Moskau. Zwei grundverschiedene Halbzeiten sahen die Zuschauer im Spiel Russland gegen Schweden in der Hauptrunde bei der Handball-Europameisterschaft in Dänemark. Schweden zog nach ausgeglichenem Start davon und nahmen eine Sieben-Tore-Führung mit in die Halbzeitpause. Russland kam, dank des elffach erfolgreichen Konstantin Igropulo und der Paraden von Torwart Igor Lewschin zurück in das Match und übernahm sogar die Führung. Doch die Begegnung drehte erneut, Schweden hatte das Glück auf seiner Seite und erreichte am Ende ein 29:27 (20:13)-Sieg.

Mit zwei Minuspunkten ging es für Schweden ebenso wie die mit vier Minuspunkten in die Hauptrunde eingezogenen Russen bereits im ersten Spiel der zweiten EM-Phase um das Überleben – lediglich ein Sieg würde die Mannschaften im Rennen um die beiden Halbfinalplätze dieser Gruppe halten.

Entsprechend engagiert begannen beide Teams: Lukas Karlsson eröffnete der Torreigen, doch Konstantin Igropulo holte die Führung dann mit einem Doppelschlag für Russland.

 

Fehler gab es in der temporeichen Anfangsphase dabei auf beiden Seiten, Gorbok und Pyschkin hielten dabei Russland zunächst in Front. Schweden hatte allerdings dank erster Andersson-Paraden den Anschluss gehalten und ging in der achten Minuten durch einen Gegenstoß von Fredrik Petersen beim 5:4 dann wieder in Front.

Der für die Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga spielende Igropulo bekam dann eine erste Ruhepause und in dieser verlor Russland die Durchschlagskraft. Nach dem Ausgleich von Chitnikow zogen die Nordeuropäer, die inzwischen wie Russland auf eine 3:2:1-Deckung umgestellt hatten davon: Fünf Treffer in Folge brachten das 13:8 und als nach dem 14:11 durch Gorbok dann eine zweite schwedische Serie zum 19:11 führte schien die Vorentscheidung bereits gefallen.

Auch die Rückkehr von Igropulo hatte Russland nicht zurück in die Partie gebracht, der Rückraumspieler beendete aber zumindest diese Serie der Schweden. Als Chitnikow für Russland nachlegte und Larholm den Ball in der Offensive verlor, keimte bei den russischen Fans noch einmal Hoffnung auf. Doch Russland verlor den Ball und im Gegenstoß sorgte Fredrik Petersen im Gegenstoß für das 20:13 – Schweden nahm eine Sieben-Tore-Führung mit in die Halbzeitpause.

Zweite Halbzeit

Nach dem Seitenwechsel bot sich dann aber ein komplett anderes Bild, die russischen Männer standen viel besser in der Deckung und sollten nach zwanzig Gegentreffern im ersten Abschnitt im zweiten keine zehn mehr kassieren. Die 3:2:1-Deckung verschob sich nun immer besser, zudem fand der Angriff nun Lösungen: Immer wieder löste ein Akteur aus dem Rückraum an den Kreis auf und schuf so den notwendigen Platz für die anderen Akteure: Pavel Atman und Konstantin Igropulo setzten mit zwei Treffern zum 15:20 gleich Zeichen und spätestens nach dem Gegenstoß von Igropulo zum 17:21 war Russland auf dem Weg zurück in die Partie.

Schweden hatte große Probleme, verteidigte die Führung aber zunächst – auch weil Russland nicht fehlerlos agierte. Nach dem 20:25 setzte Russland dann aber zu einem Lauf an, ein Grund war Igor Lewschin: Der eingewechselte Routinier zeigte zwischen den Pfosten nun eine starke Leistung, entschärfte immer wieder die Versuche der Schweden, die fast vierzehn Minuten ohne Treffer blieben. Russland kam so langsam aber stetig näher, Dreh- und Angelpunkt blieb dabei Konstantin Igropulo. Allerdings waren nun auch seine Mitspieler in der Partie: Atman sorgte beim 25:25 für den Ausgleich und Chitnikow warf Russland beim 26:25 in Front.

Mit einem Strafwurf beendete Petersen sechs Minuten vor dem Ende dann die schwedische Durststrecke und brachte die Skandinavier wieder auf Kurs. Die Nordeuropäer steckten auch die dritte Zeitstrafe gegen Karlsson weg, zumal auf der Gegenseite auch Russland eine Strafzeit kassiert hatte. Kim Ekdahl du Rietz warf Schweden nach einem russischen Ballverlust wieder in Führung und auch der sehenswert herausgespielte Ausgleich durch Schelmenko beeindruckte die Schweden nun nicht mehr: Lukas Karlsson erzielte das 28:27.

Bei Russland fand Chitnikow eine große Lücke in der schwedischen Abwehr, doch der Ball landete am Pfosten. Nicht die einzige Situation, in der Russland das Glück fehlte. Wenig später berührte Mattias Andersson einen vom Block abgefälschten Ball noch mit den Fingerspitzen und sicherte seinem Team so den Ballbesitz. Russland lief nun die Zeit davon und als Kim Ekdahl du Rietz einen Strafwurf herausholte, nutzte Fredrik Petersen die Chance zum 29:27 – den Endstand, der Schweden am Ende trotz einer schwachen zweiten Hälfte und mit sehr viel Glück zwei immens wichtige Punkte sicherte.

Nach dem verlorenen Vorrundenspiel gegen Polen hat Russland auch dieses Spiel im Endeffekt verschenkt. Mit einer konzentrierteren Leistung Mitte der ersten Halbzeit wäre ein sie über Schweden möglich gewesen. Schweden verbleibt somit im Rennen um einen Platz im Halbfinale, Russland sollte die letzten Chancen eingebüßt haben.

Die anderen Spiele in Hauptrundengruppe 2

Frankreich bleibt bei der Handball-EM der Männer auf Erfolgskurs. Die Franzosen besiegten zum Auftakt in der Hauptrundengruppe 2 Kroatien mit 27:25. Frankreichs Torhüter Thierry

Omeyer hielt 48 Prozent der Würfe auf sein Tor.

Polen schlug Weißrussland 31:30. Mariusz Jurkiewicz, mit acht Toren erfolgreichster Schütze der Polen, erzielte zwei Sekunden vor der Schlusssirene den Siegtreffer.

EM in Dänemark: Hauptrunde, Gruppe 2

Sonntag, 19.Januar

Russland – Schweden 27:29

Polen – Weißrussland 31:30

Frankreich – Kroatien 27:25

Dienstag, 21.Januar

Russland – Kroatien –:–

Frankreich – Weißrussland –:–

Polen – Schweden –:–

1. Frankreich 3 Spiele 90:80 Tore 6 Punkte

2. Kroatien 3 83:73 4

3. Schweden 3 83:74 4

4. Polen 3 82:80 4

5. Russland 3 77:88 0

6. Weißrussland 3 74:94 0

Hauptrunde, Gruppe 1

Samstag, 18.Januar

Mazedonien – Ungarn 25:31

Österreich – Island 27:33

Dänemark – Spanien 31:28

Montag, 20.Januar

Österreich – Spanien –:–

Dänemark – Ungarn –:–

Mazedonien – Island –:–

1. Dänemark 3 93:78 6

2. Spanien 3 95:86 4

3. Island 3 88:87 3

4. Ungarn 3 85:86 3

5. Mazedonien 3 68:81 2

6. Österreich 3 77:88 0