Moskau. Es gibt wieder einen Clubwettbewerb im europäischen Eishockey, die Champions-Hockey-League. Nach dem ersten Versuch 2009 wurde der Wettbewerb eingestellt, da der Hauptgeldgeber ausstieg. Im neuen Anlauf ab August 2014 ist aber kein Eishockey-Club aus der Kontinental-Hockey-Liga (KHL) vertreten. Es gibt vergleichbare Ligen im Fußball, Basketball und Handball, die sind aber anders aufgestellt. Eine Champions-Hockey-League ohne Dynamo Moskau ist wie eine Basketball-Champions-League ohne ZSKA Moskau.

Im August 2014 soll es los gehen und im Februar 2015 könnte Europas sogenannter neuer „Eishockey-Champion“, nach insgesamt 149 Spielen, feststehen. Nur was soll das Spektakel, wenn die besten Mannschaften nicht dabei sind – die Clubs aus der KHL?

Mit dabei sind die jeweiligen Landesmeister und Vorrunden-Gewinner der sechs Gründungsligen sowie die 26 Gründungsvereinen der European Trophy. Um auf die geplanten 40 Teilnehmer in der ersten Saison zu kommen, werden noch Wild Cards für Top-Teams aus anderen nationalen Ligen vergeben. Dies gab die Champions Hockey League in Zürich am Montag bekannt.

Die neue Champions Hockey League ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen den westeuropäischen Proficlubs, ihren nationalen Ligen und dem internationalen Eishockeyverband.

Vorerst werden aber keine Teams aus der KHL dabei sein. Der Geschäftsführer des schweizerischen Eishockey-Vereins ZSC Lions, Peter Zander, sagte: „Wir sind offen für sie für die Zukunft. Aber wir sind es, die die Bedingungen diktieren.“

Vom wirtschaftlichen Erfolg solch einer Champions-Hockey-League ganz zu schweigen, was soll der sportliche Wert sein – was soll so eine Champions-Hockey-League ohne die besten europäischen Mannschaften? Nichts!

Der wichtigste Grund, warum die Champions-Hockey-League die KHL-Vereine ausschließt ist, dass die westeuropäischen Vereine sich die Reisekosten nicht leisten können. Dieses ist in der KHL aber schon lange eine Gegebenheit, dort wird auch von Chabarows nach Bratislava und noch weiter gereist.

Was wollen die KHL-Vereine auch in solch einer Liga? Wo ist der Nutzen? Es wird kein üppiges Preisgeld zu verdienen sein und ihre Einnahmen müssen die Vereine mit dem Ticketverkauf erzielen. So verlautet es von der Champions-Hockey-League, anscheinend haben die Herren auch noch keinen Sponsoren-Pool gefunden. Wie soll da eine Teilnahme wenigstens nur kostenneutral gestaltet werden? Geht nicht!

Man darf also gespannt sein, welchen Stellenwert auch die westeuropäischen Eishockey-Vereine dem Wettbewerb einräumen. Wie er von den Zuschauern angenommen wird. Denn schließlich entscheiden diese, ob eine Champions League auch im Eishockey eine Daseinsberechtigung hat.

Die derzeit feststehen Teilnehmer an der Champions-Hockey-League:

Österreich (EBEL): EC Red Bull Salzburg, UPC Vienna Capitals

Tschechien (Tipsport-Extraliga): HC Bili Tygri Liberec, HC Pardubice, HC Sparta Prag, HC Vitkovice Ostrava

Finnland (Liiga): IFK Helsinki, Jyp HT Jyväskylä, Kalpa Kuopio, Kärpät Oulu, Tappara Tampere, TPS Turku

Deutschland (DEL): Adler Mannheim, Eisbären Berlin, ERC Ingolstadt, Krefeld Pinguine

Schweiz (NLA): SC Bern, HC Fribourg-Gotteron, ZSC Lions Zürich, EV Zug

Schweden (SHL): Djurgarden Stockholm, Frölunda Göteborg, Färjestad Karlstad, HV 71 Jönköping, Linköpings HC, Lulea HF