Rassismus ist ein ständiges Problem in russischen Fußballstadien. Foto: redwhite.ru

St. Petersburg. Der Fanclub „Landskrona“ vom russischen Fußballmeister Zenit St. Petersburg hat in einer öffentlichen Erklärung schwarze und schwule Spieler abgelehnt. Zenit verliere seine Identität, wenn Fußballer aus anderen Regionen der Welt dort spielten, hieß es in der Erklärung. Die Vereinsführung von Zenit lehnte dieses eindeutig ab. Zenit sei stets für Toleranz eingetreten, sagte ein Clubsprecher am Montag der Agentur Itar-Tass.

Unerwünscht seien auch Spieler der Moskauer Vereine Spartak, Dynamo und ZSKA Moskau, hieß es in dem Text weiter. Wer für Zenit St. Petersburg spiele, dürfe keine Starallüren zeigen und weder rauchen noch trinken, forderten die angeblichen Fußball-Anhänger. Erst im Sommer hatte Zenit für schätzungsweise 50 Millionen Euro den dunkelhäutigen Brasilianer Hulk verpflichtet.

Rassismus-Probleme in russischen Fußballstadien

 

Leider gibt es immer wieder rassistische Vorfälle in russischen Fußballstadien, dazu gehören zum Beispiel Bananenwürfe gegen dunkelhäutige Spieler. Nazi-Symbole sind in vielen Fankurven allgegenwärtig. Anhänger von Spartak Moskau veranstalteten beispielsweise eine Choreografie zu Ehren von Adolf Hitler und immer wieder finden sich Transparente mit Aufschriften „Spartak ist nur für Weiße“ oder „Affen haut ab“ in den Blöcken.

Als im Dezember 2010 ein Fan von spartak moskau nach einem Streit um ein Taxi angeblich von einem Kaukasier getötet wurde, kam es zu schweren Ausschreitungen in der Innenstadt Moskaus. Hooligans des Vereins machten Jagd auf alle, die nicht „slawisch“ aussahen. Mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Wenn bei Fußballspielen ein schwarzer Spieler an den Ball kommt, ist das Affengebrüll von den Rängen so laut, dass man die Pfeife des Schiedsrichters kaum mehr hört. Der brasilianische Superstar Roberto Carlos verließ deshalb einmal kopfschüttelnd das Spielfeld, als zum wiederholten Mal eine Banane neben ihm landete.

Zenit St. Petersburg musste Anfang dieses Jahres bereits 10.000 US-Dollar Strafe zahlen, nachdem ein sogenannter „Fan“ Roberto Carlos von Anschi Machatschkala eine geschälte Banane anbot.

„Der Fußballverband hat offenbar keine Ahnung, wie ernst das Problem ist“, sagte Spartak Sprecher Leonid Trachtenberg dem Magazin „Wsgljad“ bereits im Frühjahr 2012.

sotschi-2014.RU