Moskau. Russland und die Welt sorgt sich wegen der jüngsten terroristischen Anschläge in Wolgograd. Bereits Ende Oktober hatte ebenfalls in Wolgograd eine „schwarze Witwe“ in einem Linienbus mit einer Bombe sechs Menschen und sich selbst getötet. Vor zwei Tagen tötete auch eine Autobombe in Pjatigorsk im Nordkaukasus drei Menschen vor einer Polizeistation. Die hinterhältigen Täter könnten wieder aus der Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus stammen. Heute in 39 Tagen werden die Olympischen Winterspiele in Sotschi eröffnet. Wie sieht es um die Sicherheit dieses sportlichen Großereignisses aus?

Offensichtlich ist – Russland bekommt momentan noch nicht sein Terrorismusproblem in den Griff. Die erneuten Bombenanschläge in Wolgograd sind ein trauriger Beweis dafür. Wolgograd liegt etwa 700 Kilometer von Sotschi entfernt. Diese hinterhältigen, dreckigen und feigen Angriffe auf Menschen werfen jetzt erneut die Frage auf, ob Russland für die Sicherheit der Besucher bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi garantieren kann.

Noch ist nicht endgültig geklärt, ob der jüngste Anschlag auch wieder auf das Konto

 

kaukasischer Terrorgruppen geht. Es ist aber bereits jetzt sehr stark zu Vermuten, dass der Anführer der verbotenen terroristischen Organisation „Kaukasus-Emirat” Doku Umarow für diese verachtenswerten Terrorakte verantwortlich ist.

Während der Winterspiele in Sotschi will Russland diese Bedrohung mit sehr starken Sicherheitsvorkehrungen begegnen. Bereits heute ist Sotschi eine sehr sichere Stadt und zu den Olympischen Spielen soll die Sicherheit in Sotschi einen präzedenzlosen Charakter haben. Die Ausgaben für die Sicherheit der Olympischen Spiele und der Paralympics 2014 wurden von der russischen Regierung massiv erhöht – auf rund 1,5 Milliarden Euro.

Nachdem Russland zum Olympia-Gastgeber gekürt worden war, wurde eine Reihe von ernsthaften Maßnahmen ergriffen, um ein Sicherheitssystem für die Olympischen Spiele aufzubauen und die Gefahr des Terrorismus zu beseitigen. Spezialisten aus den USA, Kanada, China, der Ukraine, den Niederlanden und 14 weiteren Staaten arbeiten sehr eng mit dem russischen Geimdienst (FSB) zusammen und tauschen wichtige Information aus.

Auch der französische Rüstungskonzern Thales arbeitet eng mit Russland zusammen.. Das französische Projekt sieht unter anderem vor, die Anlagen in Sotschi vor dem Hereinschmuggeln von Waffen und radioaktiver Substanzen zu schützen. Auch das israelische Unternehmen Elbit Systems ist bei der Absicherung der Skianlagen vor allem vor Terroranschlägen unterstützend tätig.

Sicherheitssystem in Sotschi setzt Maßstäbe

Das Programms „Sicheres-Sotschi“ ist bisher einmalig auf unserem Erdball, es hat einen präzedenzlosen Charakter. So gehen auf den Monitoren des Sicherheitszentrums in Sotschi rund um die Uhr die Bilder von dreitausend (3.000) Kameras ein und werden auch sofort ausgewertet. Die Kameras sind in den verschiedensten Winkeln in der gesamten Stadt Sotschi aufgestellt worden. In vier Schichten arbeiten 300 Menschen hinter den Monitoren und werten die Informationen über die Lage in Sotschi sekündlich aus.

Unter besonderer Kontrolle befinden sich die Orte wo sich viele Menschen gleichzeitig aufhalten, Grünanlagen und Parks sowie auch Nebenstraßen. Selbstverständlich folgen die Kameras auch dem Geschehen in allen Sportstätten, Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten.

Auch der IOC-Präsident Thomas Bach sagte zu dem Thema – „Sicherheit in Sotschi“: „Sicherheit steht bei den Organisatoren an erster Stelle und ich habe keinen Zweifel, dass sichere Olympische Spiele 2014 in Sotschi in Zusammenarbeit mit den russischen Behörden gewährleistet werden”.

Höchste Alarmstufe in Sotschi

Russlands Präsident Wladimir Putin hat bereits seit längerer Zeit höchste Alarmstufe für alle Sicherheitskräfte in der Olympiastadt Sotschi und auch in der gesamten Umgebung von Sotschi ausgelöst. Im Mai 2012 waren im Nordkaukasus 49 tschetschenische Rebellen getötet und ganze Waffenlager radikalislamistischer Gruppen ausgeräumt worden. Dabei waren Flugabwehrraketen gefunden worden. Danach wurden die Sicherheitsvorkehrungen für Olympia bis zum heutigen Tage sukzessive weiter verstärkt.

Im November dieses Jahres schloss Russlands Nationales Anti-Terror-Komitee seine Übungen zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele ab. In Sotschi wurde bereits sieben Mal der Ernstfall geprobt. Im September hatte die bis dato größte Übung unter Leitung von Vizepremier Dmitri Kosak stattgefunden. FSB-Chef Alexander Bortnikow betonte die Wichtigkeit der Abschlussübung in Sotschi. In 270 Olympiastätten wurde das Zusammenspiel der einzelnen Sicherheitsstrukturen trainiert.

Die Olympischen Spiele in Sotschi sollten sicher vor terroristischen Angriffen sein. Es muss aber auch jedem Einzelnen klar sein, dass gerade durch diese erneuten hinterhältigen Terroranschläge es ein sehr verstärktes Kontrollsystem während der Olympischen Spiele in Sotschi geben wird und mit häufigen und gründlichen Kontrollen zu rechnen sein wird. Nur dieses muss einfach unter den gegebenen Umständen sein, wie die traurigen jüngsten Beispiele leider beweisen. Wer dieses nicht versteht, sollte besser zu Hause bleiben.

Auch wenn Sotschi sicher sein sollte, zumindest für die Olympischen Winterspiele und für die Paralympics, wird dieses Terror-Problem leider in dem Rest des größten Land der Welt anscheinend nur schwierig in den Griff zu bekommen sein. Hier wird Russlands Präsident Wladimir Putin und die Sicherheitsdienste noch viel Arbeit vor sich haben.