Moskau. Vom 8. bis 12. Januar findet wieder der alljährliche Biathlon-Weltcup im deutschen Ruhpolding statt. Von organisatorischer Seite sind alle gerüstet: Die Infrastruktur ist instand gesetzt, die Zuschauerbereiche im Stadion sind bezugsbereit und auch die hohen Temperaturen der vergangenen Tage tun dem Weltcup keinen Abbruch, denn der Zirmberggletscher – so der Name des Schneedepots – brachte Ende November reichlich Schnee. Ruhpolding ist bereit für ein neues Spektakel. Russland wird mit einem Top-Team am Start sein.

Deutschland ist noch immer das Mekka im Biathlon. Mit den beiden Stadien in Oberhof und Ruhpolding finden bzw. fanden die beiden wohl stimmungsvollsten Weltcupstationen direkt im neuen Jahr statt. Das bayerische Ruhpolding ist nun die nächste Station und dort starten die Wettbewerbe am Mittwoch mit der Staffel der Damen.

Es ist der dritte Staffelwettbewerb des Winters. Vor den Olympischen Spielen in Sotschi wird es nach Ruhpolding noch eine Damenstaffel in Antholz geben. Viel Zeit um an der Aufstellung zu

feilen bleibt für die Trainer also nicht mehr.

Russlands Damen-Staffel liegt derzeitig nur auf Position fünf im Staffel-Weltcup, dieses soll in Ruhpolding geädert werden. Die russischen Damen verfügen wohl über das größte Reservoir an absoluten Top-Athletinnen. Die Trainer haben die Wahl zwischen Jekaterina Glazyrina, Swetlana Sleptsowa, Olga Saizewa, Irina Starych, Jekaterina Schumilowa, Jana Romanowa, Jekaterina Jouriewa und Olga Wiluchina. Das sind acht Damen, die sich um vier Startplätze in der Olympia-Staffel bemühen.

Das sollte eigentlich den Konkurrenzkampf deutlich befeuern, doch bei den bisherigen Staffelrennen dieses Winters enttäuschten die Russinnen doch ein wenig. Platz vier im österreichischen Hochfilzen und der sechste Rang im französischen Annecy sind dann am Ende für die Qualität dieser Mannschaft doch ein bisschen zu wenig. Heute ist wieder Olga Saizewa nach einer kurzen Pause dabei.

 

Voraussichtliche heutige russische Aufstellung: Jekaterina Glazyrina – Jekaterina Schumilowa – Irina Starykh und Olga Zaizewa.

Der Startschuss zur Damen-Staffel über 4×6 km im bayerischen Ruhpolding erfolgt heute am Mittwoch um 14:30 Uhr (MEZ).

 

Morgen die Herren-Staffel

Am Donnerstagnachmittag steht dann die Herren-Staffel auf dem Programm, ehe ab Freitag bis einschließlich Sonntag die Einzelrennen ausgetragen werden. Für die Männer ist das Staffel-Rennen ebenfalls die vorletzte Generalprobe vor der Olympia-Staffel in Sotschi.

Langsam müssen sich die Aufstellungen finden und sich im Hinblick auf den großen Saisonhöhepunkt in Sotschi einlaufen. Schon zwei Wettbewerbe in dieser Disziplin gab es in diesem Winter. In Hochfilzen konnten die favorisierten Norweger vor den Schweden und Russland gewinnen. Nur eine Woche später in Annecy waren es die russischen Männer, die ganz oben auf dem Podium standen und Deutschland bzw. Österreich auf die Plätze verwiesen.

Mindestens eine Hand voll Nationen kommt morgen für den Sieg in Frage, wobei die besten Chancen natürlich den starken Norwegern sowie den traditionell starken Russland zugerechnet werden.

Das gesamte russische Team arbeitet auf die Heim-Olympischen-Winterspiele in Sotschi hin. Dementsprechend wurde das Training gestaltet und die Formhöhepunkte festgelegt. Die Spitzenathleten aus Russland kommen langsam in eine bessere Verfassung und konnten zuletzt in Oberhof respektable Ergebnisse erzielen. In Sprint und Verfolgung kamen jeweils zwei Russen unter die Top 10 – im abschließenden Massenstart am Sonntag waren es sogar drei.

Interessant dabei ist die Tatsache, dass mit Wolkow, Loginow, Malyschko, Ustjguow und Schipulin gleich fünf verschiedene Athleten diese Platzierungen erreichten. Der russische Nationaltrainer hat also die Qual der Wahl, wird aber wohl, wie zum Auftakt in Hochfilzen, wieder auf die vier nominell stärksten Läufer setzen. Russland muss man aufgrund der starken Schießleistungen immer auf der Rechnung haben. Neben Norwegen sind sie der Top-Anwärter auf den Tagessieg.

 

Voraussichtliche Aufstellung: Alexej Wolkow – Anton Schipulin – Jewgenij Ustjugow und Dimitri Malyschko