Organisationschef Dmitri Tschernyschenko führte die Pressekonferenz für über 300 internationale Journalisten.

Organisationschef Dmitri Tschernyschenko führte die Pressekonferenz für über 300 internationale Journalisten.

Sotschi. Das Organisationskomitee für die Olympischen Winterspiele 2014 hatte diese Woche erstmals mehr als 300 Journalisten aus rund 30 Ländern eingeladen um die neuen Olympia-Anlagen zu besichtigen. Organisationschef Dmitri Tschernyschenko hatte dabei „ausverkaufte Spiele“ und die großartigsten, kompaktesten Spiele der Geschichte versprochen.

Der Herbst zieht langsam in den Bergen um Sotschi ein, auf den Gipfeln in mehr als 2.000 Metern Höhe liegt an diesen Tagen schon der erste Schnee. Das imposante Bergpanorama beeindruckte die gesamte anwesende Weltpresse. Dieser wurden die architektonisch einmaligen Eisarenen direkt an der Küste des Schwarzen Meeres im Olympia-Park und die alpine Wettkampfstätten knapp 50 Kilometer weiter im Gebirge bei Krasnaja Poljana präsentiert.

Tschernyschenko sagte im Grand-Hotel in Krasnaja Poljana gegenüber den Journalisten: „Ich habe keine Zweifel, dass die Spiele ausverkauft sein werden. Die Nachfrage ist hundertmal höher als unsere Kapazität“. Die genaue Anzahl der Tickets hat das Organisationskomitee Sotschi 2014 noch nicht bekanntgegeben. Die erste Verkaufsphase soll im Februar 2013 in Russland beginnen.

Im Olympia-Park befindet sich neben den Eisarenen auch das Zentralstadion mit 45.000 Plätzen, in dem Wladimir Putin in 15 Monaten am 7. Februar 2014 die XXII. Olympischen Winterspiele eröffnen wird. Die nahegelegenen Unterkünfte im Medien- und Olympiadorf sollen nach den Spielen als Wohnungen verkauft werden. „Sotschi ist eine Modellstadt für das moderne Russland“, äußerte Tschernyschenko. „Die Stadt strahlt auf das ganze Land aus. Nirgends sonst gibt es in unserem Land eine so beispielhaft umweltfreundliche und behindertengerechte Bauweise“, ergänzte er.

OK-Chef Tschernyschenko versicherte auch, dass alle Sportanlagen im Schnitt zu 70 Prozent fertig seien. Russland liege damit im Plan – zeitlich und finanziell. Gesamtkosten von rund 24 Milliarden Euro und die neue Infrastruktur mit Straßen, Bahngleisen und Tunneln machen die Spiele zu den bislang aufwendigsten der Olympia-Geschichte.

Kritik von Gian-Franco Kasper, Präsident des Internationalen Ski-Verbandes, an reduzierten Zuschauerzahlen bei etlichen Wettkämpfen in Krasnaja Poljana wies Tschernyschenko entschieden zurück. Die Reduzierung der Kapazitäten ist aus Transport- und Sicherheitsgründen notwendig gewesen. Zwölf zusätzliche Medaillenentscheidungen bei Olympia 2014 im Vergleich zu 2010 in Vancouver hätten dieses verlangt, sagte Tschernyschenko. „Es gibt natürliche Grenzen. Wir mussten die Zuschauerkapazitäten verringern, um kritische Momente zu vermeiden.“

In dem Umstand, dass vielleicht Schnee und Kälte fehlen könnte sieht das OK kein Problem: „Wir haben ausreichend Anlagen für die Schneeproduktion – sogar bei 15 Grad plus, auch wenn das natürlich sehr viel Energie verschlingen würde“, sagte Tschernyschenko. 430 Schneemaschinen sollen für die Schneesicherheit bereitstehen, ließ das OK verlauten. Außerdem wird in Lagerstätten Schnee gehortet, um damit im Februar die Anlagen in eine Winterlandschaft zu verwandeln.

Das OK hielt auch für die Pressevertreter noch eine angenehme Überraschung bereit. Erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele bekommen Journalisten bei den Winterspielen in Sotschi 2014 kostenlose Wi-Fi-Hotspots, teilt der Pressedienst des Organisationskomitees von Olympia 2014 am Donnerstag mit.

Bei den Olympischen Sommerspielen in London 2012 hatten die Preise für ein Webpaket je nach Geschwindigkeit zwischen 90 und150 Pfund geschwankt.

„Bei den Spielen in Sotschi werden wir den Vertretern der akkreditierten Medien neben den üblichen entgeltlichen Webpaketen auch die Möglichkeit eines kostenlosen WiFi-Zugangs anbieten, wodurch die maximale Offenheit bei der Berichterstattung von den Olympischen und den Paralympischen Spielen gewährleistet wird“, äußerte OK-Chef Tschernyschenko.