. Die Uferstraße von Sotschi verläuft parallel zum zentralen Kur-Prospekt. Hier gibt es jede Menge Cafés und Restaurants für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Das Gebirge hat Einfluss genommen auf die Rezepte der kaukasischen Küche. Hier herrschen Hammelfleisch, Käse und Sauermilcherzeugnisse vor. Die Gerichte sind sehr unterschiedlich, sie spiegeln die Traditionen der vielen Völker des Kaukasus wider. Je höher in die Berge, desto einfacher wird die Küche. Je tiefer, desto komplizierter. Die kaukasischen Suppen sind in der Regel sehr fettig, herzhaft und enthalten viel Fleisch.

Es wird nicht gelingen, alle Leckereien der kaukasischen Küche auf einmal zu kosten, aber es gibt ein Hauptgericht, ohne das man sich Sotschi und den gesamten Kaukasus nicht vorstellen kann – Schaschlik. Dieses uralte Gericht mochten die Bergkrieger sehr gern, wenn sie auf Feldzug waren. Es ist unter Feldbedingungen leicht zuzubereiten. Alles, was man braucht, ist das Fleisch selbst und viel Kohle. Zum Runterspülen eignet sich der kaukasische Wein ganz hervorragend.

Die kaukasische Küche ist sehr reich. Es gibt Gerichte praktisch für jeden Geschmack. Hier kommen Liebhaber von Fleisch und Fisch, Vegetarier, Genießer scharfer Küche und auch Kuchenfreunde auf ihre Kosten. Wohl deshalb lieben alle Einwohner Russlands so sehr die kaukasische Küche, die überall im Land angeboten wird. Ausländer schätzen das Essen der kaukasischen Bergbewohner übrigens auch hoch ein.

Während der olympischen Spiele sind natürlich mehr Ausländer in der Stadt als sonst. Sie wollen vor allem das kaukasische Essen probieren. Oft bestellt wird Schaschlik, Chartscho-Suppe, Adschapsandal.

Nach den olympischen Traditionen brereiten sich die Gastronomen des austragenden Landes nicht weniger beflissen auf dieses Ereignis vor, als die Athleten. Damit die Gäste nicht hungrig sind, gibt es in der Stadt mehr als tausend Speiselokale. Nach vorsichtigen Schätzungen werden während der Spiele etwa 7.000 Tonnen Nahrungsmittel verdrückt.