Biathlon-Strecken in Sotschi zu schwer?

Biathlon-Strecken in Sotschi zu schwer?

Sotschi. Nach dem Biathlon-Weltcup in Sotschi gibt es unterschiedliche Meinungen über die Pisten für die Olympischen Biathlon-Wettkämpfe. Bei der Generalprobe am letzten Wochenende kam es zu mehreren Stürzen. Einige Athleten beschwerten sich, dass die Strecken zu schwer und gefährlich seien.In Vancouver warendieOlympia-Strecken denAthletenzu einfach,2014 in Sotschi sind sie nun zu schwierig.

Baulich setzt das neueSki-Biathlon-Stadion„Laura“bei Krasnaja Poljanaabsolutneue Maßstäbeim Biathlon- und Ski-Sport. Solch einen Bau wird es in den nächsten Jahren auf unserem Planeten nicht wieder geben. Beim Schwierigkeitsgrad der Loipenmuss aber wohl etwas nachgebessert werden.

Auf den Pistengibteskaum„Erholungsphasen“, die Abfahrten sind steilunddie Kurven zu eng, war vereinzelt zu vernehmen. Vor allem weniger erfahrene Athleten, wie sie bei Olympiareichlicham Startseienwerden, könnten Probleme bekommen. Hier sollten aber Selektionswettbewerbe im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2014 Abhilfe schaffen können.

Ganz bestimmt sinddieStreckeninKrasnaja Poljanadie anspruchsvollsten im Biathlon-Weltcup.„Ich wusste, dassdie Loipen hierschwer sind. Aber so schwer habe ichsienicht erwartet“,sagte dieWeißrussinDarja Domratschewa.

„Im Einzel war ich der Einzige in unserem Team, der nicht gestürzt ist“,sagteWeltcup-GesamtsiegerMartin Fourcadeaus Frankreich.Auf der anderen Seitekommen dem Franzosen aber die vielen Anstiege und Abfahrten entgegen, gilt er doch als einer der besten Läufer im Feld. „Ich werde alles tun, um hier nächstes Jahr Gold zu gewinnen – egal wie die Strecke ist.“

Der Biathlon-Star Ole Einar Bjoerndalen aus Norwegen stürzte auch und war trotzdem der Meinung, dass die Pisten absolut ideal für ihm sind, da sie sehr selektiv und anspruchsvoll sind. Aus vielen anderen Nationalteams, wie zum Beispiel aus Österreich, stürzte kein Sportler.

Jedenfalls reagiertendie Organisatorenin Sotschi gleich noch in der Nacht von Samstag auf Sonntagund entschärften einige Passagender Loipen.Laut IBU-Renndirektor Franz Bergersollim Sommer noch an den Strecken gearbeitetwerden.„Das Profil ist noch nicht so, wie wir es haben wollen“,sagte der Österreicher.

Jetzt bleibt die Frage: Solltenbei Olympischen Spielendie Strecken nicht anspruchsvoll sein undein herausforderndes Profilhaben? Schließlich bedeutet ein Olympiasieg das Größte für einen Sportler. Die Biathlon-Weltmeisterschaften werden von der IBU in allen Jahren ohne Olympische Winterspiele veranstaltet. Also fast jedes Jahr, Olympische Spiele gibt es dagegen nur alle vier Jahre.

Viel Kritik kam auch von deutscher Seite, dabei liegendie Streckenaber geradeden Deutschen.Laufstarke Athletenwie Miriam Gössner oder Andreas Birnbacherhaben gerade in Sotschi Vorteile gegenüber der Konkurrenz. „Das ist genau mein Ding, hier kann ich meine Stärken ausspielen. Ich freue mich auf die Spiele“,sagte MiriamGössnerim ZDF.

Auch der deutsche Trainer UweMüssiggangblies in dieses Horn: „Hier muss man viel aus den Beinen arbeiten, das kommt zum Beispiel Miri entgegen“, sagteer.

Auchbei den deutschenMännerwill man sich gezielt auf diese Strecken vorbereiten: „Wir werden uns darauf einstellen und uns mit den Gegebenheiten auseinandersetzen. Wir werden an den Intensitäten und Umfängen etwas ändern, um gut gerüstet für die Olympia-Saison zu sein“,sagte derMänner-Trainer Mark Kirchner.

So geht es also auch – ohne lange über die Loipen zu mosern, sich mit den Gegebenheiten abfinden und die Athleten für eine erfolgreiche Olympiateilnahme fit machen.