Moskau. In einem spektakulären Halbfinalspiel beim Spengler-Cup in Davos setzte sich ZSKA Moskau gegen den Gastgeber HC Davos mit 5:4 (1:2, 3:1, 0:1, 0:0) nach Penaltyschießen durch. Den Sieg hat ZSKA seinem Star Alexander Radulow zu verdanken, mit zwei Toren, einem Assist, einem Treffer im Penaltyschiessen und einem enormen Laufpensum war er zusammen mit ZSKA Keeper Ilja Proskurjakow der auffälligste Spieler auf dem Eis.

Turnierfavorit ZSKA musste nach der Gruppenspielniederlage gegen Servette Genf gestern gegen Vitkovice Steel inklusive Verlängerung eine lange Ehrenrunde einlegen, trat heute aber wieder mit seinen Superstars Radulow und Morozow zum Halbfinalspiel gegen das Heimteam HC Davos an.

Im ersten Drittel hatte Davos zu Beginn viel Respekt vor ZSKA und blieb zu Beginn immer hinter dem Puck. Dieses Spielverhalten konnten die Moskauer aber nicht in etwas Zählbares umsetzen.

 

Dann führte ein ganz übler Fehler von ZSKA-Erstlinienverteidiger Mischarin in der vierten Minute zum Führungstreffer für Davos, durch die Kombination Amnbühl / Corvi. ZSKA blieb eine Antwort aber nicht lange schuldig. Bereits vier Minuten später konnten die Moskauer ausgleichen. Mit der ersten echten Chance des ZSKA durch Ilari Filppula, der von hinter dem Tor von Radolow ideal angespielt wurde, wurde das Remis erzielt. Dieses beflügelte aber nur Davos – das Heimteam machte in der Folge Druck und konnte durch das Schwedenduo Persson / Danielsson nach 16 Minuten auf 2:1 erhöhen.

ZSKA-Superstar Alexander Radulow war nicht nur im zweiten Drittel der Spieler der Partie, er war es auch im gesamten Spiel. Nach dem Assist zum 1:1 schoss er nach nur 19 Sekunden im zweiten Abschnitt selbst den zweiten Ausgleich zum 2:2 und nach einem Fehler von Davos-Keeper Leonardo Genoni von der Strafbank kommend die erstmalige 3:2-Führung für den Moskauer Armeeklub in der 30. Minute. Davos hatte insgesamt ein Chancenplus im zweiten Drittel, aber ZSKA war effizienter und konnte von der starken Leistungssteigerung ihres Keepers Ilja Proskurjakow im Verlauf der Partie profitieren.

Im letzten Drittel war Davos noch klarer überlegen und drückt beinahe zwanzig Minuten lang auf den Ausgleich, der dann zwei Minuten vor der Schlusssirene durch Peter Sejnas Ablenker tatsächlich noch gelang. Damit ging es in die Verlängerung mit Vier gegen Vier. Die fünfminütige Verlängerung brachte aber auch keine Entscheidung, so dass es zum Penaltyschiessen kam.

Alexander Radulow und Alexander Frolow trafen im Penaltyschiessen für ZSKA, einziger erfolgreicher Davoser war Reto von Arx. Mit ZSKA steht zum sechsten Mal seit 2007 ein Vertreter aus der KHL im Endspiel des Spengler-Cups. Den zweiten Finalisten ermitteln ab 20.15 Uhr Servette Genf und Titelverteidiger Team Canada.

Davos – ZSKA Moskau 4:5 (2:1, 1:3, 1:0, 0:0) n.P.

Vaillant Arena: 6.303 Zuschauer (ausverkauft)

Schiedsrichter: Massy/Reiber, Kohler/Tscherrig

Tore: 4. Minute – Corvi (Ambühl) 1:0, 8. Minute – Filippula (Radulow) 1:1, 16. Minute – Danielsson (Persson, Back) 2:1, 21. Minute – Radulow (Rylow/Ausschluss Corvi) 2:2, 30. Minute – Radulow (Mischarin) 2:3, 34. Minute – Koistinen 3:3. 39. Minute – Scharkow (Jegorschew, Prochorkin) 3:4. 58. Minute – Sejna (Kutlak, Ambühl) 4:4.

Penaltyschiessen: Koistinen -, Radulow 0:1; Paulsson -, Prochorkin -; Reto von Arx 1:1, Frolow 1:2.

Strafen: 3 x 2 Minuten gegen Davos, 5 x 2 Minuten gegen ZSKA Moskau.

Davos: Genoni; Schneeberger, Forster; Grossmann, Koistinen; O’Connor, Back; Kutlak; Sejna, Corvi, Ambühl; Bürgler, Reto von Arx, Wieser; Danielsson, Persson, Paulsson; Ryser, Walser, Hofmann

ZSKA Moskau: Proskurjakow; Rylow, Mischarin; Jegorschew, Gimajew; Ogurzow, Fedor Fedorow; Radulow, Prochorkin, Grigorenko; Morosow, Filppula, Saprykin; Scharkow, Fefelow, Frolow; Nemirowski, Neprjajew, Ljubimow; Sainullin