Eishockey ist die populärste Wintersportart in Russland. Kein Wunder, dass die Verkündung der russischen Olympia-Auswahl für eine große Resonanz unter Fans und Spezialisten gesorgt hat. Nicht geringer war das Interesse für die Aufstellung ausländischer Mannschaften.

Für die größte Verblüffung sorgte die Tatsache, dass Alexander Sjomin nicht auf der Auswahl-Liste stand. Damit waren auch die meisten Fragen an den Trainerstab und dessen Chef Sinetula Biljaletdinow verbunden.

Sjomin spielte in der NHL für Carolina und Washington und nun in der KHL für Torpedo aus Nischni Nowgorod. Eine weitere Überraschung war für viele die Einladung des 18-jährigen NHL-Spielers Valeri Nitschuschkin in die Mannschaft. Freilich fanden sich auch viele, die den Cheftrainer der russischen Nationalmannschaft in seiner Wahl unterstützten. Dies tat auch Alexander Tkatschjow, Sportkommentator des russischen Fernsehsenders Rossija 2:

 

„Ich finde, dass die neue Aufstellung unter den heutigen Bedingungen nahezu perfekt ist. Ich glaube, dass manche NHL-Spieler, die aufgenommen wurden, zurzeit stärker sind als Sjomin, unter der Bedingung natürlich, dass jeder von ihnen seine bestimmte Rolle übernimmt. Dass Nitschuschkin und Tarassenko in der Auswahl dabei sind, ist ein großer Vorteil.“

Egal wie Biljaletdinows Entscheidung ausgefallen wäre, es hätte natürlich in jedem Fall jemanden gegeben, der etwas daran auszusetzen hätte. Einen ähnlichen Druck empfinden wahrscheinlich auch die Trainer der anderen Favoriten aus Kanada, Schweden, den USA oder Finnland. Dafür rief die Wahl der drei Torwarte diesmal gar keine Fragen hervor. Sergej Bobrowski und Semjon Warlamow sind Anwärter auf den Posten des Haupttorhüters. Alexander Jerjomenko fährt als dritter Torwart nach Sotschi. Auch der Angriff ist eine Augenweide. Besondere Hoffnungen setzen die Fans in Jewgeni Malkin, Pawel Dazjuk und den führenden NHL-Torschützen Alexander Owetschkin. Mit aller Achtung gegenüber den Gegnern sagt der russische Eishockey-Star Pawel Bure der russischen Auswahl eine klare Favoritenstellung als Hausherrin zu:

„Kanadier, Finnen, Amerikaner, Schweden, Tschechen. Ja, wir sind Favoriten, aber das ist ja Eishockey… und eine jede Mannschaft kann uns Überraschungen bescheren. Es reicht sich nur anzuschauen, was bei der letzten WM den Schweizern passiert ist, die ja so gut waren. Deswegen kann man da schwer etwas voraussagen.“

Alexander Tkatschjow, der die russische Aufstellung für „nahezu perfekt“ hält, ist jedoch fern davon, die Hausherren als Favoriten zu bezeichnen:

„In der kanadischen Auswahl herrscht sehr starke Konkurrenz. Die Auswahlkriterien sind viel härter. In der US-Auswahl sieht es ähnlich aus. Das bedeutet nicht, dass wir sie nicht besiegen können, das bedeutet vielmehr, dass wir sie nicht unbedingt besiegen müssen. Wenn wir es jedoch tun, so wird es wunderbar sein.“

Ihr erstes Spiel hält die russische Auswahl am 13. Februar ab. Der erste Rivale ist Slowenien, ein starker Vertreter der mittleren Klasse in der Eishockey-Welt. Dafür steht den Russen am 15. Februar eine richtige Kraftprobe bevor: ein Spiel gegen die US-amerikanische Auswahl. Da wird es auf dem Eis ganz unwinterlich heiß werden.

Quelle: STIMME RUSSLANDS