Die positive Stimmung bei den Paralympics zeigt sich auch beim russischen Team, hier bei der Eröffnung.

Die positive Stimmung bei den Paralympics zeigt sich auch beim russischen Team, hier bei der Eröffnung.

London/Moskau. Die Paralympischen Spiele sind in der britischen Hauptstadt angekommen – die Londoner erweisen sich erneut als perfekte Gastgeber und begeisterte Zuschauer. Die russischen Sportler mit einer Behinderung sammeln dabei fleißig Medaillen und haben sich unter den besten fünf Nationen der Welt festgesetzt. Paralympics bedeutet aber auch Materialschlacht.

Vor vier Tagen haben in London die Paralympischen Spiele begonnen, die Olympischen Spiele für Sportler mit Behinderung. Alle Sportler mit einer Behinderung, die an diesen Spielen teilnehmen, verdienen die größte Hochachtung.

Die Paralympics müssen aber ebenfalls damit leben, dass zur körperlichen Leistung einiger Athleten auch das Technische kommt. Dass nicht immer der beste Sportler gewinnt, sondern der mit der besten Prothese. So spiegelt der paralympische Sport manchmal auch den unterschiedlichen Entwicklungsstand von Ländern wider. Wer bei den Paralympics vorne einkommen möchte, braucht eine teure Ausrüstung und gute Trainingsbedingungen – Behindertensportler aus armen Ländern haben da keine Chance.

Dass die Einheit zwischen Mensch und Technik im Behindertensport teilweise so eng verbunden ist, hat aber auch einen unschätzbaren Vorteil. Die Weiterentwicklung der Technik dient dem Einzelnen auch zur Verbesserung seiner Situation. Mit der Qualität der Prothesen steigt die Lebensqualität von Tausenden.

Wladimir Lukin, Präsident des Paralympischen Komitees Russlands, sagte: „Gesunde Menschen haben viele andere Fragen, Probleme, Versuchungen. Die Sportler mit Gesundheitsproblemen haben weniger davon, daher konzentrieren sie sich auf jene Hauptaufgabe, auf jenes wichtigste Ziel, das sie sich gesteckt haben. Das sind sehr willensstarke und zielstrebige Menschen. Sie verdienen sehr große Achtung.“

An den bisherigen vier paralympischen Wettkampftagen haben die russischen Behindertensportler bereits 34 Medaillen (12 x Gold, 13 x Silber und 9 x Bronze) gewonnen und liegen damit auf Platz fünf im Medaillenspiegel. Dieser wird von der Auswahl Chinas mit 35 Gold-, 24 Silber und 28 Bronzemedaillen angeführt.

An jedem Wettkampftag konnten sich russische Behindertensportler ganz weit vorne platzieren. Dabei errangen sie auch Siege mit neuen Weltrekorden. So hatte die Schwimmerin, Olesja Wladijkina, im 100 Meter Brustschwimmen eine neue Weltbestmarke markiert. Und Aleksej Aschapatow hatte im Diskuswerfen der Rollstuhlfahrer mit 60,72 Meter einen Weltrekord aufgestellt.

„Ich habe mich die ganze Saison gerade auf diesen Sieg vorbereitet. Ich muss sagen, dass das Gerät bei mir während der Trainings oft über den alten Weltrekord hinausgeflogen war, doch so weit wie hier bin ich kein einziges Mal gekommen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass dieser Wurf mir während dieses großen Wettkampfes gelungen ist. Es wird sehr schwer sein, ein solches Resultat zu wiederholen, all das ist den Emotionen hier zu verdanken, ich bedanke mich beim Stadion für eine so starke Unterstützung“, sagte Aschapatow.

Die Paralympics dauern noch bis zum 9. September an. In dieser Woche werden noch mehr als 300 Medaillensätze vergeben.

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