Moskau. Natalia Klitschko wird heute Abend vor dem WM-Kampf ihres Ehemannes Vitali gegen den Deutsch-Libanesen Manuel Charr auch in den Ring steigen und vor 30.000 Zuschauern in der Moskauer-Olympiahalle den Song „The Power of Love“ von Jennifer Rush zum Besten geben.

Jetzt bekommen die Weltmeister-Brüder Klitschkow auch aktive familiäre Unterstützung. Vitalis Ehefrau Natalia wird vor dem WBC-Titelkampf gegen Manuel Charr ihrem Mann musikalisch zur Seite stehen. Ein Violin-Quartett mit dem Namen Aphrodite begleitet dabei die 38-Jährige.

„Ich habe seit meinem zweiten Lebensjahr Gesangsunterricht genommen. Gesang ist für mich die größte Erfüllung. Es ist wie atmen“, sagte Natalia Klitschko zum Fernsehender RTL, der auch in Deutschland diesen Kampf heute übertragen wird. Anschließend ergänzte sie noch: „Dieser Song ist auch die Geschichte über uns.“

Wenn man den Kampf im Vorfeld richtig einordnet, ist Charr eigentlich keine echte Herausforderung für den 41 Jahre alten Ukrainer. Der in Beirut geborene und in Köln lebende Boxer, der eigentlich Mahmoud Omeirat Charr heißt, hat nicht das Können, gegen einen (egal welchen) Klitschko zu gewinnen. „Wenn Manuel bis in die dritte Runde kommt, ist das stark“, lautet das ernüchternde Urteil von Ex-Weltmeister Graciano Rocchigiani, der einst Charr trainierte. RTL-Co-Kommentator Luan Krasniqi ist sich sicher: „Gefährden kann er Vitali nicht.“

In der WBC-Rangliste ist Charr an Nummer sieben gelistet, was verwundert. Zwar hat er seine 21 Profi-Kämpfe allesamt gewonnen, aber gegen wen? Hier seine letzten Rivalen mit deren jüngsten Bilanzen: Taras Bidenko (Ukraine/zuletzt 3 Niederlagen in 5 Kämpfen), Marcelo Luiz Nascimento (Brasilien/3 Niederlagen in 4 Kämpfen), Serder Uysal (Türkei/6 Niederlagen in 7 Kämpfen), Danny Williams (Großbritannien/4 Niederlagen in 7 Kämpfen), Jonathan Pasi (Euskirchen/5 Niederlagen in 5 Kämpfen), Zack Page (USA/11 Niederlagen in 11 Kämpfen), Robert Hawkins (USA/10 Niederlagen in 10 Kämpfen).

Natürlich kann ein einziger Schlag im Boxen alles entscheiden und erst recht im Schwergewichtsboxen, aber wer glaubt wirklich daran, dass die Erde eine Scheibe ist?

Wenigstens Herz und Feuer habe er, bestätigt Klitschko-Trainer Fritz Sdunek Charr einige Qualitäten. Charr gab in Moskau die üblichen Sprüche von sich – versprach, Klitschko K.o. zu hauen und schien zumindest noch kurz vor dem Kampf guter Stimmung zu sein. Dieses auch, da Charr mit dem Kampf gegen Vitali so viel verdient wie in seiner gesamten Profi-Karriere bisher nicht. Rund 350.000 Euro soll der Herausforderer erhalten. Wir werden heute Abend sehen, nach welcher Runde Charr sich seine Gage abholen kann.