Moskau. Die russische Herren-Biathlon Staffel ist beim Biathlon-Weltcup im deutschen Ruhpolding nur hauchdünn geschlagen worden und wurde nach einem sehr spannenden Renne am Ende Dritter. Nach 4×7,5 Kilometern setzte sich Österreich im Spurt vor Deutschland durch. Das Quartett mit Alexej Wolkow, Jewgenij Ustjugow, Dimitri Malyschko und Anton Schipulin hatte im dritten Staffel-Wettbewerb der Olympia-Saison nach 4×7,5 Kilometern nur knapp den Sieg verpasst.

Der russische Startläufer Alexej Wolkow kam im Mittelfeld zum ersten Schießen, dem Liegend-Schießen. Dank einer fehlerfreien Schnellfeuereinlage konnte er aber den Schießstand als Zweiter mit nur 2,2 Sekunden Rückstand auf das führende Team von Schweden verlassen. Auf der zweiten Laufrunde schlug Wolkow ein nicht allzu schnelles Lauftempo an. Beim Stehend-Schießen machte der 25-jährige Wolkow wieder viel Zeit gut und konnte trotz eines Nachladers als Dritter mit 3,6 Sekunden Rückstand in die Laufspur gehen. Bei dem ersten Wechsel der russischen Männer auf

Jewgenij Ustjugow hatte das russische Biathlon-Team als Fünfter 10, 0 Sekunden Rückstand auf die führenden Deutschen.

Jewgenij Ustjugow schoss genauso schnell wie Alexej Wolkow und konnte nach dem Liegend-Schießen sogar die Führung vor Deutschland übernehmen. Ustjugow hatte beim ersten Schießen einen Nachlader, die anderen führenden Teams aber allesamt auch. Zum zweiten Schießen kam der 28-jährige Ustjugow als Dritter, konnte aber auf Grund von einer erneuten sehr schnellen und sogar fehlerfreien Schießleistung als Zweiter mit einem Rückstand von nur 2,2 Sekunden hinter den Deutschen Andreas Birnbacher auf seine Schlussrunde gehen. Beim Wechsel auf den dritten russischen Biathleten Dimitri Malyschko blieb die Reihenfolge an der Spitze gleich – Deutschland, Russland, Schweden – der Rückstand betrug aber jetzt 12,0 Sekunden.

Dimitri Malyschko, der bisher in der Saison der Schlussläufer der russischen Männer-Staffel war, wurde heute an der dritten Position eingesetzt. Er tauschte damit die Startposition mit Anton Schipulin. Malyschko musste zweimal beim Liegend-Schießen nachladen, dadurch betrug der Rückstand auf die führende Nation Deutschland mit Erik Lesser 30,8 Sekunden. Die zweite Schießübung konnte der 26-jährige Malyschko mit nur einem Nachlader absolvieren. Da die anderen Nationen aber viel mehr Nachlader brauchten, um die fünf Scheiben zu treffen, brachte Malyschko mit seinem guten zweiten Schießen Russland wieder bis auf 9,6 Sekunden an die jetzt führenden Österreicher heran. Beim Wechsel auf den Schlussläufer Anton Schipulin betrug der Rückstand für das russische Team nur noch 8,0 Sekunden auf die wieder führenden Deutschen.

Anton Schipulin schlug mit dem Österreicher Dominik Landertinger ein mörderisches Lauftempo an, so dass die drei Nationen – Russland, Deutschland, Österreich – zusammen zum ersten Schießen kamen. Jetzt waren die Nerven gefragt – Schipulin benötigte zwei Nachlader, die beiden anderen: Landertinger und Simon Schempp nur einen zusätzlichen Schuss. Da der 26-jährige Schipulin aber schneller schoss, verließen alle drei wieder zusammen den Schießstand. Auch die zweite Laufrunde brachte keine Vorentscheidung, damit musste das letzte Schießen in diesem Staffelwettbewerb über die Platzierung entscheiden. Anton Schipulin riskierte alles und traf auch alles. Das Gleiche gelang aber auch Landertinger, Schempp musste einmal nachladen und hatte 5,5 Sekunden Rückstand, die er aber schnell aufholte. Damit war doch noch keine Vorentscheidung gefallen, da alle drei ihre Nerven im Griff hatten. Auf der letzten Runde wurde sich zum Anfang belauert. Dann zogen aber Deutschland und Österreich weg. Schipulin konnte nicht mehr am letzten Anstieg mithalten und so blieb mit 14,9 Sekunden Rückstand auf die siegreiche Nation Österreich ein trotzdem hervorragender dritter Platz.

Die vier russischen Biathleten haben aber eindeutig heute bewiesen, genau wie gestern die Damen, dass sie bereits in einer guten Form für den Saisonhöhepunkt sind – die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Die russischen Biathleten sind genau wie die russischen Biathletinnen Weltspitze und dieses lässt sehr hoffen für Sotschi.

Vom 16. bis 19. Januar finden noch einmal zwei Biathlon-Staffelrennen bei den Frauen und Männer während des Weltcups im italienischen Antholz, als letzter Biathlon-Weltcup vor Olympia, statt.

 

Weltcup in Ruhpolding: 4 x 7,5-km-Staffel / Männer

 

1. Österreich 1:15:40,9/ 0 Strafrunden +8 Nachlader

2. Deutschland 1:15:41,0/ 0 +9

3. Russland 1:15:55,8/ 0 +7

4. Schweden 1:16:06,0/ 1 +7

5. Tschechien 1:16:22,3/ 0 +2

6. Italien 1:16:28,2/ 0 +7

7. Slowenien 1:17:12,4/ 0 +10

8. Kanada 1:17:20,7/ 0 +8

9. Norwegen 1:17:43,8/ 3 +5

10. Frankreich 1:18:00,2/ 0 +5