Denis Kornilow war als 14. der beste russische Skispringer am ersten Wettkampftag in Sotschi.

Denis Kornilow war als 14. der beste russische Skispringer am ersten Wettkampftag in Sotschi.

Sotschi. Der Weltelite der Skispringer startete in die vorolympischen Testwettkämpfe in Sotschi. Bei Frühlingshaften Temperaturen hatten die Athleten nicht gerade das beste Wetter für die Olympia-Generalprobe in Sotschi, die Schanzenanlagen waren aber hervorragend präpariert. Spannend war es auch, denn die Abstände waren sehr gering und Favoriten gibt es viele.

Ein neuer Weltcuport und eine neue Schanzenanlage sind in Sotschi geboren worden. Viele Springer waren zwar schon im Sommer einmal in Krasnaja Poljana, gut 50 Kilometer von Sotschi entfernt, eine Generalprobe auf Schnee ist trotzdem immer nochmal etwas ganz besonderes.

Die Landschaft ist in Krasnaja Poljana grün, die Anlaufspur aus Keramik (deutsches Produkt): Obwohl in Sotschi derzeit nur der Aufsprunghang der Normalschanze an Winter erinnert, bekam man auf der Olympiaschanze von 2014 einen hochklassigen Wettkampf unter guten Bedingungen zu sehen. Schade nur, dass der Wettkampf in der Großbaustelle Sotschi nahezu ohne Zuschauer stattfand und sich nur das Publikum vor den Fernsehgeräten an der Olympia-Generalprobe erfreuen konnte.

In Sotschi kommt die richtige Kälte meist erst Ende Dezember. Deshalb hatte das Olympische Organisationskomitee für den Weltcup in Sotschi auch Experten aus Planica (Slowenien) eingeflogen, die den Umgang mit höheren Temperaturen bereits gewöhnt sind. Sie sollten vorrangig dafür sorgen, dass der Schnee nicht zusammenfällt. Die Schanzen waren auch deshalb sehr gut präpariert gewesen.

Die Skisprung-Anlage liegt im Gebirge und man musste daher auch mit wechselnden Wind-Bedingungen rechnen. Der Wettergott spielte aber mit und der Wind beeinträchtigte nicht diesen Weltcup in Sotschi. Die Springer waren sehr froh, ein Wintergefühl für die Olympiaschanzen zu bekommen.

Mittlerweile ist es kein so großes Problem mehr, sich an neue Schanzen zu gewöhnen. Die verschiedenen Charakteristika der Anlagen wurden ein wenig angepasst, so dass sich ein paar Schanzenprofile zumindest ähneln. Im Grunde geht es darum, den Absprung mit dem Anlauf abzugleichen. Die Flugbahn ist danach vorgegeben, aber das Gefühl dafür, wie flach oder steil ein Anlauf und wie kurz oder lang ein Schanzentisch ist, muss man erst finden. So hatten die Springer auch kein großes Problem, sich den neuen Schanzen in Krasnaja Poljana anzupassen. Nach maximal zwei Trainingssprüngen war das Gefühl auch da.

Gregor Schlierenzauer heißt der erste Schnee-Sieger in Sotschi

 

Am Samstag fand ein Weltcup-Springen auf der Normalschanze statt. Gregor Schlierenzauer aus Österreich ist der erste Gewinner eines Weltcup-Skispringens in Sotschi. Mit Weiten von 104,5 und 105,5 Metern feiert der Österreicher den 42. Weltcupsieg seiner Karriere

Der zweitplatzierte Severin Freund aus Deutschland sagte nach dem Wettkampf in einem Interview mit dem ZDF: „Ich fand es sehr interessant hier. Das ist eine Schanze mit eigenem Charakter und das finde ich immer ganz spannend, weil wir doch meist auf den gleichen Schanzen springen und die kennt man meistens schon ganz gut. Es war auf jeden Fall spannend hier zu springen und das Podest ist immer super.“

Nicht wirklich rund läuft es aktuell für die russischen Skispringer. Mehr erhofft hatte sich das russische Team beim ersten Teil der Olympia-Generalprobe allemal – allen voran Dimitri Wassiljew der in Kuusamo noch ein tolles Comeback gefeiert hatte. Diesmal verpasste der 32-Jährige als 36. das Finale. Mit Denis Kornilow (14.) und Alexej Romaschow (27.) gelang nur zwei russischen Athleten der Sprung unter die Top-30.

Weiter geht es im Programm in Sotschi heute am Sonntag. Dann steht am Mittag das zweite Einzelspringen (13 Uhr) auf der Normalschanze auf dem Programm, zuvor findet die Qualifikation statt.

Ergebnis Skispringen, Weltcup in Sotschi

Männer – Normalschanze:

1. Gregor Schlierenzauer (Ö) 270,7 (104,5 m/105,5 m).

2. Severin Freund (De) 265,4 (101,5/105,5).

3. Andreas Kofler (Ö) 264,8 (102,5/103,5).

4. Thomas Morgenstern (Ö) 259,7 (102/101,5).

5. Anders Bardal (No) 256,7 (104,5/101,5).

6. Richard Freitag (De) 255,9 (101,5/100).

7. Jaka Hvala (Sln) 250,4 (100/102,5).

8. Michael Neumayer (De) 250,4 (100,5/104,5).

9. Sebastian Colloredo (It) 247,1 (100,5/102,5).

10. Reruhi Shimizu (Jap) 245,5 (99,5/101).

sotschi-2014.RU