Die Favoriten in der neuen KHL-Saison sind die alten Bekannten, mit vielen Überraschungen ist trotzdem wieder zu rechnen.

Die Favoriten in der neuen KHL-Saison sind die alten Bekannten, mit vielen Überraschungen ist trotzdem wieder zu rechnen.

Moskau: Die Kontinentale Hockey-Liga (KHL) startet am heutigen Dienstag mit 26 Mannschaften in die Saison 2012/13. Am 17. Februar 2013 endet die Vorrunde und danach folgten die Playoffs, deren Sieger den Gagarin Cup erhält. Die teilnehmenden Mannschaften kommen in dieser Saison aus sieben verschiedenen Staaten. Hier eine Vorschau auf die neue Spielzeit.

Die sieben teilnehmenden Staaten sind in der Saison 2012/13: Russland, Kasachstan, Lettland, die Slowakei, Tschechien, die Ukraine und Weißrussland. Mit der Rückkehr von Lokomotive Jaroslawl sowie der Aufnahme des HC Slovan Bratislava aus der Slowakei, des HK Donbass Donezk aus der Ukraine und des Umzugs des HC Lev Poprad nach Prag bilden nun 26 Mannschaften das Teilnehmerfeld der Liga.

Zum Auftakt wird es am 4. September die Finalpaarung der vergangenen Saison: Meister Dynamo Moskau gegen Avangard Omsk geben. Die Vorrunde wird 52 Spieltage umfassenden, ehe es ab 20. Februar für die besten acht Mannschaften beider Konferenzen in die Play-offs geht. Diese werden im Format Best of seven ausgespielt, bis der Gewinner des Gagarin Cups 2013 feststeht. Am 19. und 20. Januar 2013 bestreiten Dynamo Moskau und SKA St. Petersburg zwei offizielle KHL-Punktspiele im Barcley Center (14.500 Zuschauer) in Brooklyn, New York. Am Wochenende zuvor steigt in Tscheljabinsk das KHL-All Star-Match.

Lokomotive Jaroslawl ist zurück

Das tragische Flugzeugunglück, bei dem vor einem Jahr die gesamte Mannschaft von Lokomotive Jaroslawl getötet wurde, wird allgegenwärtig sein. Zur Erinnerung an die so tragisch ums Leben gekommenen Spieler, wird ab dieser Saison im Eröffnungsspiel fortan der Lokomotiv Cup ausgespielt.

Lokomotive Jaroslawl indessen meldet sich in dieser Saison zurück in die KHL. Dem Verein wird es hauptsächlich darum gehen, ein Mindestmaß an Normalität Einzug halten zu lassen und einen gelungenen Neuanfang in der KHL zu starten um möglichst bald an alte Erfolge wieder anzuknüpfen. Dafür hat der 56-jährige US-amerikanische Chefcoach von Lokomotive Tom Rowe ein erfahrenes Team zusammengestellt: Der 32-jährige Kanadier Curtis Sanford bildet mit dem ein Jahr älteren Witali Kolesnik ein stabiles Torhüter-Gespann, gestandene Verteidiger wie Witali Wischnewski, der Schwede Staffan Kronwall stärken die Defensive und im Sturm sollen es u.a. die Routiniers Viktor Koslow, Alexej Kalyuschni und der Finne Niklas Hagman richten. Auf ihren Schultern lastet viel Verantwortung, sie sollen die Lokomotive auf Kurs bringen und halten. Ein gesicherter Play-off-Platz mit Abstand nach unten wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das Potenzial hat Lokomotive, das zudem traditionell auf ein ergiebiges Reservoir talentierter junger Spieler zurückgreifen kann.

Wer sind die Favoriten?

Als einer der Favorit wird der Champion aus der letzten Saison OHK Dynamo Moskau gehandelt. Chefcoach Oleg Snarok kann im Wesentlichen weiter auf den Meisterkader zurückgreifen, im Gegensatz zu anderen Konkurrenten war Dynamo auf dem Transfermarkt nicht so sehr aktiv. Die Abgänge von Leo Komarow (Toronto Maple Leafs) und Jakub Klepis (Lev Prag) könnten trotzdem dem Club aus Moskau schmerzen.

Noch größer waren die Abgänge beim SKA St. Petersburg, dessen Aderlass mit dem Schweden Mattias Weinhandl (Linköping), dem 20-jährigen Talent Wladimir Tarasenko (St. Louis Blues) und Verteidiger Witali Wischnewski (Jaroslawl) kaum prominenter hätten ausfallen können. Immerhin holte man sich mit dem US-Amerikaner Kevin Dallman den ehemaligen Kapitän von Barys Astana und zugleich den punktbesten Verteidiger der letzten drei KHL-Spielzeiten. Aber auch so sollte der SKA weiterhin vorne mitspielen. Ob die Mannschaft dieses Mal den nötigen Charakter besitzt, steht derweil auf einem anderen Blatt.

Eine Renaissance strebt das zuletzt immer mehr zur grauen Maus verkommene einst übermächtige ZSKA Moskau an. Neu-Generalmanager Sergei Fedorov rüttelte das Sieb tüchtig. Vierzehn Spieler gingen, zwölf neue wurden bislang geholt. Dank der einen oder anderen Rosneft-Millionen sticht freilich die Verpflichtung von Alexander Radulow heraus, der in der Hauptstadt wieder auf seinen Bruder Igor trifft (kam aus Ufa). Des Weiteren neu an Bord und als echte Verstärkung zu betrachten, ist der finnische Offensiv-Verteidiger Mikko Mäenpää. Der 29-Jährige war in der letzten Spielzeit einer der Garanten des Aufschwungs von Amur Chabarowsk. Zweifelsohne, mit ZSKA muss wieder gerechnet werden.

Aus dem Osten zählen selbstverständlich auch wieder Avangard Omsk, Salawat Julajew Ufa, Metallurg Magnitogorsk und AK Bars Kasan mit zum Favoritenkreis. Aufgrund interner Querelen, personeller Fehlentscheidungen und auch ein Mangel an Geduld und daraus resultierender Schnellschüsse, schossen sich die Großen des Ostens in der letzten Saison selbst aus dem Rennen. Als lachender Nutzer im Osten zog Avangard Omsk ins Finale ein, wo gegen Dynamo Moskau aber die Luft ausging. Dennoch fielen die Baustellen in Omsk bei weitem nicht so umfangreich aus, weshalb die Mannschaft nur geringfügig verändert wurde. Die „Avangardisten“ zählen daher auch erneut zum Kreis der Titelaspiranten.