Moskau. Wie heute bekannt wurde, wird das Internationale Olympische Komitee (IOC) Dopingsünder Tyler Hamilton aus den USA den Olympiasieg im Zeitfahren auf der Straße von Athen 2004 offiziell aberkennen. Damit rücken die nachfolgenden Fahrer einen Platz vor. Wjatscheslaw Jekimow aus Russland war damals Zweiter geworden – jetzt wird er Olympiasieger.

Die Olympischen Spiele von Athen endeten am 29. August 2004, danach trat eine achtjährige Verjährungsfrist in Kraft, diese wäre jetzt am 29. August 2012 abgelaufen. Kurz vor Ablauf dieser Verjährungsfrist will jetzt das IOC am Freitag Hamilton seinen Olympiasieg von 2004 wegen nachgewiesenen Dopings aberkennen – dieses berichtete eine hochrangige IOC-Quelle gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Hamilton wurde nach Olympia in Athen des Blutdopings überführt, durfte sein Gold aber zunächst behalten, weil seine B-Probe zerstört wurde. Nach dem insgesamt dritten Dopingvergehen war Hamilton im April 2009 für acht Jahre gesperrt worden. Danach hatte der US-Profi seine Karriere beendet und 2011 nach jahrelangem Leugnen Doping zugegen. Dabei sagte er umfassend gegen seinen früheren Teamkollegen Lance Armstrong aus und bezichtigte ihn des Dopings.

Wjatscheslaw Jekimow, Bobby Julich (USA) und Michael Rogers (Australien) lauten jetzt die Medaillengewinner von Athen im Einzelzeitfahren auf der Straße. Damit ist Wjatscheslaw Jekimow jetzt sogar dreifacher Olympiasieger im Radsport. 1988 in Seoul gewann er Gold als Bahnfahrer in der Mannschaftsverfolgung, Auch 2000 in Sydney, als Straßenfahrer im Einzelzeitfahren, wurde Jekimow Olympiasieger (vor Jan Ullrich und Lance Armstrong) und jetzt mit acht Jahren Verspätung auch 2004 in Athen.

Nach der Tour de France 2006 erklärte Jekimow seinen Rücktritt als aktiver Leistungssportler und ist seit 2007 als Sportlicher Leiter beim Team Discovery Channel tätig. 2001 erhielt Jekimow eine Auszeichnung als „Russischer Radsportler des Jahrhunderts“.

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