Sotschi-Ticker: Die aktuellsten internationalen Olympia-Nachrichten.

Sotschi-Ticker: Die aktuellsten internationalen Olympia-Nachrichten.

Pljuschtschenko lässt Training in Sotschi aus

Russlands Medaillenhoffnung bei den Männern im Eiskunstlauf Jewgeni Pljuschtschenko hat bisher die ersten drei Olympia-Trainingseinheiten in Sotschi ausgelassen. Der 31-Jährige erschien entgegen vorheriger Ankündigungen nicht im „Iceberg”-Eislaufpalast, wie die russische Agentur „R-Sport“ meldete. Der Olympiasieger von 2006 hatte bereits am Vortag das Training ausgelassen. Er soll bereits am Donnerstag beim neuen Teamwettbewerb in die Wettkämpfe einsteigen.

Experten und Medien in Sotschi mutmaßen, ob Pluschenko nach zwölf Operationen an Kniegelenken und am Rücken ausreichend fit für die enorme Belastung rund um die Spiele ist. „Bei uns läuft alles nach Plan”, sagte Trainer Alexej Mischin. Heute am Mittwoch steht noch ein weiteres Training an.

Pluschenko hatte nach seiner Ankunft in Sotschi betont, er sei fit für Heim-Olympia. „Mit meiner Gesundheit ist seit langem alles in Ordnung”, sagte er.

 

Die vierte Teilnahme bei Winterspielen gilt – nach Gold in Turin sowie Silber in Salt Lake City und Vancouver – als Höhepunkt von Pljuschtschenko Karriere.

Olympia-Fackel nach historischem Lauf in Sotschi

Nach einem historischen Fackellauf von 65.000 Kilometern ist das Olympische Feuer zur Schlussetappe am Austragungsort der Winterspiele in Sotschi eingetroffen. Bis zur Eröffnungszeremonie am Freitag werden 300 Menschen die Fackel tragen, darunter viele Prominente, wie die Organisatoren mitteilten. Mit dem Exemplar der Fackel, das auf der Internationalen Raumstation ISS im Weltall gewesen war, wird im Fischt-Stadion dann am Eröffnungstag das Feuer für die XXII. Olympischen Winterspiele entfacht.

Im Endspurt legt die Fackel zunächst den Weg von Adler, wo der Olympiaflughafen liegt, bis zum Skigebiet Rosa Chutor in der Bergregion Krasnaja Poljana zurück. Auch eine Schwarz-Meer-Tour auf einer Segeljacht bei mildem Wetter sowie eine Runde auf dem Riesenrad an der Küste seien geplant, teilten die Organisatoren mit.

Unter den Fackelträgern sind auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der russische Fernsehmoderator Wladimir Posner sowie Verteidigungsminister Sergej Schoigu und der Chef der russischen Sparkasse Sberbank, German Gref. Der Name des letzten Fackelträgers aber wird wie ein Staatsgeheimnis gehütet. In der Olympia-Region stehen an sieben Plätzen Leinwände und Konzertbühnen, damit die Ankunft der Fackel gefeiert werden kann.

Rekord: 88 Teilnehmerländer in Sotschi

Die XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi verzeichnen auch einen Rekord an Teilnehmer-Nationen.

Es werden fast 2.900 Athleten aus 88 Ländern in 98 Wettbewerben an den Start gehen. In Sotschi wird damit das bisherige Rekordergebnis der Winterspiele 2010 in Vancouver (82 Länder/2566 Starter) deutlich übertroffen.

Sieben Länder feiern ihr Debüt bei Winterspielen: Dominica, Malta, Osttimor, Paraguay, Simbabwe, Togo und Tonga.

Russland mit größtem Team in Sotschi

Mit dem größten Team aller teilnehmenden Nationen geht Russland in Sotschi auf die Jagd nach einem Platz unter den fünf besten Sportnationen.

Das stärkste Aufgebot stellt Gastgeber Russland mit 232 Teilnehmern, direkt dahinter folgen die USA, die mit 230 Aktiven anreisen. Hinter Kanada (220), das bei den Heimspielen in Vancouver 2010 mit 14 Gold-, 7 Silber- und 5 Bronzemedaillen die Nummer eins im Medaillenspiegel war, folgt die Schweiz mit dem Rekordaufgebot von 163 Teilnehmern auf Rang vier.

Insgesamt entsenden zwölf Länder mehr als 100 Sportler und Sportlerinnen ans Schwarze Meer. Neben Deutschland (77:76) schickt aus den Top 10 nur Japan (65:48) mehr Frauen als Männer zu den Spielen.

Venezuela ist lediglich mit einem Offiziellen bei den Winterspielen vertreten.

Gleißner muss Sotschi absagen

Damit ist nicht unser Chefredakteur gemeint (auch keine Verwandtschaftsverhältnisse), sondern die bei einem heftigen Sturz während eines Trainingsspiels verletzte deutsche Eishockey-Nationalspielerin Daria Gleißner. Sie wird beim olympischen Eishockey-Turnier leider nicht zum Einsatz kommen können.

Die 20-Jährige von den ECDC Memmingen Indians war am Dienstag nach einem fairen Zweikampf mit dem Kopf vorneweg gegen die Bande geprallt und hatte dabei eine Gehirnerschütterung und eine Distorsion der Halswirbelsäule erlitten. Für die Verteidigerin rückt die 26 Jahre alte Lisa Schuster von den Eisbären Berlin ins Team.

Das deutsche Frauen-Team bestreitet sein ersten Vorrundenspiel am 9. Februar gegen Gastgeber Russland.

IIHF-Boss von Stadien begeistert

Rene Fasel, Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF, hat vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Sotschi die Eisstadien im Olympiapark inspiziert und die Organisatoren daraufhin mit Lob überschüttet.

„Alles ist dicht beisammen, die Athleten können die Arenen vom Olympischen Dorf aus sogar zu Fuß erreichen”, sagte der 63 Jahre alte Schweizer am Montag: „Die Leute, die schlechte Dinge über die Einrichtungen sagen, waren wohl noch nicht hier.”

Fasel erinnerte beispielsweise an die komplizierte Anreise bei den Winterspielen vor zwölf Jahren im amerikanischen Salt Lake City, „wo wir eine Stunde lang mit dem Bus fahren mussten, um zum Training zu kommen”. Die Einrichtungen am Schwarzen Meer seien hingegen „exzellent, ich liebe sie sehr”.

Österreicher Morgenstern in Sotschi gelandet.

Der österreichische Skispringer Thomas Morgenstern ist knapp vier Wochen nach seinem Horrorsturz wohlbehalten und überglücklich bei den Olympischen Spielen in Sotschi gelandet.

„Das ist mein größter Sieg, dass es mir gut geht und ich am Leben bin”, sagte der dreimalige Olympiasieger: „Was mir passiert ist, war wirklich ein Wahnsinn. Alles andere ist da jetzt nicht unbedingt im Fokus.”

Der 27 Jahre alte Morgenstern hatte Anfang Januar bei einem Trainingsunfall in Bad Mitterndorf eine Schädelverletzung und eine Lungenquetschung erlitten, anschließend lag er vier Tage auf der Intensivstation. Der frühere Gewinner der Vierschanzentournee hatte sich im Anschluss überraschend schnell erholt und noch den Sprung ins Olympia-Team der Österreicher geschafft.

Tests für Olympia-Eröffnungsfeier

Gehütet wie ein Staatsgeheimnis haben in Sotschi die letzten Vorbereitungen für die Olympia-Eröffnungsfeier am Freitag begonnen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Hunderte Helfer alles richteten für die Generalprobe im Olympiastadion Fischt.

Details der Gala sind nicht öffentlich. Über die zu erwartende spektakuläre Show zur Eröffnung der ersten Winterspiele in Russland spekulieren Experten und Medien seit Wochen. „Ich sage nichts, außer: Es wird großartig”, betonte OK-Chef Dmitri Tschernyschenko.

Patriarch Kyrill zu Besuch in Sotschi

Das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, hat in einer olympischen Jacke die in den Bergen gelegenen Olympia-Objekte besucht. Er besichtigte die Bob-Bahn, wo die russische Frauenauswahl trainierte, und auch die Sprungschanzenanlage.

Heute am Mittwoch wird der Patriarch auch die an der Küste gelegenen Olympia-Objekte besichtigen und in der Christus-Erlöser-Kirche, die speziell für Olympia gebaut wurde, eine Messe für die Mannschaften Weißrusslands, Russlands, Moldawiens und der Ukraine zelebrieren.