Die gesamte Weltklasse der Rodler muss die Olympiabahn in Sotschi neu erkunden.

Die gesamte Weltklasse der Rodler muss die Olympiabahn in Sotschi neu erkunden.

Sotschi. Knapp 15 Monate vor den XXII. Olympischen Winterspielen 2014 testen mehr als 150 Rennrodel-Athleten die neue olympische Kunsteisbahn in Sotschi zum ersten Mal. Die Bahn hat eine eigene Charakteristik und muss von den Sportlern völlig neu erobert werden.

Bei den gerade stattfindenden ersten Trainingswochen, teilte der Rodel-Weltverband (FIL) durch seine Sportkoordinatorin Marie-Luise Rainer mit: „Die Sportler werden Schritt für Schritt langsam an die neue Bahn herangeführt.“

Die Rennrodelbahn in Sotschi weist unter anderem mehrere Bergauf-Passagen auf, die auch für eine Reduzierung der Geschwindigkeit sorgen. „Sotschi ist eine sehr spezielle Bahn“, äußerte die deutsche Olympiasiegerin Tatjana Hüfner, die auf der Bahn bereits erste Eindrücke sammeln konnte.

Auch ihr Landsmann, Olympiasieger Felix Loch, fiebert den ersten Testläufen auf der neuen Olympia-Strecke entgegen: „Ich freue mich schon darauf“, sagte er.

Als eine sehr sichere Bahn bezeichnete Sportdirektor Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) die neue Eisrinne in Sotschi. „Man hat aus den Fehlern von Whistler gelernt.“ Auf der schnellen Olympia-Bahn in Kanada war im Februar 2010 bei den letzten Olympischen Winterspielen der junge Georgier Nodar Kumaritaschwili bei einem Trainingssturz ums Leben gekommen.

Auch die beiden österreichischen Brüder, Andreas und Wolfgang Linger, Doppelolympiasieger und die besten Doppelsitzer der Gegenwart, fangen in Sotschi von ganz „unten“ an. „Auf einer Bahn, die man noch kaum kennt, macht es Sinn, erst einmal vom Kinderstart zu rodeln“, erklärt Steuermann Andreas Linger.

Der Internationale Rodelverband duldet auch keine Ausnahme mehr, nach dem tödlich Unfall von Nodar Kumaritaschwili. Alle Athleten müssen bei Trainingsfahrten auf neuen Bahnen ihre ersten Testfahrten ausnahmslos vom Kinderstart absolvieren.

Die aktuelle Trainingswoche in Sotschi ist für alle Athleten eine der letzten Gelegenheiten, die neue Olympiabahn zu testen. Bis zu den Spielen 2014 werden die Rodler nur knapp 80 Läufe auf dem selektiven Kurs absolvieren können. Zum Vergleich: Auf ihren Hausbahnen absolvierten die Weltspitzenrodler seit ihrer Jugend schon Tausende von Läufen.