Kein Verein in der KHL weiß genau, wie lange die NHL-Stars bleiben.

Kein Verein in der KHL weiß genau, wie lange die NHL-Stars bleiben.

Moskau. Die Kontinental-Hockey-Liga (KHL) begrüßt die russischen Heimkehrer aus der nordamerikanischen National-Hockey-League (NHL) mit vielen Vorschusslorbeeren und die Vereine möchten ihre Gastspieler möglichst schnell auf dem Eis sehen. Auf Grund einer Sondergenehmigung finden wechselfreudige NHL-Akteure in der KHL schnell einen neuen Verein. Trotzdem ist einiges anders im Vergleich zum letzten Lockout in der NHL im Jahr 2004. Jetzt bestimmen die Clubs und nicht die Stars.

Ständig werden es mehr NHL-Spieler die in der KHL eine Spielmöglichkeit während ihrer Zwangspause in der NHL finden. Die KHL-Zentrale reagiert mit Sonderschichten, um die neuen Spielerverträge möglichst schnell zu registrieren. Die Vereine wollen ihre Neuzugänge möglichst schnell spielen lassen – kein KHL-Verein-Management weiß genau, wie lange die Superstars tatsächlich in der KHL bleiben werden. Denn heute wurde bekannt, dass die NHL und die Spielergewerkschaft NHLPA im Tarifstreit offenbar am Freitag an den Verhandlungstisch zurückkehren. Wie die NHLPA mitteilte, soll es bei den ersten Gesprächen seit der Aussperrung der Spieler durch die Teams aber nicht um Kernfragen gehen, sondern um Themen wie die Spielplangestaltung, Reisestress oder Pensionszahlungen. Nach dem Auslaufen des bisherigen Tarifvertrages am 15.September hatten die Teams die Spieler ausgesperrt (Lockout) – alle Vorbereitungsspiele bis einschließlich 30.September wurden abgesagt.

Die KHL Verantwortlichen entschieden auch deshalb schnell, wie auf den Lockout in der NHL zu reagieren ist. Die Vereine dürfen jeweils drei Verträge mit NHL-Spielern unterschreiben, außerhalb des bestehenden Spielerkontingents. Die Ausländerregel bleibt davon unberührt. Auch weiterhin dürfen nur fünf „Importspieler“ auf dem Spielberichtsbogen stehen.

Vor allem die russischen NHL-Akteure sind sehr umworben. Mit Pavel Datsjuk (ZSKA Moskau) Jewgeni Malkin (Metallurg Magnitogorsk), Ilja Kowalschuk (SKA St. Petersburg) und Alexander Owetschkin (Dynamo Moskau) sind die ersten russischen Eishockeycracks mit Weltniveau in KHL-Teams integriert worden.

ZSKA Moskau hat sein Transfervolumen mit drei Lockout-Spieler bereits erschöpft. Das Team aus Moskau verpflichtete Stürmer Pawel Datsjuk von den Detroit Red Wings, Verteidiger Anton Wolschenkow (New Jersey Devils) und Torwart Ilja Brysgalow (Philadelphia Flyers). Der 34-jährige Datsjuk spielt seit 2001 in der NHL und ist seitdem den Detroit Red Wings treu, bei denen er Assistenzkapitän ist und mit denen er im ersten Jahr direkt den Stanley Cup gewann. In 732 Spielen erzielte er 240 Tore und kam auf 478 Assists. In der Russischen Nationalmannschaft glänzte er in 138 Spielen mit 29 Toren und 41 Vorlagen. Datsjuk ist Stammgast bei den All-Star-Spielen und gewann bereits Auszeichnungen als bester verteidigender Angreifer (Frank J. Selke Trophy), MVP oder die Valeri Kharlamow Trophy als bester russischer Spieler des Jahres. Hinzu kommt eine Bronzemedaille und WM-Gold und Silber. Ein echter Topstar.

Anton Wolschenkow bestritt seit 2002 557 NHL-Spiele für die Ottawa Senators und New Jersey Devils und gewann mit dem russischen Nationalteam WM-Gold und Silber. Der 32-jährige Ilja Brysgalow hütet aktuell das Tor bei den Philadelphia Flyers (Savequote 90,9%) und gewann 2006/2007 mit den Anaheim Ducks den Stanley Cup. Ein Jahr später folgte Gold bei der Weltmeisterschaft. In der NHL spielte er zudem für die Phonix Coyotes.