Moskau. Die aktuelle Nummer fünf der WTA-Weltrangliste Maria Scharapowa hat beim WTA-Turnier in Paris das Finale verpasst. Die an Position eins gesetzte russische Spitzentennisspielerin unterlag Anastasia Pawljutschenkowa im rein russischen Halbfinale mit 6:4, 3:6 und 4:6. Pawljutschenkowa trifft im Endspiel der mit 710.000 US-Dollar dotierten Konkurrenz auf Sara Errani aus Italien. Beim WTA-Turnier im thailändischen Pattaya hat Jekaterina Marakowa aus Russland ebenfalls das Finale erreicht. Marakowas Gegnerin dort heißt  Karolina Pliskova aus Tschechien.

Die 22-jährige Russin Anastasia Pawljutschenkowa hat ihren Erfolgslauf beim WTA-Turnier in Paris fortgesetzt und das Finale erreicht. Die Zuschauer sahen das bisher beste Match des Turniers. Das rein russische Halbfinale nahm einen ähnlichen Verlauf wie am Vortag, als Pawljutschenkowa die Deutsche Angelique Kerber besiegt hatte. Auch gestern war sie schlecht ins Spiel gekommen, lag schnell mit 1:4 hinten. Wieder war es die Gegnerin Pawljutschenkowas, die früher ihren Rhythmus fand. Scharapowa servierte anfangs gut und machte nur wenig Fehler von der Grundlinie.

 

Aber wie bereits gegen Kerber drehte Pawljutschenkowa im Laufe des ersten Satzes beim Rückschlag auf. Ein Break war die Folge. Der Aufschlag Pawljutschenkowa hat zwar noch nicht die Konstanz von anderen weltklasse Aufschlägerinnen, aber wenn sie ihn ins Feld bekam, platzierte die junge Russin das Service unheimlich gut. Der Ball passte zentimetergenau in die Ecken der Aufschlagsfeldes.

Wie öfter fehlte ihr die Variabilität – die meisten Aufschläge waren relativ flach geschlagen -, aber durch die Genauigkeit machte sie Scharapowa wie schon anderen Gegnerinnen diese Woche das Leben schwer. Was aber noch wichtiger war: Der Aufschlag kam, wenn es eng wurde. So konnte Pawljutschenkowa trotz einer brenzligen Situation bei 4:3 den zweiten Satz mit 6:3 gewinnen.

Während sich für Pawljutschenkowa nicht so viele Möglichkeiten auf Vorhandwinner ergaben wie gegen Kerber, war es ihre Rückhand, die dem Druck Scharapowas widerstand. Immer wieder konnte sie den Ball tief an die Grundlinie ihrer Gegnerin spielen. Doch wie schon der zweite Satz war der entscheidende Faktor der Aufschlag. Während Pawljutschenkowa ihre Quote hochhielt, vor allem in den entscheidenden Momenten, unterliefen ihrer Gegnerin fünf Doppelfehler im letzten Satz, zwei davon im letzten Spiel.

Scharapowa war nach Niederlage unzufrieden: „Ich bin richtig gut ins Match gekommen. Aber im Laufe des Matches habe ich mich immer weiter hinter die Grundlinie drängen lassen, war nicht aggressiv genug. Sie spielt im Moment mit viel Selbstvertrauen und ich habe ihr mit meinem Spiel geholfen, dass ihr Selbstvertrauen immer größer wurde. Aber ich muss auch sagen, dass sie ein sehr gutes Match gespielt hat.“

Pawljutschenkowa sagte nach dem Match: „Es war hart heute, vor allem nachdem ich den ersten Satz verloren habe. Maria kämpft einfach immer bis zum letzten Punkt, ist sehr intensiv in ihrem Spiel. Aber ich habe es geschafft, mein Spiel bis zum Ende durchzuziehen. Natürlich hat mein Aufschlag mir sehr geholfen. Aber Maria returniert sehr gut. Als wir das letzte Mal gegeneinander gespielt haben, hat sie mich oft gebreakt. Daher wusste ich schon vorher, dass ich mich heute sehr auf dem ersten Aufschlag konzentrieren musste.“

Paris: Halbfinale – Preisgeld 710.000 US-Dollar

Anastasia Pawljutschenkowa (RUS) – Maria Scharapowa (RUS/1) 4:6 6:3 6:4

Sara Errani (ITA/3) – Alize Cornet (FRA) 7:6 3:6 7:6

Viertelfinale

Maria Scharapowa (RUS/1) – Kirsten Flipkens (BEL/8) 6:2 6:2

Anastasia Pawljutschenkowa (RUS) – Angelique Kerber (GER/4) 5:7 6:3 7:6

Sara Errani (ITA/3) – Jelina Switolina (UKR) 6:2 6:3

Alize Cornet (FRA) – Andrea Petkovic (GER) 7:6 5:7 6:3

Pattaya: Halbfinale – Preisgeld 250.000 US-Dollar

Jekaterina Marakowa (RUS/4) – Andrea Hlavackova (CZE) 6:3 0:6 6:4

Karolina Pliskova (CZE) – Julia Görges (GER) 6:3 4:6 6:3

Viertelfinale

Andrea Hlavackova (CZE) – Shuai Peng (CHN/8) 6:2 7:5

Jekaterina Marakowa (RUS/4) – Kimiko Date-Krumm (JPN) 6:2 4:6 6:4

Karolina Pliskova (CZE) – Sorana Cirstea (ROU/3) 1:6 7:6 6:0

Julia Görges (GER) – Jelena Wesnina (RUS/5) 5:7 6:3 6:3